Die mit 26.000 Einwohnern recht kleine Stadt Carlsbad im Südosten des Bundesstaats New Mexico hat sich nicht zuletzt dank der in unmittelbarer Nähe gelegenen Carlsbad Caverns einen Ruf als Touristenort erarbeitet. Der Ort profitiert dabei in erster Linie von seiner schönen Lage am Pecos River und von seiner Funktion als Ausgangspunkt für die Erkundung von gleich zwei Nationalparks – neben den Carlsbad Caverns liegen auch der Guadalupe Mountains National Park im benachbarten Texas und der Lincoln National Forest nur wenige Meilen entfernt. Damit lebt die Stadt zu einem gewissen Teil vom Tourismus, doch in den letzten Jahren hat vor allem der Abbau von Bodenschätzen zunehmend an Bedeutung gewonnen. In der Region wird in mehreren Minen Kalisalz abgebaut, das unter anderem für die Herstellung von Düngern benötigt wird.

Carlsbad, benannt nach dem gleichnamigen Kurort in Tschechien, wurde 1888 von europäischen Einwanderern gegründet. Der Ort hieß zunächst Eddy, nach der Entdeckung von Mineralquellen in der Nähe wurde dann der neue Name ausgesucht. Als im Jahr 1918 erstmals mehr als 2000 Einwohner gezählt wurden, bekam Carlsbad das Stadtrecht. Die wachsende Einwohnerzahl war nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass man sich von Beginn an stark um Besucher aus dem Osten des Landes bemühte, die von der nächstgelegenen Bahnlinie – mehr als 120 Kilometer entfernt – hierher gebracht wurden und unter anderem das Bewässerungssystem gezeigt bekamen, mit dem Wasser vom Pecos River abgeleitet und die Gegend so fruchtbar gemacht wurde. 1901 war der Zugang zu den Carlsbad Caverns entdeckt worden, 1925 wurde erstmals Kalisalz gefunden und 1930 der Nationalpark rund um die Höhlen gegründet, so dass die kleine Stadt mehr und mehr Menschen für sich gewinnen konnte. Als die Preise für Kalisalz in den 1960er Jahren einbrachen, schlugen die Stadtväter die Minen als Lagerort für schwach radioaktive Abfälle, die bei der Produktion von Nuklearwaffen angefallen waren. Erst seit 1999 jedoch werden solche Abfälle hierher geliefert und etwa 40 Kilometer außerhalb der Stadt endgelagert.

In zunehmenden Maße spielt in den letzten Jahren auch der Abbau von Öl- und Gasvorkommen unter dem Boden der Region eine wichtige Rolle für die örtliche Wirtschaft. Ein weiterer ökonomischer Faktor ist die Zweigstelle der New Mexico State University in der Stadt, in der einige Programme mit insgesamt rund 2000 Studenten angeboten werden.

Während die meisten Touristen in der Stadt wegen der nahegelegenen Nationalparks kommen, finden sie auch in der Stadt Carlsbad selbst weitere Sehenswürdigkeiten. Zu nennen ist dabei das Carlsbad Museum & Art Center (418 West Fox Street), in dem es bei freiem Eintritt Ausstellungsstücke aus Kunst, Kultur und Historie der Region zu sehen gibt.

Die wichtigste Sehenswürdigkeit von Carlsbad befindet sich aber auf einer Anhöhe kurz vor der Stadt (Abfahrt von der US 285). Living Desert Zoo and Gardens ein paar Kilometer außerhalb ist ein State Park des Bundesstaats New Mexico und hat sich der heimischen Tier- und Pflanzenwelt verschrieben. Für ein geringes Eintrittsgeld erhalten Besucher zunächst Zugang zum klimatisierten Visitor Center, wo es eine kleine Ausstellung zum Thema „Leben in der Wüste“ gibt sowie einen kleinen Laden, in dem man sich mit reichlich kühlen Getränken eindecken sollte, bevor es ins Freie geht. Dort spaziert man durch eine sorgsam kultivierte Wüstenlandschaft, in dem die verschiedenen Pflanzen per Schild vorgestellt werden und gelangt zu den einzelnen Gehegen der hier lebenden Tiere aus 40 heimischen Arten. Zu diesen zählen unter anderem zwei Pumas, ein Schwarzbär, mexikanische Wölfe und verschiedene Greifvögel. Die Gehege sind aufwändig gestaltet, großräumig und sind klar unter dem Gesichtspunkt eingerichtet worden, eine möglichst naturnahe Unterbringung zu schaffen. Zwischen den einzelnen Abschnitten der überraschend weitläufigen Anlage öffnet sich immer wieder der Blick in die Umgebung, wo sich die Chihuahuan Desert erstreckt. Zum Angebot gehören auch eine Freifluganlage mit einigen heimischen Vögeln, darunter dem Roadrunner und ein Gewächshaus, in dem verschiedene Kakteen aus aller Welt gezeigt werden.