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Seltsame Ortsnamen in Amerika

NM Truth or Consequences

Wer viel in Amerika unterwegs ist, der wird schon das eine oder andere Mal auf Orte gestoßen sein, deren Namen vermuten lassen, dass eine Geschichte dahinter steckt. Oft haben diese kuriosen, seltsamen, merkwürdigen oder lustigen Ortsnamen ihren Ursprung in den Besonderheiten der amerikanischen Geschichte - besonders im Westen, der erst nach und nach von wagemutigen Pionieren erschlossen wurde - oder in der typisch amerikanischen Art, die Dinge halt auch einmal etwas lockerer zu sehen. Es gibt zahllose Städte und Orte in den USA, die ihren Namen im Laufe der Zeit mindestens einmal gewechselt haben und oft geschah dies aus Gründen, die man auf den ersten Blick sicher nicht vermuten würde.

Truth or Consequences
New Mexico
Eigentlich hieß die 6400 Einwohner zählende Kleinstadt wegen ihrer heißen Quellen einmal Hot Springs, doch es gibt in den USA mehr als zehn Orte mit diesem Namen. Vielleicht spielte diese Überlegung bei den Stadtvätern eine Rolle bei der Umbenennung? Jedenfalls lief im Jahr 1950 eine im ganzen Land beliebte Radiosendung namens “Truth or Consequences”, was in etwa so viel wie “Wahrheit oder Pflicht” bedeutet. Moderator Ralph Edwards versprach bei einer Ausstrahlung, das die Show einmal aus dem Ort gesendet werden würde, der bereit war, sich in den Titel der Sendung umzubenennen. Edwards besuchte die Stadt in den kommenden fünf Jahrzehnten jedes Jahr am ersten Wochenende im Mai, was bis heute der Termin für ein großes Volksfest im Ort ist.


Zzyzx
California

Wer schon einmal von Los Angeles nach Las Vegas gefahren ist, wird sich vielleicht gefragt haben, ob man an der Ausfahrt des Interstate 15 vielleicht einfach übrig gebliebene Buchstaben verwendet hat. Tatsächlich aber ist der Name Zzyzx bereits seit 1944 festgelegt, als Curtis Howe Springer hier, mitten in der Mojave-Wüste, Anspruch auf das Land erhob und damit begann, Wasser aus einer Quelle abzufüllen. Heute lebt in Zzyzx niemand mehr, aber die California State University betreibt hier naturwissenschaftliches Forschungszentrum. 


Hell
Michigan

Die kleine Gemeinde im Süden Michigans entstand rund um die Liegenschaften eines gewissen George Reeves, der neben einer Getreide- und einer Sägemühle auch eine Schnapsbrennerei mit dazugehörigem Ausschank betrieb. Wenn nun die Männer aus der Gegend bei George einkehrten, so pflegten die daheim wartenden Frauen auf die Frage nach ihrem Aufenthaltsort zu sagen “They are at George’s place, they have gone to hell” (“Sie sind in der Hölle, bei George”). Reeves schien diese Bezeichnung so gut zu gefallen, dass er sie den Behörden als offiziellen Namen für die von ihm gegründete Ansiedlung mitteilte.


Monkey’s Eyebrow
Kentucky

Wer eine ganze Menge Fantasie mitbringt und sich das Ballard County in Kentucky auf einer Landkarte ansieht, der vermag in dessen Umrissen mit etwas Übung vielleicht den Kopf eines Affen zu erkennen. Die kleine Siedlung obigen Namens liegt nun dort, wo jener Betrachter ungefähr die Augenbrauen des Affen vermuten könnte, also “the monkey’s eyebrow”. Ob es vor Ort nichts wirklich passenderes gegeben hat, um einen Namen zu finden, ist nicht überliefert.


Intercourse
Pennsylvania

Vermutlich werten es die knapp 1300 Einwohner des Ortes in Pennsylvania als Ausdruck der Verkommenheit, wenn man als Besucher über den Namen der Stadt lacht, der im Englischen eine einigermaßen vornehme Bezeichnung für den Geschlechtsakt ist. Intercourse liegt im von den streng gläubigen Amischen bestimmten Lancaster County, wo es im Übrigen noch weitere Orte mit durchaus zweideutigen Namen gibt und die lokale Geschichte hält für den Ortsnamen lediglich die Erklärung bereit, dass das Wort “intercourse” früher in der Bedeutung von einem unterstützenden sozialen Umgang miteinander benutzt wurde. Auch diese fromme Erläuterung allerdings kann nicht verhindern, dass die Ortsschilder mit hoher Regelmäßigkeit von Unbekannten entwendet werden.


