Washington Monument
Von den zahlreichen Denkmälern im ganzen Land, die dem großen George Washington gewidmet wurden, war das in Baltimore das erste, das geplant wurde. Zu finden im Stadtteil Mount Vernon nördlich von Downtown und umgeben von sehenswerten Wohnhäusern aus dem 19. Jahrhundert und mehreren kleinen Parks, wurde das 54 Meter hohe Monument 1829 fertiggestellt, auf der Spitze befindet sich ein Standbild des Generals und US-Präsidenten, ebenso aus Marmor gefertigt wie der Rest des Turms. Die benötigten Steine stammten aus einem Steinbruch in der Region.
Wer die schöne Aussicht auf die Stadt genießen wollte, musste mehr als 220 Treppenstufen bewältigen, doch seit Mitte 2010 ist das Bauwerk aus Sicherheitsgründen geschlossen. In der Adventszeit wird das Denkmal festlich beleuchtet. Im Sockel des Bauwerks befindet sich ein kleines Museum.
Ursprünglich war ein anderes, ausgefeilteres Design mit vielen Verzierungen für den Turm vorgesehen, doch finanzielle Beschränkungen warfen die Planungen über den Haufen. Der eigentlich geplante, schmiedeeiserne Zaun wurde so erst 1838 nachträglich hinzugefügt – und bereits mehrmals von unachtsamen Autofahrern beschädigt.
In der Umgebung des Washington Monuments befinden sich einige Restaurants, der Inner Harbor ist von hier aus zu Fuß gut erreichbar.
699 North Charles Street

 

Inner Harbor
Baltimores Hafen ist der wahrscheinlich meistfotografierte Ort der Stadt und ein Anziehungspunkt für die meisten Touristen, die hierher kommen. Neben den schönen Aussichten zeichnen dafür die zahlreichen Läden und Restaurants sowie die Museen verantwortlich, die sich in diesem Bereich befinden. Darüber hinaus starten von hier aus die Wassertaxis zum Fort Henry. Die Bezeichnung “Inner Harbor” wird dabei nicht nur für die Wasserfläche genutzt – die aus einem Seitenarm des Patapsco Rivers besteht – , sondern auch für das umgebende Stadtviertel.
Der Inner Harbor wurde nie im großen Stil für den Transport von Gütern benutzt, sondern wurde schon früh als Ausflugsziel und Touristenattraktion konzipiert. In den 50er Jahren wurden die nicht mehr genutzten Hafenanlagen und Lagerhäuser abgerissen. Zunächst errichtete man große Grünflächen an deren Stelle, doch schon bald kamen moderne Hotel- und Bürogebäude hinzu. Der Wandel, den das Viertel durchlebte, gilt bis heute als Musterbeispiel einer gelungenen Revitalisierung einer städtischen Fläche. Insbesondere zwischen 1976 und 1980 entstanden zahlreiche Attraktionen für Einheimische und Besucher, darunter das National Aquarium und das neue Kongresszentrum. In einer weiteren Entwicklungsphase entstanden zuletzt in einem Randbereich zahlreiche Wohn- und Bürogebäude. Ein paar Schritte entfernt liegt ein Einkaufszentrum mit einigen Boutiquen.
Im Hafenbecken neben den Gebäuden liegt mit der USS Constellation eine weitere Sehenswürdigkeit. Das 1854 vom Stapel gelaufene dreimastige und 55 Meter lange Segelschiff diente der US Navy schon während des Bürgerkriegs, währenddem sie mehrere Schiffe mit Sklaven aus Afrika stoppen konnte und später noch einmal während des Zweiten Weltkriegs, bevor es 1955 außer Dienst gestellt wurde und fortan als Museumsschiff fungierte. Sie ist eines der ältesten noch erhaltenen Schiffe der amerikanischen Marine.

 

National Aquarium
Das 1981 eröffnete Aquarium empfängt jährlich rund 1,5 Millionen Besucher und ist mit seinen über 16.000 Lebewesen aus rund 650 Arten eines der größten Aquarien des Landes. Es ist wiederholt von verschiedenen Publikationen als besonders sehenswerte Attraktion ausgezeichnet worden. Die intelligente Architektur des Gebäudes leitet Besucher durch die verschiedenen Themenbereiche auf insgesamt fünf Ebenen.
Die Ausstellung ist in mehrere thematisch bestimmte Abschnitte unterteilt, so gibt es zum Beispiel den Bereich “tropischer Regenwald” oder den Nachbau eines Korallenriffs. Zu sehen gibt es unter anderem auch Haie und Delfine, die zum großen Teil hier im Aquarium geboren wurden. Insgesamt erstreckt sich die Ausstellungsfläche über fünf Stockwerke, zusätzlich sind die Meeressäuger und der Bereich “Australien” in separaten Gebäuden untergebracht. Auch einige Reptilien zählen zum Bestand. Schon im Eingangsbereich finden Besucher die Rekonstruktion eines Flusslebensraums in Maryland inklusive eines elf Meter hohen Wasserfalls. Das National Aquarium von Baltimore betreibt seit dem Jahr 2003 auch die gleichnamige, allerdings kleinere Einrichtung im benachbarten Washington DC.
501 East Pratt Street

