Bilder vom Antelope Canyon zählen nicht nur zu den schönsten vom amerikanischen Südwesten überhaupt, sie sind außerdem zu einem Wiedererkennungsmerkmal Arizonas geworden. Dabei bleibt diese Sehenswürdigkeit, gelegen in der Nähe der kleinen Stadt Page im Norden Arizonas an der Grenze zu Utah, vielen Besuchern verborgen. Das liegt zum einen an der Tatsache, dass die Bilder des Slot Canyons wesentlich bekannter sind als ihr Name, zum anderen daran, dass sich das Naturwunder im Besitz der Navajo befindet und diese sowohl gesalzene Eintrittspreise verlangen als auch den Zugang streng reglementieren. Der Zutritt zum Canyon, der als Navajo Tribal Park organisiert ist, darf ausschließlich in Begleitung von Navajo-Führern erfolgen; wer nicht zum Navajo-Volk gehört, darf das Gelände nicht allein betreten. Eine Handvoll Anbieter gibt es, mit denen man den Antelope Canyon erkunden kann. Die Touren starten in Page oder direkt vor Ort; zu den beliebtesten Reisezeiten sind Vorabreservierungen zu empfehlen.

Der Antelope Canyon wurde nach einer Herde Antilopen benannt, die in der Gegend gelebt haben sollen. In der Sprache der Navajo allerdings hat das Naturwunder einen anderen Namen, der so viel wie “der Ort, wo das Wasser durch den Felsen läuft” bedeutet. Den Navajo zufolge ist das Betreten des Canyons eine spirituelle Erfahrung, auf die man sich mit allen Sinnen einlassen sollte. Genau genommen gibt es zwei Canyons, den Upper Antelope Canyon und den Lower Antelope Canyon. Für beide ist separat Eintritt zu entrichten. Beide entstanden durch die Erosion des Sandsteins durch Sturzfluten, die durch monsunartige Regenfälle entstanden. Solche kommen auch heute noch gelegentlich vor, zu diesen Zeiten wird das Naturdenkmal dann geschlossen.

Das Wasser hat nicht nur die Canyons selbst in den Felsen gegraben, sondern auch dafür gesorgt, dass die Felswände mit faszinierenden Linien und verschiedenen Abstufungen von Rottönen versehen sind. Gemeinsam mit dem durch schmale Spalten hereinfallenden Sonnenlicht ergeben sich so faszinierende Effekte, die schon in Tausenden Fotos festgehalten worden sind. Die beste Zeit, um eindrucksvolle Fotos zu schießen, ist die Mittagszeit von März bis Oktober, wenn das senkrecht einfallende Sonnenlicht bis zum Boden des Canyons reicht – dann allerdings sind natürlich auch die meisten Besucher vor Ort.

Wer eine der Touren mit Geländewagen gebucht hat, wird direkt zum Eingang des Upper Canyon auf einer Höhe von 1200 Metern über dem Meeresspiegel gebracht, der Einstieg erfolgt hier ebenerdig und ist daher relativ einfach. Es gilt dann eine maximal erlaubte Aufenthaltszeit von zwei Stunden. Der Einstieg in den einige Kilometer entfernten Lower Antelope Canyon ist etwas schwieriger und erfolgt über einen recht engen Felsspalt und Stahltreppen. Der untere Canyon ist nicht ganz so tief wie der obere und enger als dieser, dafür aber deutlich länger. Auch hier gilt ein Zwei-Stunden-Limit.

Darüber hinaus gibt es in der Umgebung noch einige andere interessante Stellen zu besichtigen; alle Abschnitte des Tribal Parks sind aber nicht auf eigene Faust erkundbar. Besucher berichten von immer neuen Versuchen der Navajo, Geld zu verdienen und so werden einige eher unbedeutende Slot Canyons in der Nähe zu einzigartigen Naturwundern deklariert, ohne dass diese den Vergleich mit den Antelope Canyons bestehen können.