Der Name dieses Ortes hat einen fast schon mythischen Klang. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn ein Gebäude, das man nicht betreten darf und an das man nicht einmal nahe herankommt, bietet natürlich Raum für Spekulationen, Verschwörungstheorien und reichlich Stoff für Filme und Erzählungen. Fort Knox ist eigentlich die Bezeichnung eines Armee-Stützpunkts, auf dem rund 10.000 Soldaten stationiert sind. Das eigentliche Lagergebäude, in dem Goldreserven und andere Werte untergebracht sind, trägt offiziell die Bezeichnung United States Bullion Depository. Das Gebäude befindet sich auf dem Gelände der Basis, ist vielfach geschützt und darf von keinem externen Besucher betreten werden.

Die Armeebasis Fort Knox liegt südlich von Louisville im Norden von Kentucky. Sie befindet sich auf einem Gelände, das schon ab kurz nach dem Bürgerkrieg für ein Militärlager genutzt wurde. Sie ist benannt nach Henry Knox, einem Offizier im Unabhängigkeitskrieg und späteren Kriegsminister unter Präsident George Washington. Die Basis umfasst ein Flugfeld und ein Militärmuseum, das nach General George Patton benannt ist. Im Jahr 1993 kam es im Trainingscenter der Basis zu einem Amoklauf, bei dem drei Menschen getötet wurden.
Die “Barren-Lagerstätte”, so die offizielle Bezeichnung, befindet sich in einem massiven Gebäude, das von mehreren Sicherheitsringen umgeben ist. In diesen Gebieten befinden sich Elektrozäune und Stacheldraht, wohl auch Minenfelder; dazu wird die Umgebung von Kameras, Mikrofonen und Wachtposten überwacht. Sollte ein Alarm ausgelöst werden, sind die Soldaten des Stützpunkts sofort zur Stelle. Die eigentliche Sicherheitsarchitektur unterliegt aber der eigenen Polizeieinheit der nationalen Münzprägeanstalt, der US Mint, die das Lager verwaltet. Über die baulichen Besonderheiten ist ansonsten wenig bekannt, außer dass der unterirdisch liegende Tresorraum mit Granitwänden ausgekleidet ist und hinter einer 22 Tonnen schweren, explosionssicheren Tür liegt.

Ein einziges Mal, im September 1974, waren Außenstehende in den Tresor gelassen worden. Damals hatte es in der Öffentlichkeit intensive Gerüchte darüber gegeben, dass in Fort Knox kein Gold mehr vorhanden sei. Daraufhin durfte eine Gruppe von Kongressabgeordneten und Journalisten den Tresorraum aufsuchen und konnte sich vom Gegenteil überzeugen. Der James-Bond-Film “Goldfinger” von 1964, der sich um die geplante Kontaminierung der Goldbestände in Fort Knox dreht, wurde zum überwiegenden Teil in Großbritannien gedreht, wobei der originalgetreue Nachbau von Fort Knox für die Filmkulissen dem Original bemerkenswert nahe kommen soll.
Mit dem Bau des Gebäudes war 1936 begonnen worden, im Januar 1937 wurde das erste Gold hierher transportiert. Präsident Roosevelt hatte angesichts des bevorstehenden Weltkriegs und in Folge der Weltwirtschaftskrise 1933 angeordnet, dass alle privaten Bestände von Gold an die Bundesregierung verkauft werden müssen. Dadurch war der Bestand im staatlichen Besitz massiv angestiegen. Nach Fort Knox geliefert wurden somit sowohl alte Barren als auch solche, die aus dem Einschmelzen von Goldmünzen neu hergestellt worden waren. Während des Kriegs wurden auch die Originale der amerikanischen Verfassung und der Unabhängigkeitserklärung hier eingelagert, daneben einige unersetzliche Schätze von europäischen Verbündeten, die vermeiden wollten, dass diese in feindliche Hände fielen.

Offiziellen Angaben zufolge liegen in Fort Knox heute gut acht Tonnen Gold, das entspricht einem Wert von über $300 Milliarden und Schätzungen zufolge rund 3% allen Golds, das jemals hergestellt wurde. In der Anlage werden nicht die gesamten Goldvorräte der USA aufbewahrt, aber ein großer Teil davon. In der Federal Reserve Bank in New York City lagert mehr Gold als in Fort Knox, dieses allerdings gehört fast ausschließlich anderen Staaten, die es den USA zur Aufbewahrung anvertraut haben.