Georgias Geschichte beginnt mit den hügelbauenden indianischen Völkern der Mississippi-Kultur, vor allem Etowah und Ocmulgee. Überbleibsel dieser Kulturen finden sich bis heute. Der Spanier Hernando de Soto führte im Jahre 1539 eine Expedition durch die heutigen Südstaaten der USA an, was vermutlich dazu führte, dass ein großer Teil der im Gebiet Georgias lebenden Urvölker an ihnen unbekannten Krankheiten starb. Die spanische Krone beanspruchte das Gebiet für sich und errichtete Missionsstationen im Anschluss an die bereits bestehenden Besitztümer in Spanisch-Florida.

Dagegen wandten sich die Briten, die ihrerseits im nördlich gelegenen heutigen South Carolina Besitzansprüche erhoben. Die mit den Engländern alliierten Yamasee- Indianer besetzten das Gebiet schließlich Anfang des 18. Jahrhunderts, bis sie im Yamasee War von den Truppen South Carolinas so dezimiert wurden, dass die Küste Georgias mehr oder weniger unbewohnt zurückblieb. Ab 1733 begann eine systematische Besiedlung durch englische Kolonisten, angeführt von James Oglethorpe mit der Gründung eines Ortes an der Stelle des heutigen Savannah. Schon bald nach Gründung der Kolonie begann der Import von Sklaven aus Afrika, die in so großer Zahl gehalten wurden, dass sie einen starken Einfluss auf Kultur und sprachliche Besonderheiten Georgias nehmen sollten.

Die Kolonisten Georgias waren politisch gut informiert und erhielten schnell die Kunde von den Vorgängen im Norden rund um die Boston Tea Party 1773. Nur wenig später folgte auch hier die Auflehnung gegen die Kolonialherren, 1776 flüchtete James Wright, der Gouverneur der englischen Krone, angesichts des Machtverlusts der Kolonialmacht auf ein britisches Schlachtschiff. Die revolutionären Kräfte übernahmen die Kontrolle über Georgia, gaben sich eine Art Verfassung und ein politisches System und wählten Archibald Bulloch zu ihrem Präsidenten. Die Briten sahen nicht tatenlos zu und übernahmen 1778 die Kontrolle über Savannah. Viele Sklaven, denen von den Briten die Freiheit versprochen wurde, wechselten ins Lager der Angreifer. Die Kolonisten Georgias zogen sich nach Augusta zurück.

Ab 1794, dem Jahr in dem Eli Whitney in Savannah die Cotton Gin erfand, eine Maschine zur Entkörnung von Baumwolle, begann eine Phase starken Wachstums. Mit der Cotton Gin wurde das Pflücken der Baumwolle deutlich vereinfacht, gleichzeitig waren in England die ersten Fabriken zur Verarbeitung der Baumwolle errichtet worden. Die Baumwollfelder Georgias wuchsen immer weiter, die Farmer erzielten hohe Gewinne und der Bedarf an billigen Arbeitskräften stieg – mehr als 120.000 Sklaven kamen zwischen 1820 und 1840. 1860 bestand fast die Hälfte der Bevölkerung Georgias aus Sklaven.

Gleichzeitig wurden die Ureinwohner aus Georgia vertrieben. Infolge eines Goldfundes im nördlichen Georgia kamen unzählige Glücksritter in die Region und übten Druck auf die Bundesregierung auf, um die hier ansässigen Cherokee loszuwerden, die sich den Weißen in den Weg stellten. Der Konflikt führte zum Indian Removal Act von 1830, mit dem alle an der Ostküste lebenden indianischen Völker in Reservate nach Oklahoma deportiert wurden. Die sich widersetzenden Cherokee wurden auf Befehl von Präsident Martin van Buren 1838 über den so genannten Trail of Tears zwangsweise deportiert, mehrere Tausend Indianer verloren dabei ihr Leben.

1861 schloss sich Georgia in der Sklavenfrage den anderen Südstaaten an, erklärte seine Unabhängigkeit von den USA und wurde ein Teil der Konföderierten Staaten. Während des Civil War wurden die Baumwollfelder Georgias zu Getreidefeldern umgewandelt, Munitionsfabriken wurden errichtet und in Andersonville entstand das größte Kriegsgefangenenlager der Konföderation. Viele Gefangene verloren hier wegen mangelnder Versorgung mit Wasser, Nahrung und Medikamenten ihr Leben. Erst 1863 fand eine Schlacht des Bürgerkriegs auf dem Boden Georgias statt. Ein wichtiger Wendepunkt des Krieges war der Zug des berüchtigten Nord-Generals William T. Sherman durch Georgia, dessen Truppen weite Teile des Gebiets zerstörten und Atlanta bis auf die Grundmauern niederbrannten. Nach dem Krieg setzten die siegreichen Nordstaaten ein rigoroses Reglement in Kraft, das den Machthabern vor dem Civil War sämtliche politischen Ämter entzog und deren Grundbesitz unter den ehemaligen Sklaven aufteilte. Dies schürte die politische Stimmung in Georgia, wo ein Klima der Missgunst entstand und sich radikale weiße Gruppierungen wie der Ku-Klux-Klan entwickelten, die für eine Vielzahl von Morden an befreiten ehemaligen Sklaven, den so genannten Freedmen verantwortlich waren.

