Denver ist bei Reisenden zuletzt immer mehr in den Fokus gerückt und der River North Art District, kurz RiNo genannt, ist der Stadtteil, der ganz oben auf der Trendwelle schwimmt. Noch bis vor einigen Jahren war von Kunst und Kultur nicht viel zu sehen in diesem Teil der Stadt – das Bild war geprägt von Industriebrachen, Bahngleisen und leerstehenden Lagerhäusern. Genau solche Gegenden aber sind es, die in vielen Fällen zur Keimzelle einer neuen Entwicklung werden. Das passierte auch hier, in den Vierteln Globeville, Elyria-Swansea, Five Points und Cole.

Nachdem die Industriebetriebe sich einer nach dem anderen aus dem Bezirk zurückgezogen hatten, hatte zuerst eine Art Untergrundkultur Einzug gehalten. Ein eher düsteres Nachtleben fand hier statt, mit lauter Musik und wenigen Regeln. Ein bisschen was davon hat man erhalten können, zum Beispiel die bunten Wandgemälde, die offiziell toleriert werden, sich manchmal über Nacht verwandeln können und etwas von der ungezwungenen Atmosphäre ausdrücken, die im Viertel herrscht. Anschließend kamen Entwickler und private Initiativen, die den Bezirk mit viel Engagement und Geld weiterentwickelten.

Heute gibt es im RiNo für Einheimische und Besucher vieles zu entdecken. Am Ufer des Platte Rivers, an der Kreuzung Arkins Court und 35. Straße, wurde im April 2019 der RiNo-Park eröffnet. Innerhalb des Parkgeländes, in dem es Spazierwege, Picknickflächen und Spielplätze gibt, befinden sich zwei historische Gebäude, die zu Nachbarschaftszentren umgewidmet werden. Auch für Kunstwerkstätten gibt es Platz in diesen Gebäuden, was ein Grundstein dafür sein könnte, dass die Kunstszene auch zukünftig ein Zuhause im River North Art District hat. Jetzt schon gibt es hier zahlreiche Ateliers und Galerien, in denen lokale Künstler ausstellen und sich von Besuchern über die Schulter schauen lassen. Immer am ersten Freitag im Monat öffnen rund 50 dieser Werkstätten und Ausstellungsflächen ihre Türen für die Öffentlichkeit.

Außer den Freunden der Kunst zieht es vor allem diejenigen nach RiNo, die gerne essen und neues probieren. Denver ist schon immer eine Stadt des Biers gewesen, mehrere Brauereien sind im Umkreis zuhause. In RiNo schreiben heute unzählige Mikrobrauereien und Brewpubs, also Bars und Kneipen, die ihr eigenes Craft Beer herstellen, diese Tradition fort. Diese Bars, jede in ihrem eigenen Stil, prägen das Nachtleben im Viertel, außer so manchem wirklich guten Bier gibt es auch viel Livemusik und andere Veranstaltungen. Auch Weinbars und Kaffeeröstereien sind zu finden.

Überhaupt dürfte Genießern beim Gedanken an den River North Arts District das Wasser im Munde zusammenlaufen. Zu den Highlights zählt der Denver Central Market (2669 Larimer Street), der vieles unter seinem Dach vereint. Der Markt ist täglich ab 8 Uhr geöffnet. Hier gibt es Fleisch, Gemüse, Obst und Fisch, aber auch ein Eiscafé, eine Cocktailbar, eine Pizzeria und vieles mehr. Die vielen Gerüche und Geräusche erinnern an Markthallen in Südeuropa und die Atmosphäre ist locker und freundlich. Noch einen Schritt weiter treibt es The Source (3350 Brighton Boulevard), ein weiterer wichtiger Anziehungspunkt im Viertel. Das Gebäude, errichtet innerhalb der Mauern einer alten Industrieanlage aus dem 19. Jahrhundert, beherbergt ebenfalls eine Markthalle, dazu Geschäfte, es ist aber auch ein Hotel und darüber hinaus eines, das eine eigene Mikrobrauerei betreibt. Diese unkomplizierte und innovative Mischung von Konzepten entspricht dem Grundentwurf von RiNo; einem Stadtteil, der zu Denvers Charme ein ganz neues Kapitel hinzugefügt hat.


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