Der mit rund 37 Kilometern relativ kurze Gebirgszug der Franklin Mountains erstreckt sich nördlich von El Paso bis nach New Mexico und bildet mit seinen vielfältigen Möglichkeiten nicht nur das wohl beliebteste Ausflugsziel und Naherholungsgebiet für die Stadt, sondern auch das definierende Element des Landschaftsbildes. Hier befindet sich seit 1987 auch ein State Park, in dem man auf einem Campingplatz übernachten kann. Der höchste Berg ist der weithin sichtbare, 2192 Meter hohe North Franklin Mountain, an dem ein Wanderweg bis hin zum Gipfel führt. Der Gebirgszug wurde nach Benjamin Franklin Coons benannt, der ab 1849 als einer der ersten Siedler in der Region auf einer Ranch im heutigen Stadtgebiet von El Paso lebte.

Geologischen Untersuchungen zufolge begannen die Erdverschiebungen, die zur Herausbildung des Gebirges führten, vor mindestens 60 Millionen Jahren, im Inneren finden sich sogar Gesteine, die noch deutlich älter eingeschätzt werden. Im Vergleich dazu sind menschliche Spuren geradezu neu; die ältesten werden auf etwa 10.000 Jahre vor Christus geschätzt – einige Felszeichnungen sind als Zeitzeugen heute noch zu finden. An der Oberfläche, insbesondere in den höheren Lagen, erscheint das Gestein in einer dunkelroten Färbung; diese stammt vom hohen Anteil an oxidiertem Eisen.

Die Gipfel der Franklin Mountains, die als südlichster Ausläufer der Rocky Mountains gelten, dienten zahllosen Siedlern auf dem Weg nach Westen als Orientierungspunkte. Neben dem wie ein Dreieck geformten North Franklin Mountain sind dies vor allem der 2101 Meter hohe South Franklin und Anthony’s Nose mit 2131 Metern Höhe. North Franklin liegt dabei komplett innerhalb der Grenzen des Stadtgebiets von El Paso; hier befindet sich auch der Franklin Mountains State Park.

Dieser Park ist der größte State Park in den USA, der komplett innerhalb eines Ortes liegt. Trotz seiner “städtischen” Lage ist er Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Zu den hier vertretenen Arten gehören verschiedene Kakteen, Palmlilien und Mohn, bei den Tieren sind Hirsche, Adler und Pumas zu nennen. Diese kann mit etwas Glück entdecken, wer sich zum Beispiel auf einen der Wanderwege begibt, von denen der Mundy’s Gap Trail über rund 2,5 Kilometer auf die Nordflanke des North Franklin führt. Von dort aus gelangt man über den knapp 6 Kilometer langen Peak Trail bis auf den Gipfel des Bergs, wo sich eine Radioantenne befindet und von wo man einen herrlichen Blick genießt, der an klaren Tagen bis zu den Guadalupe Mountains in mehr als 150 Kilometern geht. Es werden auch geführte Wanderungen angeboten.

Neben dem Wandern gibt es noch diverse andere Freizeitmöglichkeiten. Viele der Wege sind auch für das Reiten freigegeben und auch per Auto kann man einen großen Teil des Parks erkunden. Anhalten kann man zum Beispiel an einem der mehr als 40 Picknickplätze, die alle mit einem Schatten spendenden Pavillon und Grills ausgestattet sind. Wer es etwas aktiver mag, kann sich an einigen Stellen im Klettern versuchen, zum Beispiel im McKelligon Canyon. Hier befindet sich auch ein Freilufttheater, das gelegentlich für Aufführungen oder Feste genutzt wird.
Eines der beliebtesten Ausflugsziele aber ist die Wyler Aerial Tramway. Diese in der Schweiz gebaute und im Jahr 2001 eröffnete Seilbahn führt hinauf auf den Gipfel des Ranger Peak in einer Höhe von 1717 Metern. Während der vierminütigen Fahrt bereits genießen die Passagiere einen tollen Panoramablick. Oben angekommen, wartet eine Plattform mit ebenfalls sehr gutem Ausblick. Die Bahn fährt täglich zwischen 12 und 20 Uhr, sonntags von 10 bis 18 Uhr.