Gefundene Spuren menschlicher Besiedelung des Gebiets, das heute Nevada ausmacht, deuten darauf hin, dass vor etwa 12.000 Jahren Fischer und Jäger hier gelebt haben. Diese ernährten sich von dem, was die weiten Landschaften und die damals noch vorhandenen Gletscherseen hergaben. Eine der Stellen, an der Tausende Jahre alte Spuren gefunden wurden, befinden sich in Form der so genannten Lost City in der Nähe von Overton im Südosten Nevadas. Später lebten vor allem die Indianervölker der Paiute und Shoshoni hier. Diese blieben in der Region für lange Zeit ungestört von europäischen Entdeckern.

1826 stieß eine Delegation der Hudson Bay Company unter Führung von Peter Skene Ogden hierher vor, später folgten weitere Expeditionen unter anderem von John C. Fremont. Ab 1846 begann der Zug der Mormonen nach Westen und so entstand 1850 der Ort Mormon Station im Westen die erste weiße Siedlung in dem Territorium, das später Nevada werden sollte. Auf Betreiben dieser religiösen Gruppe, die sich inzwischen in der Gegend um Salt Lake City niedergelassen hatten, wurde 1850 das Utah Territory gegründet mit dem Mormonenführer Brigham Young als ersten Gouverneur. Bald entstanden zahlreiche Siedlungen von Mormonen in dem Gebiet, unter anderem an der Stelle von Las Vegas.

Mit dem ersten Fund von Silber 1858 in der Comstock Lode unter der heutigen Stadt Virginia City nahe der Grenze zu California zogen bald auch andere Siedler in die Region. Für die Bundesregierung ergab sich daraus die Gelegenheit, den Einfluss der unliebsamen Mormonen zu beschränken und das Nevada Territory abzuspalten, das 1861 ins Leben gerufen wurde. Zu Ungunsten des verbliebenen Utah-Territoriums wurden dem Nevada-Gebiet später noch weitere Gebiete zugeschlagen, in denen zuvor Gold gefunden worden war. Als sich zur gleichen Zeit im Osten des Landes die Auseinandersetzungen um die Sklavenfrage immer weiter zuspitzte, wurde es für die Regierung unter Abraham Lincoln wichtig, Bundesstaaten auf die Seite der Union zu bringen und so wurde Nevada 1864 der Status eines Bundesstaats zuerkannt. Dieser Vorgang wurde mit großer Eile abgewickelt, weil Lincoln die Stimmen aus Nevada für die anstehende Präsidentschaftswahl benötigte.

Die Förderung von Gold, Silber und Mineralen prägte den jungen Bundesstaat in den folgenden Jahrzehnten, doch bald schon hatten andere Gebiete in den USA in dieser Hinsicht Vorteile gegenüber Nevada gewonnen. In den 1870ern war die Comstock Lode erschöpft und Nevada erlebte einen wirtschaftlichen Niedergang. 1900 wurde ein sehr ertragreiches Silbervorkommen bei Tonopah im Westen Nevadas gefunden, was dem brachliegenden Bundesstaat wieder Auftrieb verlieh. Ein neuer Boom entstand, angetrieben durch zusätzliche Gold- und Kupferfunde. Unter den Minenarbeitern war Glücksspiel weit verbreitet, allerdings wurde es 1909 landesweit verboten. 1931 wurde nach der Aufhebung des Verbots die erste Glücksspiellizenz ausgestellt.

Die Wiedereinführung des Glücksspiels fiel damit in die Zeit der Depression, die Nevada besonders hart getroffen hatte, nachdem schon die Förderung von Edelmetallen in den Zwanziger Jahren einen erneuten Niedergang erlebt hatte. Die Regierung in Washington, DC sorgte in dieser Zeit landesweit für Aufschwungprojekte; in Nevada entstand aus diesen Projekten ab 1935 der Hoover Dam unweit von Las Vegas an der Grenze zu Arizona. In den 50er Jahren hatte sich die Spiel- und Entertainmentindustrie zum wichtigsten Wirtschaftszweig Nevadas entwickelt, doch diese Entwicklung verlief weitgehend unkontrolliert. Als in den folgenden Jahren der starke Einfluss des organisierten Verbrechens auf die Casinos deutlich wurde, war nicht nur der Bundesstaat, sondern auch die Bundesregierung gezwungen, regulierend einzugreifen.

Der Popularität Nevadas tat das allerdings keinen Abbruch, ebenso wenig wie die Tatsache, dass ab 1951 in der Wüste nordwestlich von Las Vegas die erste Atomwaffe auf dem neu geschaffenen Testgelände gezündet wurde. Zwischen 1960 und 1980 war Nevada der am schnellsten wachsende Bundesstaat der USA; allein in den 60ern wuchs die Bevölkerung um 70%. Bis heute ist das Glücksspiel die wichtigste Einkommens- und Wachstumsquelle für den Bundesstaat, der allerdings seit den 1980ern einige Anstrengungen unternommen hat, um die Wirtschaft zu diversifizieren.