Viele Einrichtungen des amerikanischen Staates sind weltweit zu Kennzeichen für das ganze Land geworden – man denke nur an das Weiße Haus, das Pentagon oder Fort Knox. Wenige dieser nationalen Symbole werden dabei aber von so vielen Geheimnissen und Legenden umgeben wie die CIA, die zentrale Geheimdienstorganisation der USA.

Die Aufgabe der CIA ist die Beschaffung, Aufbereitung und Einschätzung von Informationen, die als Grundlage für die Politik der amerikanischen Regierung dienen. Aus dieser Definition ergibt sich, dass die CIA seit ihrer Gründung bei fast allen wichtigen Kapiteln der amerikanischen Geschichte eine nicht unerhebliche Rolle gespielt hat – unten folgt eine Liste der wichtigsten Ereignisse.

 

Die Behörde, die 1947 durch Präsident Harry S. Truman gegründet wurde, hat ihren Hauptsitz in Langley, Virginia, einem ehemals ländlichen Ort im Speckgürtel der Bundeshauptstadt Washington DC. Daneben betreibt die Agency mehrere Trainingseinrichtungen, zum Teil an geheimen Orten. Die CIA untersteht gemeinsam mit mehreren weiteren Geheimdienstorganisationen dem 2004 neu gegründeten Posten des Director of National Intelligence, der offiziell der Bundesregierung zugeordnet ist und wiederum der Kontrolle des Präsidenten untersteht. Je ein ständiger Ausschuss des House of Representatives und des Senats kontrollieren die Tätigkeiten der Agency darüber hinaus. Die verstärkte Kontrolle der Arbeit der Geheimdienste war nach Bekanntwerden der Versäumnisse der CIA rund um die Attentate vom 11. September von Präsident George W. Bush veranlasst worden. Nicht selten wird kritisiert, dass die Befugnisse der Behörde zu weitreichend sind, beispielsweise im Bezug auf die direkte Beeinflussung der inneren Angelegenheiten anderer Länder. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Tatsache, dass es inzwischen rund 20 Organisationseinheiten gibt, die sich mit Geheimdienstarbeit, Spionageabwehr und Heimatschutz beschäftigen. Die CIA ist dabei dem zivilen Bereich zugeordnet, andere Einheiten wie beispielsweise die NSA sind dem Verteidigungsministerium unterstellt.

Das der CIA zur Verfügung stehende Budget ist ebenso geheim wie viele ihrer Operationen. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass sie über das mit Abstand größte Budget aller Geheimdiensteinrichtungen in den USA verfügt – zuletzt wurde es auf knapp 15 Milliarden Dollar geschätzt. Auch die Zahl der Mitarbeiter der Behörde ist eigentlich geheim, Schätzungen zufolge beläuft sich diese auf über 20.000. Im Zuge zahlreicher Affären rund um den Krieg im Irak hat sich die Organisation innerhalb weniger Jahre mehrfach neu aufstellen müssen und durch die nach langer Zeit der Gerüchte bestätigten Foltervorwürfe gegen die Behörde ist das internationale Image der CIA wohl auf lange Zeit beschädigt. Auf der anderen Seite hat diese unerwünschte Öffentlichkeit auch dafür gesorgt, dass die CIA zuletzt einige dringend notwendige Reformen umgesetzt hat und nunmehr etwas offener auftritt als zuvor.

Davon unberührt bleibt die grundsätzliche Ausrichtung der Agency. Die CIA hat den Auftrag, Informationen über Entscheidungsträger in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Ausland zu sammeln, diese Informationen einzuordnen und bei Bedarf der amerikanischen Regierung darauf basierende Einschätzungen als Grundlage für Entscheidungen zur Verfügung zu stellen. Auf Weisung des Präsidenten ist sie zudem damit beauftragt, verdeckte taktische Operationen im Ausland auszuführen. In diesem Rahmen soll es in der Vergangenheit auch fragwürdige Aktivitäten wie die Förderung militanter Einheiten in anderen Ländern, Befragungen von Verdächtigen unter Folter sowie Entführungen und sogar gezielte Tötungen gegeben haben. Inzwischen liegt das Hauptaugenmerk der CIA auf Bekämpfung und Verhinderung von Terrorismus. Zu diesem Zweck gibt es eine eigene Organisationseinheit, das Office of Terrorism Analysis; daneben weitere Einheiten, die sich zum Beispiel mit Waffen- und Drogenhandel oder mit Spionageabwehr beschäftigen. Die CIA unterhält Kontakte zu Geheimdiensten in befreundeten Ländern, mit den Diensten von Großbritannien, Australien, Kanada und Neuseeland gibt es eine weiterentwickelte Partnerschaft namens “Five Eyes”, innerhalb derer auch Informationen untereinander ausgetauscht werden.

 


Operationen der CIA

Es liegt im Wesen eines Geheimdienstes, dass nicht allzu viele Details über sein Wirken an die Öffentlichkeit dringt. Einige bedeutende Operationen der CIA sind dennoch bekannt geworden – eine Auswahl davon ist hier aufgeführt. Dabei handelt es sich zu einem nicht unbedeutenden Teil um Misserfolge, es darf aber davon ausgegangen werden, dass das Wirken dieser Behörde auch etliche positive Effekte gehabt hat – im Geheimen allerdings.

