Navy Pier 
Der 1916 errichtete, rund einen Kilometer lange Pier am Lake Michigan war bei seiner Eröffnung der längste Pier der Welt. Er diente ursprünglich der Frachtschifffahrt, war aber von Beginn an auch als Treffpunkt für die Bevölkerung geplant. Während des Ersten Weltkriegs diente er zur Unterbringung von Soldaten in Bereitschaft genutzt, doch danach wurde der Plan der Öffnung für alle umgesetzt. Vor allem während der Sommermonate nahmen die Bürger dieses Angebot gern an und genossen den kühlen Wind von den Großen Seen aus, während es in den Straßenschluchten Chicagos schnell stickig werden konnte. Mit einem Theater, Spiel- und Picknickplätzen, einem Auditorium und einer Dance Hall wurde der Navy Pier zum beliebtesten Treffpunkt der Stadt. 1933 fand hier ein Teil der Weltausstellung statt. Während der Zweiten Weltkriegs wurde das Gelände wieder von der Marine genutzt, anschließend von der University of Illinois. Trotz dieser Verwendungen blieb der Pier aber immer für alle offen. Ab Ende der 60er Jahre folgte eine Phase des Niedergangs und des Verfalls. 1995 wurde der Pier, nach einer Restaurierung, wiedereröffnet und ist nun zu einer Vergnügungsmeile mit Riesenrad, Parks, Restaurants, einem Theater, einem Biergarten und einem IMAX- Kino geworden. Im umgebenden Pier Park finden immer wieder Veranstaltungen wie Konzerte oder Ausstellungen statt, zudem legen hier Boote für Sightseeing-Touren und Dinnerkreuzfahrten ab. Von Mai bis August ist der Park jeweils mittwochs und samstags abends Schauplatz eines großen Feuerwerks, meist zwischen 21 und 22 Uhr. Ebenfalls in den Sommermonaten wird das Gelände in eine Open Air-Kunstschau verwandelt und es gibt mehrere Skulpturen von bekannten Künstlern zu bestaunen.
Im Pier Park finden sich darüber hinaus zwei Museen: Das Chicago Children’s Museum richtet sich an Kinder bis 10 Jahre, die hier auf spielerische und interaktive Art etwas über viele interessante Themen erfahren können. Dagegen zeigt das Smith Museum of Stained Glass Windows mehr als 150 Beispiele kunstvoller Glasmalerei aus Amerika und Europa, darunter einige Beispiele aus dem Hause Tiffany in New York. Der Eintritt in das Museum ist frei, es ist täglich außer montags geöffnet.

 

Magnificent Mile 
Der als Magnificent Mile, zu deutsch etwa prächtige Meile bezeichnete Abschnitt der Michigan Avenue vereint eine große Zahl von Chicagos Sehenswürdigkeiten in sich und bildet einen repräsentativen Ausschnitt dessen, was jährlich viele Millionen Besucher in die Stadt zieht. Hier finden sich historische Gebäude, mehr als 250 Restaurants, moderne Wolkenkratzer, etwa 50 Hotels und über 400 Läden.
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Chicago Board of Trade Building
Das heute in der mächtigen Skyline Chicagos fast verschwindende Gebäude im Art Deco- Stil, 1930 erbaut, war bis 1965 das höchste Gebäude der Stadt. Es ist ein beliebtes Fotomotiv, was zum einen daran liegt, dass es mehrfach in bekannten Hollywood-Filmen auftauchte, zum anderen an der drei Stockwerke hohen Statue von Ceres, der römischen Göttin des Ackerbaus, auf dem Dach des Gebäudes. Das Board of Trade Building am Jackson Boulevard war früher Schauplatz des Handels von Agrarprodukten und dient heute als Sitz einer Börse für Finanzprodukte. Für den guten Erhalt seiner historischen Struktur wurde es mehrfach mit Preisen bedacht, so wurde etwa 2005 die Lobby so restauriert, dass die originalen Art Deco-Elemente besser zur Geltung kommen.
141 West Jackson Boulevard

 

Buckingham Fountain 
Der in Deutschland vor allem aus dem Vorspann einer Sitcom berühmt gewordene Brunnen mit seinem 5,7 Millionen Liter Wasser fassenden Becken liegt im beliebten Grant Park am Columbus Drive. Vier Statuen am Brunnenrand symbolisieren die vier US-Bundesstaaten, die ein Ufer am Lake Michigan haben. Buckingham Fountain, 1927 eingeweiht, war der offizielle Startpunkt der legendären Route 66 und ist bis heute eine der höchsten Fontänen der Welt. Zu jeder vollen Stunde beginnt – von April bis Oktober – eine etwa 20-minütige Wassershow der Fontänen; ab der Dämmerung ist dieses Spektakel mit Lichteffekten und Musik untermalt.

