“Wenn Du auf Caladesi Island unterwegs bist, dann kannst Du Dir vorstellen, dass es schon vor 5000 Jahren da genau so ausgesehen hat. Das fasziniert mich immer wieder”, erklärt Peter und man merkt, dass er das tatsächlich so meint. Man kann sich geradezu vorstellen, wie er auf der Insel unterwegs ist und an irgendeiner Stelle stehen bleibt und sich solchen Überlegungen hingibt. Peter Krulder ist der Park Manager der administrativ zusammen gehörenden State Parks Honeymoon Island und Caladesi Island, ein freundlicher und hilfsbereiter Mann, dem man die Begeisterung für seinen Job schnell anmerken kann. Sein Arbeitsplatz allerdings macht es ihm auch leicht, jeden Morgen aufs Neue begeistert zu sein. Die beiden Inseln haben tatsächlich etwas Paradiesisches und dafür muss man nicht einmal die Vergangenheit bemühen.

Die Anfahrt erweist sich dabei zunächst als wenig wildromantisch. Zwar sind die kleinen Städte durchaus hübsch, die man hier passiert, doch wenn man über die Dammstraße auf die Barriereinsel Honeymoon Island gefahren ist, dann befindet man sich erst einmal keineswegs inmitten einer naturbelassenen Umgebung, sondern auf einer recht normal erscheinenden Straße. Dahinter jedoch folgt das Naturerlebnis. Gut anderthalb Quadratkilometer groß, hat Honeymoon Island rund sechs Kilometer weißen Sandstrands aufzuweisen, die eine hervorragende Kulisse bieten für wahrhaft romantische Hochzeiten, wie sie auf der Insel mit dem passenden Namen oft stattfinden. Peter weiß, dass die Popularität “seines” State Parks zu einem guten Teil von ihrem Image als Hochzeitsinsel stammt, doch der wahre Schatz der Insel liegt außerhalb der Fotokulissen, zwischen den Mangrovensümpfen und den von den Gezeiten geformten Lebensräumen in der Nähe des Wassers. Diese kann man über Naturpfade erkunden, zudem sind einige Beobachtungsposten eingerichtet, von denen aus man die zahlreichen verschiedenen Vogelarten beobachten kann, die entweder fest auf der Insel leben oder während ihrer jährlichen Migration hier Halt machen.

Honeymoon Island ist Heimat für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. “Fischadler, alle Arten von Wasser- und Küstenvögel, Klapperschlangen”, zählt Peter auf und er erläutert, warum sich hier so viele Lebewesen heimisch fühlen: “Wir lassen hier alles so, wie die Natur es einrichtet. Wenn zum Beispiel Stürme Erosion verursachen, dann korrigieren wir nicht. Wir überlassen es der Natur, diese Inseln zu gestalten.” Mit dieser Philosophie einher geht auch die Tatsache, dass eben niemand am Strand entlang läuft und Treibholz beseitigt – und trotzdem sind die Strände wunderbar, strahlend weiß und bieten viel Platz für Badegäste. Das türkisfarbene Wasser ist oft badewannenwarm und noch dazu recht flach, also sehr familienfreundlich. Auch Muscheln lassen sich hier zuhauf finden.

Insbesondere gilt das für Caladesi Island, wohin man mit einer Fähre gelangt. Dafür wird zusätzlich zum Eintrittspreis ($8 pro Fahrzeug) noch eine zusätzliche Gebühr fällig, was auch dafür sorgt, dass man auf Caladesi noch größere Chancen hat, einen menschenleeren Strandabschnitt zu finden. Peter bezeichnet die Fährüberfahrt von Honeymoon nach Caladesi Island als eines der Highlights, die man als Besucher mitnehmen sollte. Die Inseln waren einst miteinander verbunden, bis ein schwerer Hurrikan im Jahr 1921 eine Schneise fräste. Das flache Gewässer zwischen den beiden nun getrennten Hälften, der so genannte Hurricane Pass, durch das man mit der Fähre unterwegs ist, bietet beste Gelegenheiten für das Beobachten von Delfinen während der Überfahrt. Man darf auch mit dem privaten Boot anlegen, muss dann allerdings die Eintrittsgebühren für den State Park bezahlen. Dasselbe gilt, wenn man von Clearwater Beach aus zu Fuß unterwegs ist. Auch das ist nämlich möglich – seit ein anderer Hurrikan 1985 eine Sandbank aufschüttete, über die man mit ein bisschen Ausdauer bis zur Insel laufen kann.
Beide Inseln bieten neben ihren schönen Stränden (der von Caladesi Island ist 2008 zum besten Strand des ganzen Landes gewählt worden) Gelegenheit zur Naturbeobachtung, zum Wandern, Tauchen, Kanu fahren und zum Angeln. Es gibt sowohl auf Caladesi als auch auf Honeymoon Island Einrichtungen wie Umkleideräume, Duschen und Toiletten; ebenso besteht auf beiden Inseln die Möglichkeit, einige Strandartikel sowie kleine Speisen, Eis und Getränke in einem Laden zu erwerben. Die beste Reisezeit ist der Herbst, wenn Wetter und Wasser noch immer sehr warm sind, es aber deutlich weniger Moskitos und auch weniger Besucher in den State Parks gibt.