So steil fallen die Felswände ab, dass am Boden kaum noch Sonnenstrahlen ankommen. Black Canyon heißt die Schlucht aus diesem Grund, die der Gunnison River hier in das Gestein gefressen hat und die alle hundert Jahre etwa drei Zentimeter tiefer wird. Der Nationalpark, 1999 erst gegründet, umfasst nur einen Teil des gesamten Canyons, der insgesamt 53 Meilen lang ist und an die Curecanti National Recreation Area und an das Schutzgebiet Gunnison Gorge angrenzt.
Der Black Canyon of the Gunnison ist bis zu 555 Meter tief, an den Rändern ist er 345 Meter breit. Auf dem Boden dagegen, an der engsten Stelle, liegen nur etwa 12 Meter zwischen den Felswänden, die an der steilsten Stelle beinahe senkrecht mit einem Verhältnis von 45 Metern pro Kilometer in die Tiefe fallen.

Mehr als 200.000 Besucher zählt der Nationalpark im Westen Colorados pro Jahr. Der beliebtere Südeingang liegt etwa 25 Kilometer von dem Ort Montrose entfernt, während der im Winter geschlossene und schwerer erreichbare Nordeingang etwa 17 Kilometer von dem 300-Einwohner-Ort Crawford entfernt liegt.

Die meisten Besucher genießen den Blick in die Schlucht vom Scenic Drive aus, einer sieben Meilen langen Strasse am Südrand, die an 12 Aussichtspunkten vorbei führt. Eine bisweilen sehr steile, gefährliche Strasse, die East Portal Road, führt zum Gunnison River herunter. Über mitunter mögliche Straßensperrungen informiert das Visitor Center am Südrand. Hier gibt es auch eine kleine Ausstellung über Geschichte und Natur des Gebiets, Broschüren und Informationen zu den sonstigen Freizeitmöglichkeiten im National Park.

Zu diesen zählt in erster Linie das Klettern, das allerdings nur erfahrenen Kletterern zu empfehlen ist. Um die steilen Wände zu bezwingen, ist eine kostenlose Erlaubnis (permit) im Visitor Center einzuholen. Dasselbe gilt für das Kajakfahren, was ebenfalls nur Fortgeschrittenen zu empfehlen ist. Zum Angeln benötigt man einen vom Bundesstaat Colorado ausgestellten Angelschein. Wer innerhalb des Parks campen möchte, kann dies an mehreren Stellen tun, dies ist allerdings kostenpflichtig. Ansonsten gibt es zum Beispiel in Montrose einige Hotels.

Ganz verwegene und vor allem erfahrene Outdoor-Fans widmen sich im Canyon dem Rafting, allerdings nicht innerhalb des Nationalparks, da die Stromschnellen dort zu gefährlich sind. Etwas unterhalb, innerhalb der Gunnison Gorge Conservation Area, ist das Wasser immer noch gefährlich, hier aber bieten einige Firmen Raftingtouren an. So bleibt es innerhalb des National Parks in erster Linie bei etwas ruhigeren Betätigungen. Wandern ist eine beliebte Beschäftigung – es gibt Strecken entlang der Ränder des Canyon, geübte Wanderer können sich aber auch auf eigene Faust nach unten wagen. Besonders im Winter sollte man dies jedoch nicht ohne entsprechende Ausrüstung angehen. Wer das tut, hat eventuell die Gelegenheit, die im Nationalpark lebenden Tiere zu entdecken. Neben Hirschen und Adlern gibt es unter anderem auch Kojoten und Wapitis in dem Gebiet.