 

Chicago Cultural Center 
Das 1893 im neoklassischen Stil errichtete Gebäude, einst Standort der städtischen Zentralbücherei, dient der Stadtverwaltung Chicagos und dem Bürgermeister traditionell als Ort des Empfangs für wichtige Persönlichkeiten, die die Stadt besuchen. Daneben ist es Standort für wechselnde Aufführungen und Ausstellungen; vor allem aber sind seine reichhaltigen architektonischen Details im Inneren, zum Beispiel eine weitläufige Marmortreppe, und die Kuppel aus bemaltem Tiffanyglas eine wichtige Sehenswürdigkeit.
78 East Washington Street

 

Museum Campus
Auf einem 230.000 m² großen Gelände am Lake Michigan sind gleich drei naturwissenschaftliche Institutionen angesiedelt, zudem befindet sich hier Soldier Field, das 61.500 Zuschauer fassende Footballstadion der Chicago Bears. Wer eine der Einrichtungen des Museum Campus besuchen möchte, sollte überlegen, ob eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich ist, weil in der Gegend zum Teil horrende Parkgebühren verlangt werden (die nochmals höher liegen, wenn zugleich eine Sportveranstaltung stattfindet).
Zu den hier zu findenden Einrichtungen gehört das Field Museum of Natural History (1400 South Lake Shore Drive, täglich geöffnet 9-17 Uhr), zu dessen Ausstellungsstücken unter anderem das weltgrößte fossile Skelett eines Tyrannosaurus Rex gehört und das sich allgemein vorrangig mit Geologie, Botanik, Zoologie und Anthropologie beschäftigt. Das Gebäude des Field Museum wurde 1906 erbaut und steht auf der Liste des National Register of Historic Places. Zur Sammlung des bereits 1893 gegründeten Museums zählen mehr als 20 Millionen Ausstellungsstücke, die regelmäßig wechselnde, themenbezogene Sonderschauen ermöglichen. Zur Dauerausstellung gehören unter anderem die Abschnitte zu den Themen “Altes Ägypten” und das “Underground Adventure”, wo Besucher einen Blick unter die Erde werfen können – aus dem Blickwinkel eines Insekts. Interessant ist darüber hinaus die Möglichkeit, den Wissenschaftlern in den Laboren live bei der Arbeit zusehen zu können.
Unter Denkmalschutz steht auch das gleich nebenan gelegene Adler Planetarium (1300 South Lake Shore Drive, täglich geöffnet 9:30-18 Uhr), eines der ältesten seiner Art weltweit. Das Adler Planetarium, dessen sehenswerter Kuppelbau 1929 errichtet wurde, verfügt über ein Astronomiemuseum; zwei große Säle, in denen verschiedene Präsentationen des Nachthimmels gezeigt werden und interessante Darstellungen des Sonnensystems und der Milchstrasse. Besonders für Kinder interessant ist der Abschnitt “Space Explorers”, in der die kleinen Besucher neue Welten entdecken können. Ein kleines Café sorgt für Verpflegung.
Das ehemals größte Aquarium der Welt, das 25.000 Fische und 19 Millionen Liter Wasser fassende Shedd Aquarium (1200 South Lake Shore Drive, geöffnet Montag-Freitag 9-17 Uhr, Wochenende 9-18 Uhr), ist die dritte und den Besucherzahlen nach größte Attraktion des Museum Campus. Neben Fischen sind hier auch viele weitere Spezies zu bewundern, unter anderem Delfine, Wale, Otter und Seelöwen. Das Shedd wurde bereits mehrfach für einige seiner Ausstellungen ausgezeichnet. Zu den verschiedenen Abschnitten der Ausstellung gehören unter anderem ein karibisches Korallenriff und die Polar Play Zone mit den Pinguinen, an der vor allem Kinder ihren Spaß haben. Zudem ist der Flusslauf des Amazonas in dem Aquarium nachgebaut worden, komplett mit Anacondas und Piranhas. Mehrmals täglich findet die Aquatic Show statt, bei der die Wale und Delfine ihren großen Auftritt haben. Das Aquarium verfügt über mehrere Snackbars.

 

