Lage Südliche Mitte von Montana
Höhenlage 950 m über NN
Einwohner 111.200
Gründungsjahr 1877

 

Noch vor nicht allzu langer Zeit war Billings eine über die Grenzen Montanas hinaus eher wenig beachtete Stadt. Zwar ist die selbst ernannte Magic City die größte Stadt Montanas und das wirtschaftliche Zentrum des Bundesstaats sowie Mittelpunkt des bedeutendsten Ballungsraums zwischen Denver, Calgary und Spokane, doch die Stadt war eher für seine sehenswerte Umgebung bekannt als für seine Dynamik. Das änderte sich zuletzt: Billings und das Umland erleben seit einiger Zeit ein schnelles Wachstum, nicht zuletzt dank großer Ölfunde in der Region und kam als eine von wenigen Orten in Amerika unbeschadet durch die Krisenjahre ab 2008. Die positiven Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit gingen dabei keineswegs mit dem Verlust der Identität einher.

Lange Zeit war die Region von den Crow-Indianern bewohnt, die wenig Kontakte zu Weißen hatten. Auch als 1806 William Clark mit seinem Expeditionsteam hierher kam, änderte sich das zunächst nicht. Erst später entstand an der Stelle des heutigen Billings eine Art Transportzentrum für die Bergbaustätten in der Nähe. Der so entstehende Ort bestand zunächst hauptsächlich aus provisorischen Unterkünften und trug den Namen Coulson. Zunächst wurden die benötigten Güter über Boote angeliefert, doch als die Eisenbahn damit begann, in die Region zu expandieren, wurde 1882 nur einen Steinwurf von Coulson entfernt ein neuer Ort gegründet – Billings, so benannt nach dem Präsidenten der Eisenbahngesellschaft. Die neue Stadt war erfolgreich und zählte schon nach kurzer Zeit rund 2000 Einwohner. Im Jahr 1910 waren es rund 10.000, im Jahr 1930 dann mehr als 30.000 Einwohner. Bei der Volkszählung 2000 waren es dann erstmals mehr als 100.000 Menschen, die in Billings gezählt wurden.

Schon früh hatte sich Billings als Zentrum der Transport- und Energiewirtschaft positioniert. Noch heute sorgen die Kohle-, Öl- und Gasfelder in der Umgebung für zahlreiche Arbeitsplätze, tausende weitere sind im Groß- und Einzelhandel zu finden, denn dank der fehlenden Verkaufssteuer in Montana wird hier auch ein großer Teil des Handels für benachbarte Bundesstaaten abgewickelt. Als Knotenpunkt mehrerer Eisenbahnlinien und als Standort eines vergleichsweise gut angebundenen Flughafens dient Billings daneben noch immer als Transportzentrum.

Der Bedeutung der Eisenbahn für Entstehung und Entwicklung der Stadt entsprechend zählt das Billings Depot zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Das historische Bahndepot (North 23rd Street und Montana Avenue) wurde 1882 erbaut und ist damit eines der ältesten Gebäude der Stadt. Der letzte Zug hielt hier im Oktober 1979, heute ist das Billings Depot ein Veranstaltungszentrum, das auch gern als Kulisse für Hochzeiten gebucht wird. Wenn Platz für mehr Zuschauer benötigt wird, steht die Rimrock Auto Arena (308 Sixth Avenue) zur Verfügung. Das 1975 eröffnete Gebäude ist multifunktional und dient unter anderem als Schauplatz für Sport- und Konzertveranstaltungen. Auf dem Gelände rund um die Arena, in der bis zu 12000 Zuschauer Platz finden, findet jährlich im August die MontanaFair statt, eine Art Landesausstellung mit Volksfestcharakter.

