Das Land, auf dem sich heute die fünftgrößte Stadt der USA und zahllose schnell wachsende Vorstädte befinden, war über hunderte Jahre das Stammland der Hohokam. Als diese – Forschungsergebnisse zufolge wohl auf Grund langer Dürreperioden – die Region im 14. Jahrhundert verließen, blieb die Gegend für lange Zeit beinahe menschenleer, einmal abgesehen von gelegentlich durchreisenden spanischen Missionaren. Diese jedoch konzentrierten sich eher auf das Volk der Pima, die im südlicheren Teil Arizonas lebten. Im 19. Jahrhundert dann gewann das Tal des Salt River wieder an Interesse. Pelzjäger kamen nun häufiger in die Region.

 

Nach dem Ende des Krieges mit Mexico im Jahr 1848, erhielten die USA die Hoheit über die Mitte Arizonas, das sie dem neuen New Mexico Territory zuschlugen. Mit dem Gadsden Purchase kamen dann 1853 noch weiter südlich gelegene Teile des heutigen Bundesstaats hinzu. Der amerikanische Bürgerkrieg einige Jahre später ging an Arizona ohne Kämpfe vorbei, allerdings gab es politische Spannungen zwischen den Lagern, als Sympathisanten der Südstaaten rund um Tucson ein separates Territorium ausriefen. In den 1860er Jahren kamen dann mehr und mehr Menschen in die Gegend, vor allem angetrieben durch Goldfunde. Einer davon war ein deutscher Einwanderer, der gegen den Widerstand der ansässigen Yavapai-Indianer das nach ihm benannte Städtchen Wickenburg als ersten Ort der näheren Umgebung gründete. Heute ist dieser vor allem bekannt als Zentrum einer Gegend, in der es zahlreiche Guest Ranches gibt. Um den indianischen Widerstand in den Griff zu bekommen, errichtete die US Army das Fort McDowell, dessen dessen – hauptsächlich hispanischen – Angestellten ein Camp errichteten, aus dem später die Stadt Tempe werden sollte.

Auch der aus South Carolina stammende Jack Swilling arbeitete zunächst als Goldsucher in Wickenburg, bevor er 1857 das Potenzial der Gegend am Fuße der White Tank Mountains erkannte. Er begann damit, ein auf den alten Wasserwegen der Hohokam basierendes Netz aus Kanälen zu errichten, das schnell dazu führte, dass die angrenzenden Felder sehr ertragreich wurden. Einige kleinere Ansiedlungen entstanden, darunter das wegen seines Reichtums an Kürbissen so benannte Pumpkinville. Der Namensvorschlag von Phillip Darrell Duppa, einem Wegbegleiter Swillings, war schließlich “Phoenix”, bezogen auf die Tatsache, dass diese neue Stadt auf den Ruinen einer untergegangenen Zivilisation entstanden war. Im Mai 1865 wurde der neugegründete Ort von der Regionalverwaltung anerkannt, 1868 eröffnete erstmals eine Poststation.

Die junge Stadt entpuppte sich schnell als erfolgreiches Modell. Innerhalb weniger Jahre entstanden Schulen, Saloons, eine Kirche und Banken und für das Jahr 1880 wurden bereits 1700 Einwohner ausgewiesen. 1881 erhielt Phoenix das Stadtrecht und wählte seinen ersten Bürgermeister. Die Zeit für die Stadtgründung erwies sich als günstig, denn nur wenige Jahre später erreichte die Eisenbahn die junge Stadt, womit auch der Transport hier produzierter Waren in die weit entfernt liegenden Metropolen an der Ostküste um ein Vielfaches erleichtert wurde. Phoenix wuchs, zwar noch recht langsam, aber kontinuierlich und hatte im Jahr 1900 erstmals über 5000 Einwohner. Präsident William Howard Taft ernannte die zentral gelegene Stadt 1911 zur Hauptstadt der neuen Bundesstaats Arizona, obwohl Tucson damals die größte Stadt des Bundesstaats war. Die Einwohnerzahl nahm weiter zu und lag im Jahr 1940 bereits jenseits der 65.000.

Der Zweite Weltkrieg brachte Phoenix noch einmal einen starken wirtschaftlichen Impuls. 1941 entstanden gleich zwei Air Force-Basen im Umfeld, zudem verlegte das Heer große Übungseinheiten hierher. Bis zum Jahr 1960 sollte sich nicht zuletzt dank dieser Zuzüge die Zahl der Einwohner auf über 430.000 mehr als versechsfachen. Das brachte jedoch auch Probleme mit sich. Im November 1942 entlud sich eine Auseinandersetzung zwischen einer Gruppe weißer und einer Gruppe schwarzer Soldaten in unruheähnliche Verhältnisse, die erst durch einen massiven Einsatz der Armee und mit einigen Toten beendet werden konnten.
Dem anhaltenden Wachstum der Stadt tat das jedoch keinen Abbruch. Seit den 60er Jahren wurde Phoenix auch touristisch zu einem beliebter werdenden Ziel, zugleich jedoch wuchsen die Probleme in der Stadt. Der wachsende Einfluss der Mafia prägten das Geschehen in den 70ern, gefolgt von einem Verfall der Innenstadt und großen Schwierigkeiten mit Kriminalität in den 80ern. Wie in vielen anderen Städten im Land verließen die Menschen das Stadtgebiet und suchten sich Häuser in den Vororten. Nach einiger Zeit hat man diese Probleme aber wieder in den Griff bekommen und einstmals fast aufgegebene Stadtteile wie auch Downtown wurden revitalisiert. Seit dem Jahr 2000 ist die Bevölkerung in der Stadt weiter nachhaltig gewachsen; Phoenix zählt zu den drei am schnellsten wachsenden Ballungsräumen der USA. Die Wirtschaftskrise setzte der Stadt schwer zu, der Aufschwung setzte danach jedoch recht schnell wieder ein.