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Zugreisen in den USA

calzephyr

So überragend die Bedeutung der Eisenbahn für die Erschließung der Mitte und des Westens des Landes gewesen ist, so sehr hat sie in den folgenden Jahrzehnten auch wieder an Bedeutung verloren und musste dem Auto als dem mit Abstand wichtigstem Transportmittel Platz machen. Zwar sieht man auch heute noch und sogar in zunehmendem Maße vor allem im Westen die endlos langen Züge und hört ihre Signale in der Nacht, doch das sind Frachtzüge und wer im Land von einem Punkt zum anderen reisen will, der nimmt das Auto oder das Flugzeug oder den Überlandbus. Das Streckennetz der einst so zahlreichen und namhaften Eisenbahngesellschaften ist inzwischen auch so dünn, dass es keine zuverlässige Alternative mehr darstellt. Für eine ungewöhnliche und erlebnisreiche Art, Amerika zu entdecken aber gibt es noch immer großartige Strecken.

Für Touristen hat die zurückhaltende Nutzung der Bahn in den USA sogar so seine Vorteile. Die bedienten Strecken sind touristisch in aller Regel interessant und allgemein ist das Angebot eher an Urlaubsreisenden orientiert als an den kurzen Takten der Geschäftsreisenden. Die Fahrgäste sollen bei einer Zugreise durch Amerika in erster Linie entspannen und die Reise an sich als Erlebnis begreifen. Dazu tragen natürlich schon allein die tollen Ausblicke bei, aber auch die altehrwürdigen, stattlichen Bahnhofsgebäude, die klassischen Uniformen der freundlichen Schaffner - die sich hier tatsächlich noch als Schaffner verstehen - und die Aura des beinahe nostalgisch anmutenden Reisens.

Außer der staatlichen Eisenbahngesellschaft Amtrak, die ein landesweites Netz betreibt, gibt es noch einige weitere, regionale Anbieter für Reisen mit dem Zug. Amtrak war in den Siebziger Jahren aus der Konsolidierung zahlreicher individueller Bahnstrecken entstanden, die nun unter einem neuen Dach zusammengefasst wurden. Heute verfügt das Unternehmen über ein Streckennetz von rund 34.000 Kilometern Länge, das sich fast über die gesamten kontinentalen USA sowie über drei kanadische Provinzen erstreckt. Insgesamt sind so gut 500 Orte erreichbar, viele davon allerdings über kurze, regionale Linien, die wenig an das kontinentale Intercity-Netz angebunden sind. Obwohl die amerikanische Regierung die Entwicklung von Hochgeschwindigkeitsstrecken fördert und zahlreiche solcher Verbindungen geplant worden sind, gibt es nur sehr wenige Abschnitte, auf denen Amtrak wirkliche High Speed-Services anbietet.

Das Bahnnetz von Amtrak wird besonders im Nordosten des Landes stark genutzt, wo die Gesellschaft rund die Hälfte ihres Umsatzes erwirtschaftet. An der Penn Station in New York City werden jährlich mehr als 9,5 Millionen Passagiere gezählt, 5 Millionen in Washington DC und über 4 Millionen in Philadelphia. Das liegt vor allem daran, dass die Gesellschaft in dieser Region auch ein recht ausgedehntes Netz an lokalen Verbindungen unterhält, zugleich starten hier aber auch die populärsten Langstreckenverbindungen. Andere wichtige Ballungsräume im Land, zum Beispiel die von Phoenix, Las Vegas, Columbus oder Nashville haben ebenso wie die Bundesstaaten Alaska, Hawaii, Wyoming und South Dakota keinen Anschluss an den Amtrak-Service. Doch auch in anderen Metropolen ist das Angebot dürftig - in vielen Großstädten ist nur zwei- oder dreimal am Tag ein Zug zu sehen.

Die Passagiere auf den Langstrecken haben beim Ticketkauf die Auswahl zwischen verschiedenen Serviceklassen, ähnlich wie bei Airlines. Die günstigste Klasse heißt “Coach”, hier gibt es je nach Distanz verschiedene Variationen. Die “Business Class” bietet ein erhöhtes Serviceniveau und etwas bequemere Sitze, auf Langstrecken gibt es dagegen einen “Sleeper Service”, der aus einem eigenen Abteil mit Betten und Verpflegung besteht. Eine “First Class” gibt es derzeit nur auf dem Acela Express zwischen Boston und Washington DC; diese bietet die bequemsten Sitze in separaten Waggons an.

Wer sich für eine Zugreise durch die USA entscheidet, kann einzelne Tickets im Reisebüro oder online kaufen. Amtrak bietet daneben auch ganze Urlaubs-Packages an, bei denen man zum Beispiel noch Hotels in Orten entlang der Strecke mit dazu buchen kann. Sollen mehrere, verschiedene Abschnitte per Eisenbahn erkundet werden, bietet es sich oft an, einen Rail Pass zu kaufen. Von diesen gibt es drei verschiedene Varianten mit 15, 30 oder 45 Tagen Gültigkeit und einer bestimmten Zahl an Segmenten, die man im gesamten Netz der Eisenbahngesellschaft fahren kann. Diese Rail Passes kauft man ebenfalls im Vorfeld und muss die einzelnen Coupons dann jeweils in Tickets für den gewünschten Streckenabschnitt umtauschen.

 

Einige beliebte Zugreisestrecken im Kurzporträt:

Acela Express
California Zephyr
Sunset Limited
The Crescent


 

 

 

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