 

Harborplace
Als Mittelpunkt des Freizeit- und Erlebnisgeländes am Inner Harbor gilt der 1980 eröffnete, aus drei Gebäuden bestehende Harborplace. In den drei Pavillons sind jeweils mehrere Restaurants und Geschäfte untergebracht, in vielen davon werden Souvenirs angeboten, weiterhin befindet sich hier ein Kuriositätenkabinett. Vor den Gebäuden befindet sich ein großer, einladender Platz direkt am Wasser, der mitunter für Veranstaltungen oder Live-Musik von lokalen Künstlern genutzt wird.

 

Maryland Science Center
Die Ausstellung für Naturwissenschaften befindet sich ebenfalls am Inner Harbor und gilt als eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Baltimores. Das Zentrum wurde 1976 eröffnet und im Jahr 2004 umfassend erweitert. Zu den Themen, denen man in der Ausstellung begegnet, gehören unter anderem der menschliche Körper, Raumfahrt und die heimische Natur der Chesapeake Bay. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Welt der Dinosaurier, unter anderem gibt es mehr als 20 Dinoskelette zu sehen. Ein separater Bereich ist speziell jüngeren Besuchern gewidmet, die im Kids Room auf interaktive Weise an die Wissenschaften herangeführt werden. Ein IMAX-Kino und ein Planetarium gehören ebenfalls zum Angebot, in einem Café werden Getränke und kleine Speisen serviert.
601 Light Street

 

Baltimore Museum of Industry
Einen Blick in die industrielle Geschichte der Stadt und der Region erlaubt dieses Museum, das 1977 auf Betreiben des damaligen Bürgermeisters und mit dem Ziel des Erhalts der Vergangenheit der Downtown eröffnet wurde. Untergebracht in einer ehemaligen Konservenfabrik, bietet das Museum unter anderem die Rekonstruktion einer Apotheke aus dem 19. Jahrhundert, einen Blick in eine Textilfabrik aus derselben Zeit und Exponate zur Schwerindustrie. Ebenfalls zur Ausstellung gehört ein historisches Schleppboot aus dem Hafen. Für Kinder werden gesonderte Führungen mit der Möglichkeit des interaktiven Erlebens angeboten.
1415 Key Highway

 

Fort McHenry
Das fünfeckige Fort wurde 1798 mit dem Ziel, den Hafen von Baltimore zu beschützen, errichtet. Ab dem Jahr 1812 führten die Amerikaner Krieg gegen die Briten, in dem es um die Loslösung der ehemaligen Kolonie vom europäischen Mutterland ging. Am 13. September 1814 griffen die Briten den Hafen von Baltimore an, der von den Soldaten im Fort McHenry erbittert – und schließlich erfolgreich – verteidigt wurde. Von einem in der Nähe liegenden, neutralen Schiff aus, wurde der Autor Francis Scott Key Zeuge des verzweifelten Verteidigungskampfes und als er am nächsten Morgen noch immer die amerikanische Flagge über dem Fort wehen sah, inspirierte ihn dies zum Verfassen des Gedichts ”The Star-Spangled Banner”, das heute der Text der amerikanischen Nationalhymne ist. Auch im Bürgerkrieg sowie im Ersten und Zweiten Weltkrieg wurde das Fort in unterschiedlichen Funktionen genutzt.
1925 wurde Fort McHenry zum nationalen Monument erklärt und wird heute von tausenden Besuchern im Jahr besichtigt. Die Verbindung zum Fort bilden Wassertaxis, die im Inner Harbor starten. Inklusive Hin- und Rückfahrt sollten Besucher etwa zwei Stunden für eine Besichtigung einplanen. Zu sehen gibt es neben der interessanten Architektur des Forts die ehemaligen Unterkünfte, den Wachtposten und einige Waffen und Uniformen aus der Geschichte des Bauwerks.
geöffnet täglich 8-17 Uhr

 

