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Südstaaten

Die Südstaaten der USA bilden nicht nur wegen ihres zumeist einladenden Klimas ein beliebtes Reiseziel. Der Süden hat eine eigene Entwicklungsgeschichte, eine eigene Kultur und eine eigene Identität, die sich in vielerlei Hinsicht vom Rest des Landes unterscheidet und nicht zuletzt aus diesem Grund ist dieser Teil des Landes als eine eigenständige Einheit zu sehen. Die Definitionen, was ein Teil des Südens ist, gehen auseinander. Es gibt die Bezeichnung Old South und Deep South, es gibt Definitionen, die nur die Staaten der Konföderation aus dem Bürgerkrieg umfassen oder solche, nach denen die Bundesstaaten im Südosten des Landes gemeint sind, die bereits bei Gründung der Union 1776 zum Land gehörten. 

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Die Grenzen verlaufen derweil ohnehin fließend und werden mit dem unablässigen Zustrom von Neubürgern aus den nördlicheren Bundesstaaten sowie aus Lateinamerika weiter verwischt. Wer sich auf die Suche nach der Identität des Südens und der Südstaaten-Nostalgie begeben will, konzentriert sich am besten auf das Kernland, das aus den Bundesstaaten Alabama, Georgia, Louisiana, Mississippi und South Carolina besteht. Das US Census Bureau, das für die Erstellung demographischer Daten zuständig ist, zählt neben diesen noch die Bundesstaaten Delaware, Maryland, Virginia, West Virginia, North Carolina, Florida, Kentucky, Tennessee, Oklahoma, Texas und Arkansas zur Region Süden. Diese breitestmögliche Grenzziehung umfasst 36% aller Amerikaner.

Was den besonderen Reiz des Südens ausmacht, lässt sich schwer definieren. Die hier, im subtropischen Klima besonders gut gedeihenden Pflanzen gehören zu diesem Bild, zum Beispiel die typischen Magnolien oder auch Baumwolle, Pfirsiche oder Pekannüsse, ebenso die prächtigen Häuser der Plantagenbesitzer, aber eben auch die Geschichte der Sklaverei, die einigen wenigen im Süden zu großem Wohlstand verhalf. Nachdem im 17. Jahrhundert die ersten Europäer den Süden der heutigen USA erreicht hatten, reduzierte sich zunächst die indianische Bevölkerung dramatisch, teil durch eingeschleppte Krankheiten, teils durch Vertreibung. Wenig später importierten diese Ankömmlinge und die vielen, die ihnen nachfolgten, dann Sklaven aus Afrika, denn es bedurfte eines hohen Arbeitsaufwands, um den damals besonders weit verbreiteten Anbau von Tabak gewinnbringend zu betreiben. Im 19. Jahrhundert stellten die Plantagen dann vielfach auf Baumwolle um. Diese Umstellung brachte eine neue Welle von Sklaven und in vielen Regionen stellten die unfreien Schwarzen die Mehrheit der Bevölkerung.

Der amerikanische Bürgerkrieg 1861-1865 brachte nicht nur das Ende der Sklaverei, sondern auch weitgehende Zerstörung der Infrastruktur der Südstaaten und den Tod eines großen Prozentsatzes der jungen Bevölkerung. Dennoch war der Rassismus im Süden mit der Kriegsniederlage nicht gestorben, bis in die 1960er Jahre wurden Schwarze diskriminiert, systematisch benachteiligt und oft generell unterdrückt. Viele Schwarze verließen den Süden und gingen in der Welle der Great Migration in den Norden des Landes, einige aber blieben und begannen von hier den Kampf um Gleichberechtigung, etwa unter der Führung des aus Georgia stammenden Martin Luther King.

So gehört auch die Bürgerrechtsbewegung zum Süden und wer diesen Teil des Landes besucht, kann an vielen Stellen Gedenkstätten und historisch bedeutsame Orte finden. Daneben gibt es aber auch in anderer Hinsicht viel Sehenswertes in den Südstaaten. Landschaftlich variiert das Bild zwischen den intensiv touristisch genutzten Stränden am Atlantik über die Bayous am Golf von Mexiko bis zu den Flusslandschaften des Mississippi. Die von vielen als Perle des Südens bezeichnete Stadt Savannah in Georgia gehört zu den sehenswerten Orten, auch das aus kreolischen, französischen und spanischen Einflüssen gewachsene New Orleans oder der schöne Natchez Trace Parkway in Mississippi. Besonders interessant ist es für Touristen aber zweifellos, sich auf die Spur der Kultur des Südens zu begeben. Dazu gehören zum Beispiel die bunten Mardi Grass- Veranstaltungen, die es längst nicht nur in Louisiana gibt, vor allem aber die Musik. Im Bundesstaat Mississippi führt der Blues Trail zu den Heimatorten des Blues, Lexington in Kentucky ist Schauplatz des Festivals of the Bluegrass, Memphis in Tennessee ist der Ort, wo Beale Street und Graceland Besucher anlocken.

Mit der Musik wurden der Schwermut, der Lebensgeist und die Einstellung der Menschen zu ihrer Heimat transportiert, sie ist Ausdrucksform und Traditionsbewusstsein in einem. Trotz der fortschreitenden Modernisierung und zunehmender wirtschaftlicher Entwicklung mit mehreren Autofabriken und zahlreichen Unternehmen aus High-Tech und Finanzwesen, die sich in den Südstaaten angesiedelt haben, bleiben Tradition und alte Werte das Band, das die Identität des Südens zusammenhält. Auch Stolz auf die Herkunft gehört zum Bild, oft zum Beispiel ausgedrückt durch die Flagge der Konföderierten aus dem Civil War. Die Menschen im Süden sind im allgemeinen religiöser als die im Rest des Landes, sie haben stärkere familiäre Bindungen und sie sind politisch eher konservativ. In fast allen Bundesstaaten des amerikanischen Südens liegt die Quote der Menschen, die in Armut leben, höher als im Landesschnitt und die Zahl der Schulabbrecher ist höher. Diese weniger erfreulichen Zahlen treffen am meisten auf den ländlichen Raum zu, die großen Städte dagegen können mit denen in anderen Teilen des Landes in jeder Hinsicht mithalten und wirken insgesamt - auch wegen des stärkeren Zuzugs von Nicht-Südstaatlern - weniger typisch, sind deswegen aber keineswegs weniger sehenswert.


 

 

 

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