Der Congaree Nationalpark besteht bereits seit 2003, doch bis heute ist er den meisten USA-Reisenden nicht so richtig ein Begriff. Das mag zum einen daran liegen, dass seine Lage in der Mitte des Bundesstaats South Carolina, nur etwa 30 Kilometer von Charleston entfernt, nicht unbedingt entlang der üblichen touristischen Routen liegt. Zum anderen liegt das sicher daran, dass der Nationalpark zwar sehr sehenswert ist und zum Biosphärenreservat ernannt wurde, dabei aber wenig Spektakuläres aufzuweisen hat. 

Der Congaree Nationalpark hat seinen Namen von einem Indianervolk, das einst in der Region zuhause war. Auch der Fluss, der das Parkgebiet durchfließt, trägt denselben Namen. In den 1540er Jahren kamen spanische Entdecker unter Hernando de Soto durch die Gegend, doch die von ihnen errichteten Posten hatten nicht lange Bestand. Erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts zog die Region dann wieder einiges an Interesse auf sich. Damals sollte das Holz geschlagen und das Land genutzt werden, um Vieh darauf grasen zu lassen. Eine Firma erwarb weite Teile des Geländes und schlug für einige Jahre Holz. Die Unternehmung jedoch war nicht leicht; es gab Schwierigkeiten beim Abtransport des Holzes und die Bedingungen in der feuchten Hitze am Congaree River stellten sich bald als zu schwer heraus, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Im 20. Jahrhundert begannen sich dann Naturschützer der Gegend anzunehmen, darunter der Sierra Club. 1976 wurde das Gebiet als National Monument unter Schutz gestellt, 2003 folgte die Umwidmung zum Nationalpark. Dieser umfasst heute gut 100 km² und wird jährlich von rund 150.000 Menschen besucht.

Die offizielle Anschrift des Congaree Nationalparks liegt in dem Ort Hopkins. Die nächstgelegene, größere Stadt ist Charleston. Hier befindet sich ein Flughafen mit Inlandsverbindungen und hier gibt es auch eine breite Auswahl an Möglichkeiten für die Übernachtung, Im Park selbst gibt es keine Hotels, ebensowenig wie Restaurants. Besucher können für die Nacht auf einem von zwei Campingplätzen im Nationalpark unterkommen, hierfür ist allerdings eine Reservierung im Vorfeld erforderlich.

Der Congaree Nationalpark dient in erster Linie dem Zweck, einen der letzten verbliebenen Bestände ursprünglich gewachsener Hartholz-Wälder in den USA zu bewahren. Die hochgewachsenen Bäume stehen auf feuchtem, sumpfigen Grund, ihre Baumkronen fügen sich zu einem dichten Blätterdach zusammen. Darunter hat sich ein vielfältiger Lebensraum etabliert, der unzähligen Arten ein Zuhause bietet. Zu den hier vorkommenden Arten gehören Wildhunde, Kojoten, Waschbären, Otter und Gürteltiere, daneben viele Reptilien und Amphibien und vor allem zahllose Vogelarten, was das Gebiet zu einem bevorzugten Ziel für Vogelbeobachter macht.

Wer sich allein auf den Weg machen will, findet zwar ein Netz von Wanderwegen, sollte sich aber auch der Gefahren bewusst sein. Congaree Nationalpark ist zu einem großen Teil als Wildnisgebiet ausgewiesen. Plötzlich einsetzende Regenfälle können zu rasch auftretenden Überschwemmungen führen. Zudem ist in einigen Teilen des Geländes kein Handyempfang möglich. Die sicherere Alternative ist die Teilnahme an Wanderungen, die von Park Rangers angeführt werden. Diese gibt es mit verschiedenen thematischen Ausrichtungen. Informationen dazu gibt es im Besucherzentrum, welches das ganze Jahr über geöffnet hat, jedoch nicht an Feiertagen.

Eine weitere beliebte Freizeitaktivität im Nationalpark ist das Kanufahren auf dem Cedar Creek. Das gemächlich fließende Wasser macht solche Touren auch für Anfänger geeignet und ist überdies eine der besten Möglichkeiten, um die Natur im Park zu entdecken. Im Park selbst können keine Kanus geliehen werden, entsprechende Anbieter finden sich aber in Charleston.


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