Kein Land der Welt importiert so viele Güter wie die USA: Zwar gehört das Land auch zu den Top-Exportländern, doch insgesamt ist seit mehr als 40 Jahren der Wert der importierten Güter höher als der der exportierten. Für 60 Länder der Erde sind die USA mit ihrem größten Binnenmarkt der Welt der wichtigste Exportmarkt. Unternehmen aus aller Welt versuchen, auf dem amerikanischen Markt Fuß zu fassen, weil hier so viele Käufer zu erreichen sind und weil die Kaufkraft der Kunden besonders hoch ist. Zwar sind viele ausländische Firmen dazu übergegangen, ihre Produkte dann auch gleich in den USA fertigen zu lassen – dazu gehören zum Beispiel BMW und Mercedes, die sogar aus den USA heraus gebaute Fahrzeuge exportieren -, doch viele andere führen ihre Produkte aus dem Ausland ein.

Dieses jährliche Übergewicht der Einfuhren in der Handelsbilanz führt zu einem steigenden internationalen Schuldenstand der USA, aber auf der anderen Seite auch zu einer weltweiten Verbreitung und damit Stabilisierung des US-Dollars. Betrachtet man den Außenhandel der USA nach Warengruppen, so fällt auf, dass vor allem Fertigprodukte wie Kleidung, Maschinen oder elektronische Geräte importiert werden, während bei Nahrungsmitteln oder Agrarprodukten, aber auch bei Rohöl ein Plus erwirtschaftet wird. Betrachtet man nur Dienstleistungen, erwirtschaften die USA Jahr für Jahr einen soliden Überschuss. Dennoch haben die USA gegenüber zahlreichen anderen Ländern ein Handelsdefizit, importieren von dort also regelmäßig mehr als dass sie dorthin exportieren. Die größten Defizite in dieser Hinsicht haben die USA gegenüber China und der Europäischen Union.
Mit Mexiko und Kanada besteht die nordamerikanische Freihandelszone NAFTA, darüber hinaus haben die USA bilaterale Freihandelsabkommen mit anderen Staaten der Welt, zum Beispiel mit Australien, Israel, Marokko, Südkorea und einigen südamerikanischen Staaten. Die USA sind lange für den Wegfall von Handelsbegrenzungen eingetreten, schlossen Freihandelsabkommen mit Pazifikanrainerstaaten (TPP) und planten dasselbe auch für den Handel mit der EU (TTIP). Unter Präsident Trump allerdings wurde diese Politik ab 2017 umgekehrt. Das Abkommen TPP wurde aufgekündigt, NAFTA in Frage gestellt und die Verhandlungen mit der EU auf Eis gelegt.

Die Europäische Union ist, wenn das gesamte Handelsvolumen berechnet wird, der wichtigste Handelspartner der USA; betrachtet man Einzelstaaten, so sind China, Kanada, Mexiko, Japan und Deutschland die bedeutendsten Partner des Landes. Das gesamte internationale Handelsvolumen der USA hat jährlich einen Umfang von mehr als 3,6 Billionen Dollar.

Die folgenden Übersichten zeigen die Nationen mit dem höchsten Volumen im internationalen Handel mit den USA im Jahr 2016.
Quelle: www.census.gov

 

Export nach Wert in Mrd. $ Import aus Wert in Mrd. $
Europäische Union 270,3 China 462,8
Kanada 266,8 Europäische Union 416,7
Mexiko 231,0 Mexiko  294,2
China 115,8 Kanada 278,0
Japan 63,3 Japan 132,2
Großbritannien 55,4 Deutschland 114,2
Deutschland 49,4 Südkorea 69,9
Südkorea 42,3 Großbritannien 54,3
Niederlande 40,4 Frankreich 46,8
Hong Kong 34,9 Indien 46,0
Belgien 32,3 Irland 45,5
Frankreich 30,9 Italien 45,2
Brasilien 30,3 Vietnam 42,1
Singapur 26,9 Taiwan 39,3
Taiwan 26,0 Malaysia 36,7
Schweiz 22,7 Schweiz 36,4
Vereinigte Arabische Emirate 22,4 Thailand 29,5
Australien 22,2 Brasilien 26,2
Indien 21,7 Israel 22,2
Saudi-Arabien 18,0 Indonesien 19,2