1868 kehrte Georgia in die Vereinigten Staaten zurück, doch die Auseinandersetzungen zwischen Schwarz und Weiß hielten noch über Jahre an. Wichtige Positionen, wie die des Gouverneurs oder der Senatoren, wurden von einer überschaubaren Gruppe reicher Weißer besetzt, die ehemals Sklavenhalter waren und ihre Weltanschauungen nicht geändert hatten. Georgia erlebte davon unbeeindruckt nach dem Bürgerkrieg einen deutlichen wirtschaftlichen Aufschwung. Atlanta wurde 1868 nach dem Wiederaufbau zur neuen Hauptstadt bestimmt. Erfolgreich wurden Industriebetriebe, vor allem aus der Textilwirtschaft, nach Georgia gelockt, wo nach wie vor die Baumwolle reichlich vorhanden war. Der Aufbau allerdings wurde vielfach auf den Schultern einer neuen Art von Sklaven getragen. Der Bundesstaat hatte ein Programm aufgelegt, das Gefängnisinsassen – die zum allergrößten Teil schwarz waren – für einen sehr niedrigen Preis Unternehmern als Leiharbeiter zur Verfügung stellte, die dann Bahngleise verlegten oder in Bergwerken arbeiteten. Auch das Klima in der Gesellschaft entwickelte sich in weiten Teilen zum Vorkriegsstand zurück: Zwischen 1880 und 1930 gab es Hunderte von Lynchmorden an Schwarzen in Georgia.

Der Aufschwung der stark von der Baumwolle abhängigen Wirtschaft setzte sich bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts fort. Ab 1915 jedoch fielen Tausende von Baumwollkäfern über die Felder Georgias her und zerstörten Jahr für Jahr einen Großteil der Ernte. Die sich fortsetzende Industrialisierung in den nördlichen Staaten trug weiter dazu bei, dass viele ehemalige Farmer dem Staat den Rücken kehrten. Die schwierigere wirtschaftliche Lage sorgte auch für neuen Zulauf bei den radikalen weißen Gruppierungen, deren Einfluss bis in höchste politische Ämter ausstrahlte. Die Weltwirtschaftskrise ab 1929 sorgte für eine weitere Verringerung des Wohlstands in Georgia und erst Franklin Delano Roosevelts New Deal-Programm ab 1932 sorgte für eine spürbare Erleichterung. Im Rahmen dieses Programms wurden ganze Landstriche mit Strom versorgt, die Infrastruktur ausgebaut und die soziale und gesundheitliche Versorgung der Menschen verbessert. Die Maßnahmen des New Deal jedoch, die auf eine Gleichstellung schwarzer und weißer Bürger abzielten, stießen in Georgia auf deutlichen Widerstand. Mit der Errichtung von Fabriken für Flugzeuge, neuer Militärstandorte und der wichtigen Funktion von Georgias Atlantikhäfen während des Zweiten Weltkriegs holte der Bundesstaat dann die wirtschaftliche Neuorientierung nach, die der Norden bereits hinter sich gebracht hatte. 1950 waren erstmals mehr Menschen in der Industrie und im Handwerk beschäftigt als in der Agrarwirtschaft. Atlantas Bürgermeister William B. Hartsfield sorgte für einen Ausbau des Flughafens zu einem bedeutenden internationalen Drehkreuz.

Die Situation der schwarzen Bevölkerung jedoch hatte sich in all den Jahren nicht bedeutsam verbessert. Die Entscheidung des Supreme Court zur Aufhebung der Rassentrennung in den Schulen etwa wurde von Georgias damaligen Gouverneur Marvin Griffin ignoriert und erst 1969 nach Einreichung einer Klage durch das US-Justizministerium gegen den Bundesstaat durchgesetzt. Der aus Atlanta stammende Bürgerrechtler Martin Luther King Jr. hatte in seinem Heimatstaat einen schweren Stand, es gab sogar nach seiner Ermordung noch Streitereien um eine angemessene Grabstätte. Sein enger Vertrauter Andrew Young wurde 1972 als erster Schwarzer in den US-Congress gewählt, nachdem der neue Gouverneur Jimmy Carter in seiner Antrittsrede formal das Ende der Rassentrennung in Georgia erklärt hatte.

Wenig später begann ein neuer wirtschaftlicher Aufschwung, vor allem im Ballungszentrum Atlanta, wo sich dank unternehmerfreundlicher Politik und dem weiteren Ausbau des Flughafens viele Firmen ansiedelten. 1996 richtete die zu neuem Glanz gekommene Hauptstadt des Bundesstaats die Olympischen Spiele aus, die allerdings von einem Bombenanschlag überschattet wurden. Dieser wurde von einem Mitglied der streng konservativen Rechten verübt, die in Georgia, gemeinsam mit dem fundamentalistischen Christentum, seit den 90er Jahren starken Zulauf verzeichnen. Diese Einflüsse haben die politische Stimmung im Bundesstaat seitdem bestimmt. Georgia wurde eine Bastion der republikanischen Partei und steht in vielen bedeutsamen Fragen der amerikanischen Politik, etwa Abtreibung, gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften oder beim Waffengesetz, am konservativen Rand der Skala.