Der mehr als 24.000 Quadratkilometer große Nationalpark umgibt den höchsten Berg Nordamerikas, den 6194 Meter hohen Denali, der früher als Mount McKinley bekannt war. Der Nationalpark wurde 1917 begründet und zählt mehr als eine Millionen Besucher pro Jahr, die in erster Linie die Gelegenheit zur Beobachtung der einzigartigen Tierwelt nutzen. Daneben bietet der Park Möglichkeiten für Wintersport.

Der Berg hat eigentlich zwei Gipfel, wovon der Nordgipfel mit 5934 Metern der niedrigere ist. Die den Ureinwohnern seit ewigen Zeiten vertrauten Gipfel erschienen erstmals 1839 auf einer von Europäern erstellten Karte. Seinen ehemaligen Namen Mount McKinley erhielt der Höhenzug, als der Goldsucher William Dickey nach seiner Rückkehr in einer Zeitung berichtete, man habe den Berg nach dem damaligen Präsidentschaftskandidaten und späteren 25. US-Präsidenten William McKinley benannt. Im Jahr 2015 erfolgte die Rückbenennung in Denali auf Anweisung der damaligen Innenministerin Sally Jewell, der Name bedeutet soviel wie „der Hohe“.

Vor der ersten gesicherten Bezwingung des Südgipfels gab es mehrere, nicht belegte und aller Wahrscheinlichkeit nach erfundene Berichte über eine erfolgreiche Besteigung des Bergs. 1913 gelangte Walter Harper aus Alaska, Teil einer vierköpfigen Gruppe, als erster auf den Gipfel. Heute wird der Gipfel regelmäßig von Expeditionen bezwungen. Allerdings gelten der Berg und seine teilweise äußerst starken Winde – der Denali hat ein eigenes Mikroklima – als gefährlich, so dass viele Versuche scheitern und es auch bereits etwa 100 Todesopfer zu beklagen gab.
Der Nationalpark, 1980 gegründet, umfasst jedoch nicht nur den Berg, sondern auch dessen Umgebung. Innerhalb der mehr als 24000 km² großen Parkfläche liegt mit der Denali Wilderness ein Naturschutzgebiet, in dem streng darauf geachtet wird, dass direkte Kontakte zwischen Besuchern und Bewohnern, darunter Grizzlybären, Rentiere und Steinadler, ausbleiben. Dennoch bietet der Park vielfache, großartige Gelegenheiten, die Natur zu erkunden.

Bis zur Meile 15 der Parkstraße sind Autos erlaubt, danach dürfen nur noch konzessionierte Busse die teilweise sehr gefährliche Strasse befahren. Es gibt reine Shuttlebusse und (teurere) Tourbusse, bei denen ein Guide mitfährt und Informationen über den Nationalpark vermittelt. Die Busfahrten führen zu mehreren Punkten innerhalb des Parks und dauern jeweils mehrere Stunden. Wer im Park übernachten möchte, kann in einer der Lodges absteigen (sehr teuer), einen der Campingplätze wählen oder sich seinen eigenen Schlafplatz unter den Sternen suchen. Sowohl für Busse als auch für Unterkünfte ist eine rechtzeitige Reservierung unbedingt zu empfehlen, für das Durchstreifen des Denali National Parks auf eigene Faust benötigt man eine Erlaubnis von den Park Rangers. Von den Haltepunkten der Busse aus gehen einige wenige Wanderwege ab, allerdings entschließen sich die meisten Besucher dazu, eigene Pfade zu gehen, was auch ausdrücklich gestattet ist. Mountainbiking ist ebenfalls erlaubt, allerdings sollte man sich natürlich unter allen Umständen mit den Gegebenheiten der Natur vertraut machen und sich entsprechend ausrüsten, bevor man in den Park aufbricht. Ein besonderes, allerdings kostspieliges Erlebnis ist die Landung auf einem der Gletscher mit einem kleinen Flugzeug, wie es von einigen Veranstaltern außerhalb des Parks angeboten wird.