Noch mehr typisches aus dem Westen finden Besucher im Western Heritage Center (2822 Montana Avenue, geöffnet Dienstag-Samstag 10-17 Uhr). Das 1971 eröffnete Zentrum hat sich auf die Bewahrung und Ausstellung der Kultur des amerikanischen Westens spezialisiert und bietet Veranstaltungen in diesem Bereich an. Daneben gibt es ein Museum, in dem von den Ureinwohnern bis zur Dude Ranch alle Aspekte des Lebens in Montana ihre Erwähnung finden. Etwa einstündige, geführte Touren sind verfügbar. Ausschließlich um Kunst geht es im Yellowstone Art Museum (401 North 27th Street, geöffnet Dienstag-Samstag 10-17 Uhr, Donnerstag und Freitag bis 20 Uhr, Sonntag 11-16 Uhr), das 1964 in einem ehemaligen Gefängnis eröffnet wurde. Die ständige Ausstellung beinhaltet einen Bereich für Kunst aus Montana, zu dem fast 2000 Exponate gehören. Andere Teile der Ausstellung sind zum Teil aus Privatkollektionen übernommen worden, darunter auch eine Sammlung mit abstrakter Kunst. Im Museum befindet sich ein Café mit Getränken und kleinen Speisen. Noch mehr Kultur bieten mehrere in Billings beheimatete Theaterkompanien, daneben gibt es ein Symphonieorchester und eine Oper.

Ebenfalls interessant für viele Besucher ist der ZooMontana (2100 South Shiloh Roda, täglich zu wechselnden Zeiten geöffnet). Der 28 Hektar große Tierpark besteht seit 1995 und ist der einzige in Montana. Mit knapp 60 Arten und einer überschaubaren Zahl von Tieren zählt er zu den kleinsten Zoos des Landes, dank des über das Gelände fließenden Baches Canyon Creek ergibt sich aber eine erlebenswerte Parklandschaft. Zu sehen gibt es Tiere aus Asien, darunter der rote Panda und der sibirische Tiger und aus Nordamerika, unter anderem Wölfe, Otter und Grizzlybären. Ergänzt wird das Angebot von einem botanischen Garten.
Noch näher zur Natur gelangt, wer eines der Ausflugsziele außerhalb der Stadt besucht. Zu diesen gehört der Pictograph Cave State Park (3401 Colburn Road). Dieser umfasst drei Höhlen, die ab 1938 erschlossen worden waren, wobei zahllose archäologische Funde von tierischen Überresten gemacht wurden. Außer diesen jedoch entdeckte man auch eine Vielzahl indianischer Felszeichnungen, die zwischen 2000 und 3500 Jahre alt sind und allein durch die Vielfalt ihrer Motive einen Eindruck davon vermitteln können, wie die Ureinwohner hier einst gelebt haben. Ein Besucherzentrum informiert über den State Park. Der gemessen an den Besucherzahlen beliebteste aller State Parks in Montana ist allerdings der Lake Elmo State Park rund 10 Autominuten außerhalb der Stadt. Der See im Mittelpunkt des Parks weist drei Strände auf, einen Spielplatz, Picknickplätze und einen Hundepark. Lake Elmo kann mit Kajaks, Kanus und Ruderbooten befahren werden, zum Schwimmen ist das auf 975 Metern Höhe gelegene Gewässer allerdings nur in wenigen Wochen des Jahres zu empfehlen.

Wer etwas weiter fährt, gelangt nach rund zweieinhalb Autostunden in südlicher Richtung zur Bighorn Canyon National Recreation Area nahe der Grenze zum benachbarten Wyoming. Der Bighorn River wird hier zu einem mehr als 100 Kilometer langen See mit zahlreichen Freizeitmöglichkeiten zu Wasser und zu Land aufgestaut. Näher an der Stadt gelegen, etwa eine halbe Stunde in Richtung Osten über den Interstate I-94, ist das Pompeys Pillar National Monument. Der etwa 45 Meter hohe, markante Felsen aus viele Millionen Jahre altem Sandstein befindet sich am Ufer des Yellowstone River. Er ist bekannt für seine zahlreichen indianischen Felszeichnungen, die teilweise mehrere tausend Jahre alt sind. Am meisten Aufmerksamkeit zieht aber in der Regel eine andere Inschrift auf sich, denn der Entdecker William Clark hat hier am 25. Juli 1806 seinen Namen in den Fels geritzt, während er auf seiner Expedition zur Erkundung des Westens war.