Fairbanks ist die zweitgrößte Stadt des Bundesstaats Alaska und der größte Ort in dem Teil, der als Alaska Interior bezeichnet wird, also das Binnenland. Insgesamt leben knapp 100.000 Menschen im Großraum um Fairbanks, das 1901 als Handelsposten gegründet wurde und nach dem späteren Vizepräsidenten unter Theodore Roosevelt, Charles Fairbanks, benannt wurde. In den 1930er Jahren erlebte Fairbanks einen Aufschwung, als das Militär seine Präsenz in Alaska massiv ausbaute und ein Flugfeld sowie die dazugehörende Infrastruktur errichteten. Bis heute spielt das Militär eine wichtige Rolle für die Wirtschaft von Fairbanks.

Die Stadt liegt in der Nähe des Zusammenflusses von Chena River und Tanana River in einem Tal, das sich langsam zu den White Mountains hin öffnet. In der Umgebung findet man nach wie vor ausgedehnte Agrarflächen; hier wird ein großer Teil der landwirtschaftlichen Produktion Alaskas erwirtschaftet. Bei klarem Wetter kann man von der Stadt aus die in mehr als 150 Kilometer Entfernung liegenden Berge der Alaska Range sehen. Doch um Winterlandschaften zu erleben, muss man nicht weit fahren – die Birch Hill Recreation Area mit einem ausgedehnten Netz an Skiwegen und anderen Wintersporteinrichtungen befindet sich nur wenig außerhalb der Innenstadt.

Dank seiner Lage ist Fairbanks nicht nur von langen Wintern betroffen – Schnee liegt in der Regel von September bis Mai -, sondern erlebt auch beinahe Polarnächte: Während der Sonnenwende im Sommer gibt es fast 22 Stunden Tageslicht, im Winter dagegen gibt es einen Tag mit nur knapp vier Stunden Tageslicht. Das Polarlicht ist an durchschnittlich 200 Tagen im Jahr von Fairbanks aus zu sehen. Legt man die über das Jahr gerechnete Durchschnittstemperatur zugrunde, so ist Fairbanks die kälteste Stadt der USA. In den Wintermonaten sind -15 oder -20°C normale Werte.

Viele Besucher kommen in die Stadt, um entweder selbst Gebrauch von den guten Wintersportmöglichkeiten in der Umgebung zu machen, oder um Sportveranstaltungen beizuwohnen, zu denen neben hochkarätigen Rennen im nordischen Ski auch das berühmte Yukon Quest- Hundeschlittenrennen gehört. Auskunft über Sehenswürdigkeiten, Unterkünfte und Ausflugsmöglichkeiten erteilt das Morris Thompson Cultural and Visitors Center (101 Dunkel Street, täglich geöffnet), in dem nicht nur das Tourismusbüro zu Hause ist, sondern wo auch eine Ausstellungsfläche zu finden ist, auf der Besucher mehr über Geschichte und Natur dieser Region erfahren können. Sport gibt es aber auch im Sommer: Im Carlson Center finden jedes Jahr, meist im Juli, die Eskimo-Indian Olympics statt, bei der sich Angehörige der indigenen Völker in traditionellen Wettkämpfen messen. Diese ganz besonderen olympischen Spiele werden seit 1961 ausgetragen. Ebenfalls traditionsbewusst, allerdings auf andere Weise, zeigt sich das Fountainhead Antique Auto Museum (212 Wedgewood Drive), wo es mehr als 80 historische Fahrzeuge zu sehen gibt, darunter das erste Auto Alaskas. Für Naturfreunde interessant ist dagegen sicher die Creamer’s Field Migratory Waterfowl Refuge am Stadtrand, ein Zwischenstopp für viele Zugvögel. Das Naturschutzgebiet enthält Feuchtgebiete und Wälder.

Zum typischen Bild von Alaska gehören natürlich Hundeschlittenrennen und Fairbanks bietet mehrere Möglichkeiten, dieser nordischen Tradition näher zu kommen. Besucher können einige der Ställe besichtigen und oft sogar selbst einmal im Schlitten Platz nehmen. Zu den Highlights im Veranstaltungskalender gehört die Zielankunft des Yukon Quest International– Rennens im Februar; daneben gibt es im Laufe des Winters noch weitere Rennen, an denen man als Zuschauer dabei sein kann. Noch faszinierender allerdings sind die im Februar beginnenden World Ice Art Championships, die Weltmeisterschaft der Eisskulpturen, an der Künstler aus mehr als 30 Ländern teilnehmen, neben Profis auch Amateure. Die bald schmelzenden Kunstwerke ziehen regelmäßig mehr als 100.000 Besucher an, die neben den Skulpturen auch eine Eislaufbahn vorfinden.

Rund 20 Minuten außerhalb der Stadt befindet sich ein weiteres beliebtes Ausflugsziel. Der kleine Ort North Pole mit seinen rund 2200 Einwohnern ist nicht nur der Ort, an dem zur Weihnachtszeit die Wunschbriefe der Kinder beantwortet werden, sondern die Kleinstadt ist das ganze Jahr über voll und ganz auf das Thema Weihnachten eingestellt und bietet eine Vielzahl entsprechender Fotomotive. Wenn in den Wintermonaten die meisten Gäste hierher kommen, gibt es auch in North Pole immer einige Eisskulpturen zu sehen.

Fairbanks ist einer der Standorte der University of Alaska. An der Universität findet alljährlich im Februar ein Festival der Kunst der amerikanischen Ureinwohner statt. Ein weiterer wichtiger Termin im Veranstaltungskalender der Stadt ist das Golden Days Festival, das im Juli in Erinnerung an die Zeiten des Goldrauschs in Alaska gefeiert wird. Zum Programm gehören verschiedene Veranstaltungen, Aufführungen und Ausstellungen, vor allem aber die traditionelle Parade.