Lincoln Park
Oft mit dem Central Park in New York City verglichen, ist der Lincoln Park mit seinen fast 5 Quadratkilometern der größte der mehr als 550 Parks und Gärten Chicagos. Die Grünanlage wurde 1860 angelegt und im Laufe der Jahrzehnte immer mehr ausgedehnt. Lincoln Park beginnt an der North Avenue und zieht sich über 11 Kilometer bis zum Ufer des Lake Michigan, wo sich die Museen des Museum Campus und einige Strandabschnitte befinden. Im Park finden sich zahlreiche Sportfelder, Bootsrampen, ein Museum, Spiel- und Picknickplätze und ein Freilufttheater. Der südliche Abschnitt ist im Allgemeinen mehr auf Freizeitvergnügen ausgerichtet, während der nördliche Teil eher naturbelassen erscheint. Weiterhin sehenswert sind die zahlreichen Statuen, Darstellungen berühmter Künstler, die über den ganzen Park verteilt zu finden sind. Sehenswert ist auch der mit dem Ziel der Kultivierung tropischer Seerosen angelegte Lily Pool, der von Mitte April bis Mitte November besichtigt werden kann. Darüber hinaus sind im Park mehrere interessante Einrichtungen zu finden.
Der Lincoln Park Zoo (geöffnet täglich ab 10 Uhr, im Winter bis 16:30, Sommer bis 17 Uhr, Wochenende bis 18:30 Uhr) mit seinen speziell für Kinder eingerichteten Abschnitten zählt zu den beliebtesten Attraktionen des Parks und der Stadt, die insgesamt gleich fünf Zoos vorweisen kann. Der Eintritt in den 14 Hektar großen Tierpark ist frei. Gut 1200 Tiere leben hier, darunter auch Großkatzen, Affen und Eisbären. Im Children’s Zoo finden Besucher heimische Tiere aus dem Mittleren Westen, außerdem gibt es einen Streichelzoo mit Farmtieren wie Ziegen, Kühen und Pferden. Auf dem Gelände befinden sich vier Cafés mit kleinen Speisen und Getränken im Angebot.
Das seit 1856 bestehende Chicago History Museum (1601 North Clark Street, geöffnet Montag-Samstag 9:30-16:30, Sonntag 12-17 Uhr) am Rand des Lincoln Parks beschäftigt sich nicht nur mit der Geschichte Chicagos, sondern wirft auch einen Blick auf die historische Entwicklung des ganzen Landes, unter anderem mit einer Ausstellung zu den bewaffneten Konflikten, in denen die USA involviert waren. Zu sehen gibt es unter anderem historische Eisenbahnen und einen Sonderteil zu Ehren Abraham Lincolns und Miniaturnachbildungen von Szenen aus der Geschichte der Stadt. Im Abschnitt “Sensing Chicago” gibt es eine Ausstellung, in der Kinder die Stadt mit allen Sinnen erleben können.
Das Lincoln Park Conservatory (2391 North Stockton Drive) ist ein botanischer Garten mit Pflanzen aus aller Welt. Im bereits 1895 erbauten Hauptgebäude gibt es unter anderem das Palmenhaus, einen Bereich für Farne und den Orchid Room mit vielen tausend tropischen Pflanzen. Auf dem Außengelände befindet sich eine Gartenanlage mit saisonaler Bepflanzung.
Noch mehr Natur gibt es im Peggy Notebaert Nature Museum zu bewundern (2430 North Cannon Drive). Das seit 1999 in einem neuen, modernen Gebäude untergebrachte Naturkundemuseum legt den Schwerpunkt seiner Ausstellung auf die naturgeschichtliche Entwicklung des Großraums Chicago. Besonders beliebt ist das House of Butterflies, in dem rund 75 verschiedene Arten von Schmetterlingen zwischen exotischen Pflanzen leben. Weitere Ausstellungsbereiche beschäftigen sich zum Beispiel mit den Vögeln von Chicago oder dem Leben entlang der Flüsse.

 

Willis Tower
Seit seiner Errichtung 1973 das höchste Gebäude der USA mit seinen insgesamt 527 Metern, verlor der damals noch als Sears Tower bekannte Skyscraper seinen Titel als höchstes Gebäude der Welt im Jahr 1998. Das Gebäude war ursprünglich zur Unterbringung aller Angestellten des damals weltgrößten Einzelhandelskonzerns Sears Roebuck & Co geplant, beherbergt heute aber mehr als 100 andere Firmen, während Sears in einen Vorort Chicagos umgezogen ist. In der 103. Etage des Gebäudes, in einer Höhe von 412 Metern, befindet sich das Skydeck, die berühmte Aussichtsplattform, die jährlich von Millionen Touristen besucht wird und die Blicke über Chicago und Lake Michigan ermöglicht. Ausbuchtungen aus Glas ermöglichen es, scheinbar direkt über dem Abgrund zu stehen. Bei guten Bedingungen sind von hier aus vier US-Bundesstaaten zu sehen, außer Illinois auch Indiana, Michigan und Wisconsin; wenn es windig ist, spürt man hier oben ein leichtes Schwanken. Hinauf kommt man mit einem Aufzug, der die 400 Meter in nur 60 Sekunden zurücklegt. Der Turm ist heute nach einem britischen Versicherungsbroker benannt, allerdings wurde der Namenswechsel in Chicago nie so recht akzeptiert und Einheimische sprechen oft noch immer vom “Sears Tower”.
233 South Wacker Drive, Zugang zum Skydeck am Jackson Boulevard