Einwohner 256.900
Lage Westen New Yorks, Grenze zu Kanada
Beiname The City of Good Neighbors

 

Buffalo ist die zweitgrößte Stadt des Bundesstaats New York und das Zentrum der Region, die allgemein als “Upstate” bezeichnet wird. Die Lage der Stadt an den wichtigen Schifffahrtswegen des Lake Erie und des Niagara Rivers sorgte dafür, dass sie nach ihrer Gründung schnell an Bedeutung für den Handel gewann. Mitte des 20. Jahrhunderts hatte Buffalo mit einer Einwohnerzahl von über 580.000 den Höhepunkt seiner Entwicklung erreicht, doch die wirtschaftlichen Veränderungen der dann folgenden Jahrzehnte haben ihre Spuren hinterlassen.

Als Geburtsstunde der Stadt betrachtet man heute das Jahr 1804, als die Holland Land Company weite Teile dessen kaufte, was heute der westliche Teil des Bundesstaats ist und der Agent der Firma ein erstes Netz aus Straßen anlegte – in einer Region, in der die Irokesen zu Hause waren. Trotz eines verheerenden Angriffs der Briten auf die junge Stadt während des Krieges 1813 gelang Buffalo ein schneller Aufstieg, was vor allem auch der Eröffnung des Erie-Kanals 1825 zu verdanken war. Mit einer schnell gewachsenen Bevölkerung erhielt Buffalo 1832 das Stadtrecht und in den Folgejahren etablierte sich die Stadt als bedeutender Knotenpunkt für Handel und Transport. Bis 1865 war die Einwohnerzahl bis auf 94.000 gestiegen, denn vor allem die hier angesiedelte Schwerindustrie sorgte hier inzwischen für viele sichere Arbeitsplätze. Der Trend setzte sich bis zur Jahrhundertwende fort; Buffalo gehörte zu den ersten Orten, in denen aus Wasserkraft erzeugte Energie industriell genutzt wurde. 1901 fiel der amtierende US-Präsident William McKinley in Buffalo einem Attentat zum Opfer, er starb wenige Tage später. Nachfolger Theodore Roosevelt legte seinen Amtseid ebenfalls in Buffalo ab. Die Stadt erlebte bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts weiteres Wachstum, doch mit der Eröffnung des Sankt-Lorenz-Seewegs 1957 begann sich das Blatt zu wenden. Plötzlich führten die wichtigsten Verkehrswege an der Stadt vorbei, zudem verlor die Industrie immer weiter an Bedeutung. Seit einigen Jahren unternimmt die Stadt millionenschwere Anstrengungen, um das Stadtgebiet für Investoren und Bewohner wieder attraktiver zu machen, was in zahlreichen Bauprojekten erkennbar ist.

Dennoch liegt die Einwohnerzahl Buffalos heute mit gut 256.000 um mehr als 50% niedriger als auf dem höchsten Stand im Jahr 1950; allein zwischen 1960 und 1980 waren über 170.000 Menschen aus der Stadt abgewandert. Zu einem Teil haben sich diese ehemaligen Einwohner im näheren Umland angesiedelt, in der Buffalo-Niagara Falls- Region leben heute etwa 1,15 Millionen Menschen. Ziemlich genau 50% der Einwohner sind weiß, knapp 40% sind Schwarze. Das Durchschnittsalter liegt bei 34 Jahren. Ein überdurchschnittlich hoher Bevölkerungsanteil lebt unterhalb der Armutsgrenze.

