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Three Mile Island

Am 28. März 1979 ereignete sich im Kernkraftwerk Three Mile Island in der Nähe von Harrisburg, Pennsylvania, der schwerste Unfall in einer nuklearen Anlage in der Geschichte der USA. Der Unfall - eine partielle Kernschmelze - wird auf der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse als ernster Unfall auf der dritthöchsten Stufe eingestuft.

Das Kernkraftwerk Three Mile Island auf der gleichnamigen Insel im Fluss Susquehanna besteht aus zwei Reaktoren, TMI-1 und TMI-2. In den frühen Morgenstunden des 28. März 1979 kam es zu Problemen mit der Steuerung der Pumpen im zweiten Reaktor, mit denen der Wasserkreislauf zur Kühlung der Brennstäbe in Gang gehalten wird. TMI-2 lief zu diesem Zeitpunkt mit beinahe voller Kapazität. In Folge des Pumpenausfalls schaltete sich der Reaktor per Notschaltung sofort ab, wodurch der eigentliche Prozess der Kernspaltung beendet wird. Durch die noch im Block befindliche Wärme steigt der Druck innerhalb des Kühlsystems rapide an, deswegen öffnet sich ein Sicherheitsventil, um das zu heiß gewordene, nicht radioaktiv belastete Kühlwasser abzulassen.

Three Mile Island

Da sich dieses Ventil aber nicht wie vorgesehen wieder schliesst, kommt es zum Unglück. Eine Kontrolleuchte für das Ventil im Steuerungszentrum des Kraftwerks erlischt, was von den Mitarbeitern als Zeichen interpretiert wird, dass sich der Abfluss wieder geschlossen hat. Mehr als zwei Stunden lang bemerken sie nicht, dass pro Minute etwa eine Tonne Kühlmittel aus dem Reaktor austrat und das Auffangbecken schon bald überflutete. Die Folge dieses massiven Verlusts an Kühlmittel ist eine Überhitzung des Reaktorkerns und schließlich die Kernschmelze, der GAU.

Um 6 Uhr, mit dem Schichtwechsel im Kontrollraum und mehr als zwei Stunden nach dem ersten Vorkommnis, wird das Problem endlich bemerkt. Zu diesem Zeitpunkt ist die Konzentration der Radioaktivität im Kraftwerk bereits 300mal höher als normal. Um kurz vor 7 Uhr wird durch einen leitenden Angestellten der Notfall erklärt, eine halbe Stunde später erklärt der Kraftwerksmanager Gary Miller den allgemeinen Notfall, was soviel bedeutet wie eine  Warnung vor möglichen schwerwiegenden Gefahren für die Öffentlichkeit. Pennsylvanias Gouverneur Richard Thornburgh wird informiert, kurz darauf auch der US-Präsident Jimmy Carter. Die Öffentlichkeit dagegen erhalten zunächst nur widersprüchliche Informationen - während ein Vertreter der Betreiberfirma Met Ed Pressevertretern erklärte, es sei keine Radioaktivität ausgetreten, verkündete der stellvertretende Gouverneur, William Scranton, dass eine geringe Menge radioaktiven Materials ausgetreten sei.

Währenddessen war im Kontrollraum des Reaktors zum Teil noch immer nicht klar, wie man die fortschreitende Kernschmelze stoppen könne. Am Morgen des nächsten Tages wissen die Techniker sich schließlich nicht mehr anders zu helfen, als zur Vermeidung einer Explosion radioaktives Gas in die Atmosphäre entweichen zu lassen. Gouverneur Thornburgh ordnet die Evakuierung von Schwangeren und Kleinkindern im Umkreis des Reaktors an, viele andere verlassen die Gegend ebenfalls fluchtartig.

Trotz einer Vielzahl eingesetzter Kommissionen und unabhängiger Untersuchungen gibt es bis heute keine allgemeingültigen Erkenntnisse über die Auswirkungen des Unfalls und der freigesetzten Radioaktivität für die Menschen in der Umgebung des Kraftwerks. Während das Gesundheitsministerium des Bundesstaats Pennsylvania in seiner Untersuchung zu dem Schluss kommt, dass es in Folge des Unglücks zu keinem Todesfall gekommen ist, zeigen andere Studien unter anderem eine erhöhte Säuglingssterblichkeit und einen Anstieg der Zahl der Krebserkrankungen. Der Unglücksreaktor TMI-2 ist nach dem Unglück komplett stillgelegt worden, die Arbeiten zum Abtransport des verseuchten Materials und zur kompletten Stillegung wurden 1993 offiziell abgeschlossen. Der Nachbarreaktor TMI-1 arbeitet weiter und hat eine gültige Lizenz bis 2014; eine Verlängerung bis 2034 ist beantragt.

The China Syndrome
Zwölf Tage vor dem Unglück war in den USA der Film Das China-Syndrom mit Jane Fonda, Michael Douglas und Jack Lemmon in den Hauptrollen angelaufen. In dem Film ereignet sich ein Unfall in einem Kernkraftwerk, der dem tatsächlichen Geschehen auf Three Mile Island sehr ähnlich ist. Der Bekanntheitsgrad des Films spielte eine große Rolle für die Wahrnehmung des Unfalls in der Bevölkerung und in den Medien. Einige Stimmen sagen, durch The China Syndrome sei nach dem Unglück übermäßige Panik entstanden. Es gilt jedoch als sicher, dass eine Katastrophe von den Ausmaßen des Tschernobyl-Unglücks in Harrisburg nur knapp vermieden worden ist.

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