Camden Yards Sports Complex
Für Sportfans gibt es in Baltimore eine Sehenswürdigkeit, die zum Pflichtprogramm gehört. Der Komplex rund um die Sportstätten liegt zu Fuß etwa zehn Minuten vom Inner Harbor entfernt. Der Oriole Park at Camden Yards ist zwar mit einem Eröffnungsdatum von 1992 keines der historischen Stadien der Major League Baseball, doch es ist trotzdem eines der bekanntesten und beliebtesten der Liga. Die Baltimore Orioles, die hier zuhause sind, sind eines der traditionsreichsten Teams des Landes und das Stadion war bereits der Schauplatz etlicher historischer Meilensteine in der Geschichte des Spiels und weist einige Besonderheiten auf. So werden die Landepunkte von Homeruns, die über die Stadionmauern auf die davor liegende Eutaw Street fliegen, dort mit einer kleinen Plakette markiert und ein altes Lagerhaus, das zuvor auf dem Platz gestanden hatte, wurde renoviert und in die Stadionstruktur eingebunden. Oriole Park diente als Muster für den Bau einiger später errichteter Stadien. Während der regulären Baseball-Saison von April bis September werden mehrmals täglich geführte Touren angeboten.
Weiterhin gehört zum Komplex das M&T Bank Stadium, Heimspielstätte des Footballteams der Baltimore Ravens aus der NFL. Das Stadion mit einer Kapazität von 71.000 Zuschauern wurde 1998 eröffnet und wird außerhalb der Football-Saison auch für Konzerte oder andere hochkarätige Sportveranstaltungen genutzt. Wegen seiner Ausstattung und leichten Zugänglichkeit ist das Stadion eines der beliebtesten bei den Fans der NFL.
Football und Baseball sind auch die Schwerpunkte des ebenfalls zum Gesamtkomplex gehörenden Sports Legends Museum, das als eine Art Ruhmeshalle für Sportler und Teams aus Baltimore und Maryland fungiert. Untergebracht in einem ehemaligen, 1857 errichteten Bahnhofsgebäude, wurde das Museum im Jahr 2005 eröffnet und dokumentiert die Geschichte der beliebtesten Sportarten in der Region.
Von dem Legens Museum unabhängig und drei Block entfernt wird das Babe Ruth Birthplace Museum in einem Reihenhaus betrieben (216 Emory Street), in dem Babe Ruth, der wahrscheinlich bekannteste Baseball-Spieler aller Zeiten, 1895 geboren wurde. Ruth hatte seine Karriere in Baltimore begonnen, hatte seine größten Triumphe allerdings mit den rivalisierenden New York Yankees errungen.

 

Edgar Allan Poe House and Museum
Der neben Babe Ruth wohl bekannteste Sohn der Stadt ist der Schriftsteller Edgar Allan Poe, nach dessen bekanntem Werk “The Raven” auch das Footballteam Baltimores benannt ist. Poe war in Boston geboren worden und zog nach Baltimore, als er etwa 23 Jahre alt war. Hier heiratete er seine Cousine Virginia, schrieb seine bekanntesten Werke und schließlich starb er auch in der Stadt in 1849. Das Haus, in dem er lebte, wurde zu einem kleinen Museum umgebaut, das Besucher in selbstgeführten Touren erkunden können.
203 Amity Street

 

City Hall
Das Rathaus und Sitz des Bürgermeisters sowie des Stadtrats von Baltimore liegt in der Innenstadt. Es wurde 1875 nach achtjähriger Bauzeit eröffnet. Sehenswert ist die in einem Barock-Revival-Stil gehaltene Fassade mit dem Mansarddach und der weithin sichtbaren, gusseisernen Kuppel. Für die City Hall werden keine Besichtigungen angeboten. Direkt vor dem Gebäude befindet sich ein kleiner Stadtpark namens War Memorial Plaza, wo sich die Statue “Negro War Heroes Monument” befindet und einige Bänke zum Verweilen einladen.
100 North Holliday Street

 

The Maryland Zoo
Ehemals als Baltimore Zoo bekannt, blickt der Tierpark der Stadt auf eine mehr als 140 Jahre lange Geschichte zurück. Der Zoo, in dem rund 2000 Tiere aus zahlreichen Arten leben, liegt im Druid Hill Park. Diese 1860 eröffnete städtische Grünanlage, mehr als 300 Hektar groß, zählt zu den ältesten Stadtparks der USA und enthält Denkmäler, Sportfelder und einen See und wird gelegentlich für Großveranstaltungen genutzt.
Der Zoo zeigt vor allem Tiere aus Afrika, darunter Giraffen, Löwen und Leoparden. Daneben gibt es einen Einblick in die heimische Tierwelt im Bereich “Maryland Wilderness” und weitere Tiere wie Eisbären und einen 2014 eröffneten Bereich für Pinguine. Durch den Zoo kreuzt eine historische Miniatur-Eisenbahn und es gibt einen Streichelzoo. Kinderwagen können vor Ort ausgeliehen werden. Die Parkplätze sind kostenlos, im Sommer gibt es aber auch einen kostenlosen Shuttle-Bus, der vom Visitor Center am Inner Harbor aus abfährt.
Druid Park Lake Drive