Der heute etwa 600 Einwohner zählende Ort Eureka liegt etwas nordöstlich der Mitte Nevadas und ist der Sitz der Verwaltung des gleichnamigen Counties, das insgesamt nur rund 500 Einwohner mehr als der Ort hat. Eureka liegt zwischen Ely und Austin am Highway US 50, auch bekannt als “einsamste Strasse Amerikas”, auf einer Höhe von 1900 Metern über dem Meeresspiegel, eingebettet vom Gebirgszug der Diamond Mountain Range. Beide Nachbarorte sind mehr als 70 Meilen entfernt. Eureka bezeichnet sich auf einem Schild am Highway als “die freundlichste Stadt an der einsamsten Strasse” und obwohl die Ansiedlung gar nicht den Stadtstatus hat, ist sie im Vergleich mit vielen anderen Orten der Region recht lebendig.

Wie eigentlich alle Orte im Norden Nevadas wurde Eureka gegründet, als damit begonnen wurde, in der Nähe Bodenschätze zu fördern. 1864 war zunächst ein Vorkommen an Silber entdeckt worden, doch es war dann Blei, das hier hauptsächlich gefördert wurde. Um 1880 erlebte der Ort seine besten Jahre; 10.000 Menschen lebten damals in Eureka. Später erlitt die Stadt das gleiche Schicksal wie viele Orte in der Region – die Minen waren erschöpft und wurden geschlossen, die Förderbetriebe und unterstützende Firmen verliessen die Stadt und mit ihnen der Grossteil der Bevölkerung. Vor dem Sturz in die Bedeutungslosigkeit wurde der Ort unter anderem dadurch bewahrt, dass 1873 das Eureka County aus Teilen der umliegenden Counties Elko, Lander und White Pine geformt worden war und Eureka zum Verwaltungssitz ernannt wurde. 1879 zerstörte ein Feuer eine grosse Zahl von Gebäuden in der Stadt, von denen die meisten allerdings bald wiederaufgebaut wurden. In den letzten Jahren erfahren Stadt und County einen kleinen wirtschaftlichen Aufschwung, der sich vor allem auf die Nutzung und den Abbau der noch vorhandenen Ressourcen, vor allem Öl und Gold, bezieht. In der Barrick Ruby Hill Mine etwas außerhalb der Stadt wird Gold in beachtlichen Mengen gefördert.

In den Boomjahren Ende des 19. Jahrhunderts war die Struktur der Stadt entstanden, die heute in Anbetracht der Einwohnerzahl als ein wenig zu groß geraten erscheint und tatsächlich sieht man heute im Stadtbild etliche ungenutzte und leerstehende Gebäude. Einige Bauwerke jedoch sind erhalten geblieben und sorgen dafür, dass Eureka einige Sehenswürdigkeiten aufzuweisen hat. An erster Stelle ist dabei das Opera House, das 1880 erbaut wurde und in den 1990er Jahren behutsam restauriert wurde. Zwischenzeitlich als Filmtheater benutzt, war das Opernhaus immer das kulturelle Zentrum des Counties. Heute dient das historische Gebäude einer Serie kultureller Veranstaltungen wie Musik- und Theateraufführungen, aber auch als Konferenzort.

Etwa zur gleichen Zeit entstanden ist das Eureka County Courthouse. Mit der Schaffung eines eigenen Counties bestand die Notwendigkeit, ein Gericht zu etablieren und die Wahl für das Gebäude fiel auf die Stelle, an der sich zuvor eine Eisbahn befunden hatte. Das Bauwerk wurde 1880 fertiggestellt und dient bis heute als Gerichtsgebäude. Einen interessanten Einblick in die Geschichte der Stadt erhält, wer das 1879 erbaute Sentinel Museum besucht. Bis ins Jahr 1960 entstand hier eine Zeitung namens Sentinel, heute werden in dem Haus die dafür benutzten Geräte ebenso ausgestellt wie alte Geräte, die zum Abbau von Blei und Silber benutzt wurden sowie weitere historische Ausstellungsstücke. Das Museum befindet sich direkt hinter dem Courthouse.

Zahlreiche weitere Gebäude im Stadtbild stammen aus den besten Jahren Eurekas in den 1870ern und 1880ern. Zu diesen gehört das Gebäude der San Francisco Brewery, das gleichzeitig als Brauerei und Saloon diente. Später wurden hier nicht alkoholische Getränke hergestellt. 1941 bis 1982 war hier das Postamt untergebracht, seit dessen Umzug in ein anderes, ebenfalls historisches Gebäude steht die ehemalige Brauerei leer. Weitere sehenswerte Gebäude sind unter anderem der ehemalige General Store, mehrere Kirchengebäude, Bars, Restaurants und Hotels sowie Wohnhäuser.

Das Stadtbild wird ergänzt durch eine moderne High School, die ein weites Einzugsgebiet in dieser dünn besiedelten Region hat, sowie durch Sport- und Freizeiteinrichtungen wie öffentliche Parks.