In den letzten Wochen und Monaten vor der Wahl macht immer häufiger der Begriff „Endorsement“ die Runde in den amerikanischen Medien. Diesen Begriff kann man ganz grob mit „Billigung“ oder „Fürsprache“ übersetzen. Im Zusammenhang mit dem Politikbetrieb bedeutet er, dass eine Person, eine Gruppe oder eine Institution sich für einen Kandidaten ausgesprochen haben, also ihren eigenen Freunden und Anhängern sozusagen die Wahl eines bestimmten Kandidaten ans Herz gelegt haben.

Zu denen, die ihr Endorsement für einen Kandidaten abgeben, was heutzutage häufig in Form eines Social-Media-Beitrags geschieht, gehören dabei keineswegs nur Politiker. Bei diesen ist es natürlich in aller Regel so, dass sie eine Wahlempfehlung zugunsten des Kandidaten ihrer Partei abgeben – wobei es auch davon durchaus Abweichungen gibt. Doch außer regional und national bekannten Namen aus der Politik geben auch viele Prominente aus allen möglichen Bereichen von Sport bis Entertainment, Organisationen aller Art und sogar die Herausgeber und Redaktionen großer Zeitungen wie der New York Times oder der Washington Post ihrem Publikum eine Information darüber, welchen Kandidaten sie für geeigneter halten.

Über Sinn und Unsinn solcher Positionierungen kann man sicherlich streiten. In Zeiten intensiver Berichterstattung der Medien auf allen Kanälen können sich die Wählerinnen und Wähler sicher selbst ein Bild machen und dürften ihre Wahlentscheidung wohl nicht davon abhängig machen, wer ihnen von Taylor Swift oder Oprah Winfrey empfohlen wird. So manches Mal kann ein solches Endorsement sogar negativ wirken. Als David Duke, der ehemalige Chef des rassistischen Ku Klux Klan, 2016 eine Wahlempfehlung zugunsten von Donald Trump aussprach, musste dieser sich öffentlich davon distanzieren.

Bezüglich der Wahlempfehlungen namhafter Persönlichkeiten und einflussreicher Medien dürfte Joe Biden im Wahlkampf 2020 deutlich die Nase vorn haben.Viele prominente Schauspieler und Musiker haben sich bereits in den Jahren zuvor öffentlich vehement gegen Trump gewandt und auch im Lager der Sportler hat der Präsident nicht viele Freunde.


Übersicht über einige der wichtigsten Endorsements 2020 (Auswahl):

Joe BidenDonald Trump
PolitikerBarack Obama, Al Gore, Hillary Clinton, James Clapper, John Kerry, Colin Powell, Bernie Sanders Nikki Haley, Steve Bannon, Chris Christie
andere
Persönlichkeiten
James Comey (ehem. FBI-Direktor), Michelle Kwan (Eiskunstläuferin), Mark Cuban (Besitzer Dallas Mavericks), Anna Wintour (Herausgeberin Vogue), Leonardo DiCaprio, Tom Hanks, Don Cheadle (Schauspieler), Cher, Snoop Dogg, Sheryl Crow, Barbra Streisand (Musiker), Jay Leno, Jon Stewart (TV-Moderatoren)Larry Ellison (Gründer von Oracle), Roseanne Barr (Schauspielerin), Kanye West (Rapper), Mariano Rivera Baseballspieler)
OrganisationenHuman Rights Campaign, National Wildlife Federation, AFL-CIO (Gewerkschaft)International Union of Police Associations
MedienDetroit Free Press, Las Vegas Sun, New York Daily News