1948 Operation Demagnetize
Beeinflussung der Innenpolitik Frankreichs und Italiens mit dem Ziel, die Position der kommunistischen Parteien zu schwächen
ab 1950 Operation Gladio
Zusammenarbeit mit dem britischen MI6 und der NATO in Westeuropa mit dem Ziel, paramilitärische Einheiten auszubilden und zu versorgen, die im Falle einer Machtübernahme durch den Warschauer Pakt in Westeuropa Saboatge- und Terrorakte verüben sollte
1953 Operation Ajax 
Sturz des amtierenden Ministerpräsidenten des Iran und Installation einer von der islamischen Geistlichkeit unterstützten Militärregierung
1953 Operation Gold
Unter der innerdeutschen Grenze in Berlin hindurch wird ein Tunnel gegraben, über den Telefonkabel im Ostteil angezapft werden können, die vom sowjetischen Militär genutzt werden. Jahre später stellt sich heraus, dass die Sowjets über einen Maulwurf in der CIA von Anfang an von der Operation wussten.
1961 Operation Zapata
Wahrscheinlich die bekannteste CIA-Aktion aller Zeiten, bei der mit Unterstützung des Geheimdienstes Exilkubaner für eine Invasion in Kuba ausgebildet wurden. Die Invasion in der Bay of Pigs (Schweinebucht) endete mit einem massiven Fiasko, als die kubanische Regierung die Invasion innerhalb weniger Tage militärisch zurückschlagen konnte. Letztlich führte der Misserfolg zu einer Annäherung Kubas an die Sowjetunion und damit zu weiteren Spannungen im Kalten Krieg.
ab 1962 Air America 
Kontrolle über die in Südostasien tätige US-Fluggesellschaft, die zu geheimen Operationen auch während des Vietnamkriegs genutzt wurde. Weiterhin wurden mit der Airline mit Wissen der CIA Drogen geschmuggelt und in den Verkauf gebracht.
1963-1969 Phoenix-Programm
Von der CIA überwachte und gesteuerte Operation, mit der während des Vietnam- Kriegs den kommunistischen Vietcong die strukturellen Grundlagen entzogen und die Unterstützung in der Bevölkerung genommen werden sollte. Das Programm geriet in heftige Kritik im In- und Ausland, weil es bei seiner Durchführung zu etlichen Menschenrechtsverletzungen und Todesfällen gekommen sein soll.
ab 1975 Operation Condor
Eigentlich eine Kooperation der Geheimdienste von Brasilien, Argentinien, Chile, Paraguay, Uruguay und Bolivien, die von der CIA unterstützt wurde. Die Operation Condor diente dazu, als Staatsfeinde eingestufte Gegner zu verfolgen und in vielen Fällen auch auszuschalten.
1981-1990 Contra-Krieg
Finanzielle, logistische und militärische Unterstützung der Contra-Revolutionäre in Nicaragua, um den Sturz der dortigen Regierung herbeizuführen
1986 Iran-Contra-Affäre
Im Zuge der Untersuchungen zu diesem Skandal der Reagan-Regierung (geheime Waffenverkäufe an den Iran und Weiterleitung der Erlöse an die Contras in Nicaragua) kam ans Licht, dass die CIA jahrelang vom Drogenschmuggel der Contras in die USA wusste und diesen tolerierte.
1980-1989 Operation Cyclone 
Unterstützung des pakistanischen Geheimdienstes durch die Belieferung mit Waffen und Informationen. Pakistan unterstützte wiederum die islamischen Mudjahedin im Kampf gegen die Invasion der Sowjetunion in Afghanistan.
1990-1992 Operation Rosewood
Nach der deutschen Wiedervereinigung gelangte die CIA unter bislang nicht vollständig aufgeklärten Umständen an 381 Datenträger des DDR-Auslandsgeheimdienstes, auf denen die Klarnamen von in Westdeutschland tätigen Agenten erfasst waren. Die Dateien wurden 2003 an die deutsche Regierung zurückgegeben.
1992-2004 Irak
Nachdem die CIA mehreren Quellen zufolge bereits in den Sechziger Jahren im Irak aktiv war und den Sturz der demokratisch gewählten Regierung 1968 unterstützt hatte (in dessen Folge dann Saddam Hussein die Macht ergriff), gibt es Berichte, nach denen die Behörde zwischen 1992 und 1995 in verschiedene Sabotage- und Terrorakte verwickelt war, die dazu dienen sollten, die Hussein-Regierung zu destabilisieren. Die CIA spielte auch eine Rolle im gescheiterten Putsch gegen den Diktator 1996. In einem Untersuchungsausschuss des Senats wurde 2004 festgestellt, dass der Geheimdienst die vom Irak ausgehende Gefahr durch Massenvernichtungswaffen übertrieben dargestellt hatte, was letztlich zum Krieg der USA gegen den Irak geführt hatte.
2011 Operation Neptune Spear
In Zusammenarbeit mit den Navy Seals führt die CIA am 02. Mai 2011 die Operation durch, die zur Tötung von Osama Bin Laden führt.