Lage Osten von Pennsylvania
Einwohner 120.400
Gründungsjahr 1762

 

Allentown ist die nach Einwohnerzahlen drittgrößte Stadt in Pennsylvania und Mittelpunkt der am schnellsten wachsenden Region im Bundesstaat, dem Ballungsraum Lehigh Valley, zu dem auch die Nachbarstädte Bethlehem und Easton gehören und in dem insgesamt über 800.000 Menschen leben. Sowohl Philadelphia als auch New York City sind von hier aus in einer guten Autostunde erreichbar. Das Gebiet wird bedient vom Lehigh Valley Airport, von dem aus einige nationale Verbindungen angeboten werden, unter anderem nach Atlanta und Chicago.

Im Jahr 1736 wurden riesige Ländereien in Pennsylvania, darunter das Gebiet des heutigen Allentown, von den dort lebenden Indianervölkern den Söhnen von William Penn, dem Gründer der Kolonie Pennsylvania, im Austausch gegen Gegenstände wie Schuhe, Scheren oder Messer überlassen. Penns Söhne wiederum teilten das Land unter Interessenten auf und so erwarb der wohlhabende Geschäftsmann und spätere Bürgermeister von Philadelphia, William Allen, 1736 ein Grundstück von etwa 20 km² Größe, auf dem er ein Jagd- und Gästehaus errichten ließ. 1762 entwarf Allen einen Plan für den Bau einer Stadt, die sich jedoch nur langsam entwickelte – erst 1811 erfolgte die Gründung der Stadt. Diese hieß offiziell Northamptown, wurde aber von den Menschen häufig als “Allentown” bezeichnet, 1838 erfolgte die Umbenennung. Zuvor aber noch hatte sich der Ort einen Eintrag in die amerikanischen Geschichtsbücher verdient: Als im Unabhängigkeitskrieg die Einnahme Philadelphias durch die Briten unmittelbar bevorstand, wurde die berühmte Liberty Bell, Symbol der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, aus der Stadt heraus gebracht und in Northamptown versteckt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebte die Stadt ihre bedeutendste Entwicklungsphase, als in Folge der Industrialisierung und des Baus des Lehigh Canals für die Binnenschifffahrt viele neue Firmen entstanden, darunter Eisenwerke und später Textilfabriken. Der Niedergang dieser Industrien sorgte dann im 20. Jahrhundert für eine wirtschaftliche Krise mit hoher Arbeitslosigkeit.

Die Story mit der Liberty Bell zieht auch heute noch Besucher an. Seit 1962 besteht das Liberty Bell Museum im Gebäude der United Church of Christ (622 West Hamilton Street, geöffnet Montag-Samstag 12-16 Uhr), in der sie damals vor den Kriegsgegnern versteckt worden war. Das Museum beschäftigt sich mit der Geschichte der Glocke, aber auch allgemein mit Werten wie Freiheit und Patriotismus. Das Kirchengebäude selbst stammt aus dem Jahr 1762 und ist somit eines der ältesten Bauwerke in Allentown. Das älteste von allen ist allerdings Trout Hall (414 West Walnut Street), das 1770 fertiggestellt wurde und als Sommerhaus eines der Söhne von William Allen diente. Heute steht das Gebäude auf der Denkmalschutzliste und beherbergt ein Museum, das von der historischen Gesellschaft des Lehigh County betrieben wird. Daneben gibt es in der Stadt noch zahlreiche weitere historische Gebäude zu sehen, besonders in den Vierteln Old Allentown und West Park. Ebenfalls zu den älteren Bauwerken Allentowns gehört die 1896 eröffnete Miller Symphony Hall (North 6th Street). Das Aufführungsgebäude wurde ursprünglich als Markthalle erbaut, aber schon wenige Jahre nach der Eröffnung zu einem Theater umgewandelt. Neben dem heimischen Sinfonieorchester treten hier, vor bis zu 1200 Zuschauern, auch verschiedene Theater- und Tanzkompanien regelmäßig auf.

Als ehemalige Markthalle befindet sich die Symphony Hall im Zentrum der Stadt, das hier als Center City bezeichnet wird. Dieser Innenstadtbereich wurde zuletzt einer umfassenden Revitalisierung unterzogen; unter anderem bekam die Stadt dabei 2014 eine neue Sportarena, das PPL Center (701 Hamilton Street), die auch für Konzerte genutzt wird und bis zu 10.500 Zuschauern Platz bietet. Das Hallenstadion ist Heimat des Eishockeyteams Lehigh Valley Phantoms aus der American Hockey League. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten gehört das Allentown Art Museum (North 5th Street, geöffnet Mittwoch-Samstag 11-16Uhr, donnerstags bis 20 Uhr, Sonntag 12-16 Uhr). Zur dauerhaften Ausstellung zählen verschiedene Kunstrichtungen, darunter amerikanische Malerei, dekorative Kunst und textile Gestaltungsformen. Das Museum wurde 1936 von einer Gruppe um den Maler Walter Emerson Baum gegründet und besitzt heute rund 13.000 Kunstwerke in seiner Sammlung.

Hervorzuheben sind zudem die zahlreichen Grünanlagen im Stadtgebiet, von denen manche vom aus Allentown stammenden Geschäftsmann Harry Clay Trexler finanziert wurden und seit seinem Tod 1933 von einer von ihm gegründeten Stiftung gepflegt werden. Viele der Parks verfügen dabei über jeweils individuelle Highlights; so hat der Bicentennial Park ein kleines Baseball-Stadion und der Lehigh Parkway wird zur Weihnachtszeit festlich beleuchtet. Hier befindet sich auch das Museum of Indian Culture (2825 Fish Hatchery Road), das die Geschichte einst in der Region lebender Indianervölker nachzeichnet. Der Mittelpunkt des Cedar Creek Parks wiederum ist der Lake Muhlenberg; ein See, an dem geangelt werden kann und der zudem Heimat mehrere Vogelarten ist.