Die meisten Arbeitsplätze gibt es im öffentlichen Sektor, im Einzelhandel und im Bankwesen. Buffalo ist das Hauptquartier für die beiden regional bedeutsamen Banken M&T Bank und First Niagara Bank. Darüber hinaus haben einige größere Unternehmen aus der Lebensmittelbranche ihren Sitz in der Stadt. Dank der nahegelegenen Niagarafälle spielt auch der Tourismus eine gewisse Rolle, ist aber kein entscheidender Faktor. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zählt vor allem der Erie Canal Harbor, der ehemalige westliche Ladehafen des Lake Erie in Downtown. Die alten Hafenanlagen und die wenig reputablen Straßenzüge in der Umgebung wurden inzwischen zu einem großen Teil abgerissen. Sie machten Platz für einige neue Bauprojekte, darunter Cafés, Restaurants und neue Hafeneinrichtungen. Das wichtigste Projekt aber ist das HARBORcenter, dessen Bau 2013 begann. Unter diesem Dach entstehen einige Läden, ein Hotel und zwei Eisflächen, von denen eine rund 1800 Zuschauerplätze erhalten wird.
Eines der beiden sportlichen Aushängeschilder der Stadt ist ebenfalls ein Eishockeyteam. Die Buffalo Sabres aus der Profiliga NHL bestehen seit 1970 und tragen ihre Heimspiele im First Niagara Center (One Seymour Knox III Plaza) aus. Das 19.000 Zuschauer fassende Stadion wurde 1996 eröffnet und wird auch für andere Veranstaltungen wie Konzerte genutzt. Das andere Profiteam der Stadt, die Buffalo Bills aus der National Football League, hat seine Heimspielstätte dagegen in einem Vorort. Das ehemals als Ralph Wilson Stadium bekannte New Era Stadium befindet sich in der Stadt Orchard Park, wurde 1973 eröffnet und hat eine Kapazität von rund 73.000 Plätzen. Für die nächsten Jahre ist der Bau eines neuen Stadions für das Team vorgesehen, das vorzugsweise in Downtown angesiedelt werden soll.

Außer dem Sport hat Buffalo vor allem den Freunden der Architektur viel zu bieten. Hinter Chicago ist Buffalo die Stadt mit den meisten Gebäuden, die vom berühmten Frank Lloyd Wright entworfen wurden. Das von ihm 1904 gestaltete Verwaltungsgebäude der Larkin Seifenfabrik wurde 1950 abgerissen, doch einige für Führungskräfte der Firma entworfene Wohnhäuser blieben erhalten. Dazu gehört das Darwin D. Martin House (125 Jewett Parkway, mehrere Führungen täglich), das als eines der wichtigsten Beispiele seiner Arbeit gilt. Ebenfalls architektonisch sehenswert ist das 1894 von Louis Sullivan erbaute und auf einem mit Terrakotta verstärkten Stahlskelett basierende Prudential Building (Ecke Church und Pearl Street). Für Besucher ohne architektonische Vorkenntnisse scheint allerdings in erster Linie ein mächtiges, fast schon monumental wirkendes Bauwerk bemerkenswert zu sein, das die Skyline von Buffalo beherrscht. Dabei handelt es sich um die Buffalo City Hall (65 Niagara Square), ein 1932 errichtetes Gebäude im Art Deco-Stil, das eine Höhe von 121 Metern über 32 Stockwerke erreicht. Vor dem Gebäude befindet sich eine Skulptur des 13. US-Präsidenten Millard Fillmore, der aus Buffalo stammte. Direkt vor der City Hall erstreckt sich der Niagara Square. Dieser Platz war in der ursprünglichen Stadtplanung die zentrale Stelle, von der aus die Straßen strahlenförmig ausgingen. In der Mitte des Platzes befindet sich ein Denkmal, das an das Attentat auf Präsident McKinley in der Stadt 1901 erinnert. Nicht weit davon entfernt liegt der Lafayette Square, ein städtischer Park, in dessen Mitte sich ein Civil War-Monument befindet. Rund um Lafayette Square befinden sich einige der höchsten Gebäude Buffalos, darunter das Liberty Building, das Rand Building und das historische Lafayette Hotel. Der Platz ist Schauplatz der während der Sommermonate stattfindenden Konzertserie “Thursday at the Square”, bei der einmal wöchentlich kostenlose Open Air-Konzerte gespielt werden.