Bird-in-Hand
Pennsylvania

Ebenfalls in Pennsylvania befindet sich die rund 400 Seelen zählende Gemeinde von Bird-in-Hand. Die von strenggläubigen Quäkern gegründete Ortschaft erhielt ihren Namen, als zwei Landvermesser im Jahr 1734 darüber diskutierten, ob sie nach getanem Tagwerk an Ort und Stelle bleiben oder noch in die deutlich besser entwickelte Nachbarstadt Lancaster weiterziehen sollten. Einer der beiden soll dann gesagt haben, dass ein Vogel in der Hand besser sei als zwei im Gebüsch und so kam erst die örtliche Herberge und daran anschließend die ganze Ortschaft zu ihrem ungewöhnlichen Namen.


Cut and Shoot
Texas

Was wie das Ergebnis einer typisch texanischen Auseinandersetzung klingt, hat in Wahrheit einen harmloseren Ursprung. Es war 1912 und es ging um einen historisch nicht mehr genau nachvollziehbaren Streit, als ein kleiner Junge ausrief “I am going to cut around the corner and shoot through the bushes” (“Ich renne um die Ecke und springe aus den Büschen”). Das schien den anwesenden so gut gefallen zu haben, dass der Ausruf zum Namen des heute rund 1100 Einwohner zählenden Ortes in der Umgebung von Houston wurde.


Ding Dong
Texas

In Bezug auf ungewöhnliche Ortsnamen ist Texas ziemlich gut dabei. Ding Dong liegt im Bell County, wobei “Bell” bekanntermaßen “Glocke” heißt und der Ort wurde von den Brüdern Zulis und Bert Bell gegründet. Grund genug für den beauftragten Schildermaler, ein Schild mit zwei Glocken drauf zu erstellen, unter die er “Ding” und “Dong” schrieb - womit ein weiteres Stück texanischer Besonderheiten vollendet war.


Rough and Ready
California
“Hart und bereit”, so sahen sich die Pioniere gern, die in den wilden Zeiten Richtung Westen zogen, um dort ihr Glück zu suchen, zum Beispiel als Goldgräber in den Claims von Kalifornien. Viele Orte, sowohl an der Westküste als auch auf dem Weg dorthin, sind von diesen Menschen gegründet worden und manche wurden auch von Unternehmen errichtet. So zum Beispiel wurde Rough and Ready von der Minengesellschaft Rough and Ready gegründet, die ihren Namen wiederum an den Spitznamen des damals amtierenden US-Präsidenten Zachary Taylor anlehnte. Übrigens gibt es einen Ort gleichen Namens auch im Bundesstaat Pennsylvania, der wiederum nach dem kalifornischen Original benannt worden ist.


Tightwad
Missouri

Der Humor hinter diesem Ortsnamen und insbesondere hinter dem der eigens gegründeten Tightwad Bank erschließt sich eher dem fortgeschrittenen Linguisten. Der Begriff “Tightwad” bedeutet im umgangssprachlichen Englisch so etwas wie “Geizkragen” und diese wenig vorteilhafte Bezeichnung entstand aus einem Disput im örtlichen Lebensmittelladen, wo man  einem Kunden 50 Cent zusätzlich abnehmen wollte, weil die von ihm ausgesuchte Wassermelone ein besonders schönes Exemplar war. Dumm halt nur, dass besagter Kunde der örtliche Postmaster war und als solcher hat man bei der offiziellen Namensvergabe eben ein besonderes Wort mitzureden.


Frankenstein
Missouri

Heute sind es nur etwa 30 Menschen, die in dem Ort mit dem Furcht einflößenden Namen wohnen möchten. Dabei ist der Ursprung des Namens alles andere als schrecklich, sondern geht zurück auf einen Einwanderer namens Gottfried Franken, einem frommen Mann, der sein Geld für den Ankauf eines Grundstücks für eine Kirche gespendet hatte. Die Kirche wurde der Mittelpunkt des Orts und dessen Bewohner waren dem Mann so dankbar, dass sie ihm mit der etwas missglückten Namensgebung eine Freude machen wollten.


Why
Arizona

Das 100-Einwohner-Örtchen im Süden Arizonas erhielt seinen Namen wegen der hier aufeinander treffenden Highways SR 85 und 86. Die Kreuzung zwischen den beiden Straßen war in Y-Form angelegt, so dass die Handvoll Einwohner ihre Heimat schlicht als Y bezeichneten. Da das Gesetz jedoch vorsah, dass ein Ortsname aus mindestens drei Buchstaben zu bestehen hat, entschied man sich kurzerhand für das genau so ausgesprochene Why.


Lizard Lick
North Carolina

Ein “lizard” ist in der englischen Sprache eine Eidechse und genau diese Tiere waren es, die Gästen von außerhalb auffielen, die in den kleinen Ort kamen. Die Eidechsen hielten sich mit Vorliebe an einem bestimmten Ort auf, nämlich an dem, wo ein Einwohner illegal Whiskey brannte - der dafür benötigte Grundstoff schmeckte den Tieren so gut. Letzten Endes brachten die Eidechsen dem Schnapsbrenner allerdings nichts Gutes, denn sie führten die Fahnder der Behörden auf seine Spur.


 

 

 

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