Viele der amerikanischen Nationalparks zählen zu den beliebtesten und berühmtesten Reisezielen des Landes. Die Parks sollen natürliche oder landschaftliche Flächen bewahren und schützen, sie aber zugleich auch der Öffentlichkeit zum Zweck von Freizeit und Bildung zugänglich machen. Oftmals sind einzelne Bereiche innerhalb der Nationalparks unter einen strengeren Schutz gestellt.

Es gibt allerdings noch zahlreiche weitere Naturschutzgebiete in den USA, die nicht als Nationalpark ausgewiesen sind, sondern eine andere Bezeichnung tragen. Die verschiedenen Arten von Schutzgebieten unterscheiden sich dabei in ihrem Zweck, in der Intensität des Naturschutzes und danach, welcher Behörde das Gebiet unterstellt ist. So werden zum Beispiel die Nationalparks vom National Park Service verwaltet, während National Monuments teilweise auch von der nationalen Forstbehörde (US Forest Service), der Ozeanographiebehörde (NOAA) oder anderen Stellen verwaltet werden.

Alle diese Verwaltungseinheiten sind aber nationale Behörden und Schutzgebiete können vom Präsidenten oder vom Kongress festgelegt werden. Ebenso ist es möglich, dass sich der Status eines Gebiets ändert, etwa vom National Monument zum National Park. Zusätzlich zu diesen Schutzgebieten nach nationalem Recht gibt es noch eine Vielzahl von Gebieten, die von den Bundesstaaten (z.B. State Parks) oder von regionalen oder städtischen Verwaltungen unter Schutz gestellt worden sind.


Kategorien von Naturschutzgebieten in den USA

National Park
Im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung stellen Nationalparks keineswegs die höchste Schutzstufe dar. Vielmehr sind sie diejenigen Einheiten, die geschützte Gebiete und Freizeitwert am ehesten miteinander vereinen. Es gibt derzeit 63 Nationalparks in den USA, die in 30 Bundesstaaten zu finden sind.

National Preserve
Mehrere der 21 National Preserves in den USA grenzen an Nationalparks. Im Unterschied zu diesen ist hier aber unter Auflagen meist ein gewisser Grad an Jagd, Ressourcenabbau und Beweidung zulässig.

National Seashore / National Lakeshore
In den USA gibt es insgesamt 13 geschützte Küstenabschnitte, von denen sich drei an den Großen Seen befinden. Von den National Seashores liegen neun am Atlantik, zwei am Golf von Mexiko und einer am Pazifik. Die Strandnutzung ist in den Gebieten möglich, sie bewahren in der Regel sensible Naturräume im Hinterland.

National Forest
Zwar werden insgesamt 154 verschiedene Nationalwälder unterschieden, tatsächlich sind viele davon aber gemeinsam verwaltete, zusammenhängende Abschnitte. Privatleute können in diesen Gebieten mit einer speziellen Erlaubnis für den Eigengebrauch Holz schlagen.

National Grassland
Ebenso wie Nationalwälder sollen auch National Grasslands in erster Linie den Bestand der betreffenden Gebiete gewährleisten, während eine Nutzung etwa für Jagd oder als Weideland erlaubt ist. Die insgesamt 20 National Grasslands befinden sich zum größten Teil in den Great Plains.

National Monuments
Insgesamt gibt es 138 National Monuments in den USA, allerdings sind nicht alle davon Naturschutzgebiete. Die Bezeichnung wird auch für die Bewahrung historischer oder kultureller Andenken genutzt, so ist zum Beispiel auch Liberty Island mit der Freiheitsstatue ein National Monument. Sie können sowohl durch einen Beschluss des Kongresses als auch durch eine Proklamation des Präsidenten eingerichtet werden.

National Conservation Area
Die meisten der 19 unter dieser Bezeichnung geführten Schutzgebiete befinden sich im Südwesten der USA. Sie werden vom Bureau of Land Management (BLM) verwaltet und haben einen hohen Schutzstatus. So ist etwa das Befahren mit Fahrzeugen in der Regel untersagt.

Wilderness Area / Wilderness study area
Ausgewiesene Wildnisgebiete sind solche, die von menschlichem Einfluss freigeblieben sind, in denen es also zum Beispiele keine Straßen gibt. Eine Nutzung zu Freizeitzwecken ist nur gestattet, wenn keine Spuren zurückbleiben, also etwa in Form von Wandern oder Campen. Viele der mehr als 800 Wilderness Areas befinden sich innerhalb von Nationalparks. Wilderness study areas sind solche, für die geprüft wird, ob sie zur Wilderness Area ernannt werden können.

National Wild and Scenic Rivers
Seit 1968 schützt diese Bezeichnung das freie Fließen und die schonende Nutzung der Ufer von Flussabschnitten. Die Freizeitnutzung ist möglich, der Bau von Dämmen oder der Abbau von Ressourcen am Ufer aber nicht. Insgesamt sind gut 20.000 Kilometer an über 200 Flüssen auf diese Art geschützt.

National Marine Sanctuary
Obwohl die unter dieser Bezeichnung geführten Meeresschutzgebiete ausdrücklich die Ökologie bewahren sollen, ist in ihnen dennoch oft Fischerei und Freizeitnutzung gestattet. In den USA gibt es 18 dieser Sanctuaries, die zusammen rund 2 Millionen Quadratkilometer Fläche umfassen.

National Estuarine Research Reserve
Der Fokus dieser Gebiete an Meeres- und Seeufern liegt auf Forschung und Bildung, es werden aber auch Maßnahmen zum Erhalt der Ökosysteme umgesetzt. In den USA gibt es insgesamt 30 solcher Gebiete.

National Wildlife Refuge
Knapp 3,5 Mio. km² Fläche in mehr als 900 Gebieten stehen als National Wildlife Refuge unter Schutz. In ihnen werden Maßnahmen ergriffen, um die Ökosysteme zu erhalten oder wiederherzustellen. Der Schutz bedrohter Arten hat dabei hohe Priorität. Dennoch sind in vielen dieser Gebiete auch Jagen und Fischen in kontrolliertem Umfang erlaubt.


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