Angesichts der vielen Gebäude kann man schon einmal kurzfristig übersehen, dass Buffalo eigentlich – und zu recht – den Beinamen “City of Trees” trägt. Die Stadt verfügt über mehr als 20 kleinere und größere Parks und Grünanlagen, von denen ein großer Teil von bekannten Parkplanern Ende des 19. Jahrhunderts gestaltet wurden. Eingebettet in den Martin Luther King Jr. Park nahe Downtown befindet sich das Buffalo Museum of Science (1020 Humboldt Parkway, geöffnet Sonntag-Mittwoch 9-17 Uhr, Donnerstag-Samstag 9-21 Uhr). Das traditionsreiche Naturwissenschaftsmuseum besteht seit 1861 und beschäftigt sich unter anderem mit Fossilien, Mineralien, Astronomie und Zoologie. Interaktive Elemente und eine Galerie mit wechselnden Themen speziell für Kinder vervollständigen das Angebot. Ebenfalls sehenswert ist die Albright-Knox Art Gallery (1285 Elmwood Avenue, geöffnet Dienstag bis Sonntag 10-17 Uhr), ein Kunstmuseum mit Schwerpunkt auf moderner und zeitgenössischer Kunst. Untergebracht in einem sehenswerten Gebäude aus dem Jahr 1905, zeigt die Galerie unter anderem Werke von Mondrian, van Gogh, Matisse und Picasso, insgesamt befinden sich mehr als 6500 Kunstwerke im Besitz des Museums. Ein weiteres Kunstmuseum befindet sich mit dem Burchfield Penney Art Center auf dem Gelände des Buffalo State College (1300 Elmwood Avenue, geöffnet Dienstag-Samstag 10-17 Uhr, Sonntag 13-17 Uhr). Die Ausstellung umfasst das Werk des amerikanischen Malers Charles E. Burchfield und einige andere Exponate. Wer sich lieber an der Kunst der Natur erfreuen möchte, dem sei ein Besuch des im viktorianischen Stil der Jahrhundertwende erbauten Gebäudes der Buffalo and Erie County Botanical Gardens empfohlen (2655 South Park Avenue, geöffnet täglich 10-17 Uhr). Das Gewächshaus zeigt in erster Linie tropische Pflanzen, während auf dem Freigelände die heimische Pflanzenwelt in einer ansprechenden Parkanlage präsentiert wird. In den Sommermonaten steht hier auch ein Abschnitt zur Verfügung, mit dem Kinder an das Thema Pflanzen herangeführt werden.

Bei Kindern erfreuen sich in der Regel aber Tiere noch größerer Beliebtheit als Pflanzen und so ist auch der Buffalo Zoo (300 Parkside Avenue, geöffnet täglich 10-16 Uhr, Juli und August bis 17 Uhr) erwähnenswert, mit einem Gründungsdatum im Jahr 1875 immerhin der drittälteste Zoo des Landes. Zu den 1200 Tieren im Zoo gehören unter anderem Eisbären, sibirische Tiger und Flachlandgorillas. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts wurden einige Erweiterungen und Erneuerungen vorgenommen; unter anderem wurde ein Abschnitt zum Thema Regenwald hinzugefügt, wo es unter anderem eine Freiflugvoliere für tropische Vögel gibt. Der Zoo hat ein Bistro und bietet im Laufe des Tages verschiedene Vorführungen an.
Darüber hinaus verfügt die Stadt über einen eigenen Theater District, in dem zumeist Stücke vom Broadway gezeigt werden. Zum Distrikt gehören fünf Theatergebäude, unter anderem das historische Shea’s Performing Arts Center (646 Main Street), das in einem 1925 erbauten ehemaligen Kino untergebracht ist und in dem es noch eine funktionierende Orgel aus der Zeit der Stummfilme gibt. Kultur in einem anderen Rahmen bietet das jährlich am zweiten Juni-Wochenende stattfindende Allentown Art Festival, bei dem seit über 50 Jahren Kunst und Kunsthandwerk der Öffentlichkeit gezeigt und von einer Jury bewertet werden.

Noch mehr Besucher lockt allerdings das jedes Jahr am Wochenende des Labor Day stattfindende kulinarische Fest des National Buffalo Wings Festivals, bei dem unter anderem die kreativste Sauce und der seltsamste Tänzer ermittelt werden. Das Volksfest mit umfangreichem Rahmenprogramm neben dem ausführlichen Angebot verschiedener Chicken Wings-Kreationen besteht seit 2002 und zieht mehrere Zehntausend Besucher zu dem Baseballstadion in Downtown, in dem es stattfindet. Ein weiteres jährliches Food-Festival ist Taste of Buffalo, bei dem Restaurants der Umgebung ihre Künste in kleinen Häppchen zum Probieren anbieten. Das Fest findet im Juli in Downtown statt und geht über zwei Tage, wobei unter anderem mit Live-Musik für das Rahmenprogramm gesorgt wird.