South Carolina, dessen dokumentierte Geschichte mit dem Besuch des spanischen Entdeckers Hernando de Soto 1540 beginnt, das aber bereits zuvor seit Tausenden von Jahren von Ureinwohnern bewohnt worden war, spielte eine wichtige Rolle für viele bedeutende Ereignisse der amerikanischen Geschichte.

Der englische König Charles I übertrug die Besitzrechte an dem Gebiet der heutigen Carolinas an insgesamt acht Adlige, die ihre Besitztümer, die ab 1670 mit der Gründung des heutigen Charleston besiedelt worden waren, 1719 an die Krone zurück verkauften. Zu diesem Zeitpunkt erfolgte die Trennung der Kronkolonien von South Carolina und North Carolina. In diesen Kolonien lebte man in erster Linie vom Anbau von Indigo und Reis, deren Export einen beträchtlichen Wohlstand schufen, später dann unter anderem auch von Schiffsbau und dem Holzabbau. Durch die Verschärfungen in der Steuerpolitik, die unter anderem auch zur Boston Tea Party führten, wurden auch in South Carolina heftige Proteste hervorgerufen. Am 15. März 1776 erklärte South Carolina sich für unabhängig von der britischen Krone. Im folgenden Krieg kämpften die weißen Siedler nicht nur gegen die einstigen Kolonialmacht, sondern auch gegen ehemalige Sklaven und die Cherokee, die sich an die Seite der Briten gestellt hatten.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts basierte die Wirtschaft South Carolinas hauptsächlich auf dem Anbau von Baumwolle. Zu dieser Zeit lebten etwa 150.000 versklavte Schwarze in dem Gebiet, mit steigender Tendenz. Mitte des 19. Jahrhunderts überstieg die Zahl der Schwarzen die der Weißen, so dass diese aus Angst vor Rebellionen die gesetzlichen Regelungen für Sklaven und freie Schwarze nochmals verschärften. Die Wahl Abraham Lincolns zum Präsidenten verschärfte die Stimmung nochmals. Am 17. Dezember 1860 erklärte South Carolina seinen Austritt aus der Union, am 8. Februar 1861 trat es den Konföderierten Staaten bei.

In South Carolina, genauer im Hafen von Charleston, begann der Civil War. Die Truppen des Nordens, nur etwa 60 Soldaten zählend, hatten sich in das Fort Sumter zurückgezogen und wurden über Wochen von konföderierten Soldaten belagert, bis schließlich am 12. April 1861 der erste Schuss fiel; das Fort fiel nach kurzem Widerstand in die Hände des Südens. Die militärische Niederlage des Südens jedoch hatte weitreichende Auswirkungen auf South Carolina. Die Städte waren zerstört und Tausende junger Männer getötet worden. Die wohlhabende Schicht hatte den Süden verlassen und die Böden waren vom jahrelangen Anbau von Baumwolle nachhaltig geschädigt. Der politische Wiederaufbau nach dem Krieg wurde weiterhin durch Spannungen zwischen den Rassen erschwert; noch immer und noch über Jahrzehnte gab es starke rassistische Tendenzen. Tatsächlich waren über lange Zeit die größten Teile der Bevölkerung South Carolinas, die noch immer zu mehr als 50% schwarz war, von Wahlen und politischer Gleichberechtigung ausgeschlossen.

Ab der Wende zum 20. Jahrhundert erholte sich die wirtschaftliche Lage des Staates. Nun wurde die Baumwolle in South Carolina auch gleich verarbeitet, was einen wahren Boom brachte, begleitet von der Entdeckung des profitträchtigen Tabaks, der nun verstärkt angebaut wurde. In politischer Hinsicht verlief die Entwicklung South Carolinas weniger problematisch als die anderer Südstaaten; die Gleichberechtigung der schwarzen Bevölkerung in den 1960er Jahren verlief weitgehend gewaltlos, abgesehen von den Vorgängen in Orangeburg vom 8. Februar 1968, als Polizisten in eine Gruppe gegen die Rassentrennung demonstrierender schwarzer Jugendlicher auf dem Campus der South Carolina State University schossen und drei Menschen töteten.

Wichtige politische Themen in der jüngeren Vergangenheit South Carolinas waren die Frage nach der öffentlichen Darstellung der Flagge der Konföderierten Staaten, die Einführung einer staatlichen Lotterie zur Finanzierung des Bildungswesens und die Evakuierung der Bevölkerung wegen des Hurrikans Floyd im September 1999. Im Juni 2015 kam es zu einem Amoklauf in einer Kirche in Charleston, als ein Jugendlicher aus rassistischen Gründen neun Gemeindemitglieder erschoss.