Als “Golden Isles” bezeichnen sich vier der Barriereinseln vor der Küste von Georgia: Jekyll Island, St. Simons Island, Little St. Simons Island und Sea Island. In der touristischen Vermarktung zählt auch noch die historische Kleinstadt Brunswick auf dem Festland zur Region der Golden Isles. Zwar sind alle der vier Inseln zu luxuriösen Resortanlagen für ein wohlhabendes Publikum entwickelt worden, doch auch “normale” Touristen können die landschaftlichen Schönheiten, die Natur, die Sehenswürdigkeiten, das angenehme Klima und die Ruhe der Inseln genießen. Jekyll Island, St. Simons Island und Sea Island sind vom Festland aus über Dammstraßen erreichbar, auf Little St. Simons Island kommt man nur mit dem Boot. St. Simons Island ist die größte der Inseln mit einer Einwohnerzahl von 12.700 Menschen. Der Name “Golden Isles” stammt von der herbstlichen Verfärbung des Marschlandes auf den Inseln.

 

Brunswick

Ähnlich wie das eine gute Autostunde entfernt liegende Savannah wurde Brunswick, benannt nach dem deutschen Herzogtum Braunschweig-Lüneburg, in einem Muster rund um zentrale, rechteckige Plätze herum angelegt. Die Stadt mit rund 15.000 Einwohnern hat einen der bedeutendsten Häfen an der amerikanischen Atlantikküste, über den ein großer Teil der Importgüter ins Land kommt. Brunswick entstand ursprünglich aus einer 1568 errichteten spanischen Missionsstation und war während des Civil War in weiten Teilen zerstört worden. Während des Zweiten Weltkriegs war die Stadt bedeutender Marinestandort zum Schutz der amerikanischen Handelsschiffe.
Sehenswert ist vor allem der Historic District, der auf die britische Kolonialzeit zurückgeht und in seinen Grundzügen im Wesentlichen in den 1770er Jahren angelegt wurde. Zu sehen gibt es einige historische Wohnhäuser wie beispielsweise das Mahoney-McGarvey House (1709 Reynolds Street); die Glynn Academy (1001 Mansfield Street), eine der ältesten High Schools in den USA oder das hübsche alte Rathaus der Stadt mit seinem Glockenturm (1229 Newcastle Street), das heute für private Veranstaltungen genutzt wird.

 

St. Simons Island

Als größte der Golden Isles bietet St. Simons Island nicht nur genügend Platz für seine gut 13.000 ständigen Einwohner und die zahlreichen Feriengäste, sondern ist daneben auch in weiten Teilen auch ein funktionierendes Ökosystem mit Marschland und Wald. Auf die Insel, die von den ehemaligen britischen Kolonialherren zum Anbau von Reis und Baumwolle genutzt worden war, gelangt man von Brunswick aus über den F.J. Torras Causeway, einer rund 7 Kilometer langen Dammstraße. Entlang der Straße verläuft ein Rad- und Fußweg.
Zu den Sehenswürdigkeiten gehört das 1935 erbaute King and Prince Hotel (201 Arnold Road), das während des Zweiten Weltkriegs als Trainingscenter für Marinesoldaten und danach als Radarstation diente. Ebenfalls sehenswert ist das St. Simons Island Light (600 Beachview Drive), das ursprünglich 1810 erbaut worden war, um Schiffe vor den Sandbänken vor der Insel zu warnen. Nach seiner Zerstörung im Bürgerkrieg wurde der 32 Meter hohe Leuchtturm 1872 wiedererbaut und seit einem blutigen Streit zwischen dem Leuchtturmwärter und seinem Assistenten 1880 soll es drinnen angeblich spuken. Das St. Simons Light wurde 2010 sorgfältig restauriert und ist heute wieder ein beliebtes Motiv für Maler und Fotografen. Bei Teilnahme an einer der geführten, rund zweistündigen Touren können Besucher die 129 Stufen bis nach oben hinaufklettern.
Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das Fort Frederica National Monument (Frederica Road, Besucherzentrum täglich geöffnet 9-17 Uhr), das die Überreste eines Mitte des 18. Jahrhunderts von James Oglethorpe angelegten Forts bewahrt.

 

Little St. Simons Island

Die etwa 40 km² große Insel, gelegen zwischen St. Simons Island und Sea Island, befindet sich seit 1760 in Privatbesitz. Heute gehört sie den Erben eines deutschstämmigen Industriellen und dem ehemaligen US-Finanzminister Paulson. Wer beide nicht persönlich kennt, hat die Möglichkeit, in einer Lodge auf der Insel zu übernachten, was allerdings nicht gerade günstig ist. Immerhin hat die geringe Menschendichte auf Little St. Simons Island den Vorteil, dass sich die Natur vergleichsweise frei entfalten kann. Neben Fröschen, Alligatoren, Delfinen und einigen hier angesiedelten Damhirschen können vor allem mehr als 250 Vogelarten beobachtet werden – von einer Anlegestelle auf St. Simons Island aus kann man Tagestouren arrangieren. Vor allem aber weist die Insel kilometerlange, schöne Strände auf, zudem ist die Insel ein gutes Angelrevier.

 

Sea Island

Auch die benachbarte Sea Island ist nicht öffentlich, sondern ist im Besitz eines Unternehmens, das hier drei Resorts betreibt. Zugang ist in der Regel nur möglich, wenn man von einem der Gäste der Resorts eingeladen wird oder selbst dort übernachtet. Auf der Insel, die über drei Golfplätze verfügt, wird seit 2010 jährlich ein Golfturnier der PGA-Tour ausgetragen. Im Jahr 2004 war Sea Island der Schauplatz eines G8-Gipfels.

 

Jekyll Island

Auch Jekyll Island ist per Auto erreichbar, eine Dammstrasse führt auf die Insel. Bevor man auf die Insel gelangt, wird allerdings eine Tagesgebühr fällig, sozusagen eine Art Eintrittspreis. Dieser lohnt sich aber durchaus. Auf der einen Seite zeigt sich Jekyll Island mit viel Natur, entsprechend einer Verordnung, die vorsieht, dass 65% der Insel im natürlichen Zustand verbleiben müssen. Am südlichen Ende finden sich Dünen und Marschland, wo sich viele verschiedene hier vorkommende Tierarten entdecken lassen, während sich die Bebauung auf die nördliche Hälfte konzentriert; Strände kann man aber an beiden Seiten finden. Einer davon, North End Beach, liegt in der Nähe eines großen und gut ausgestatteten Campingplatzes.
Die Strände und Naturlandschaften dürften für die meisten Besucher zu den wichtigsten Anziehungspunkten zählen, doch Jekyll Island hat noch weitere Attraktionen zu bieten. Zu erwähnen sind der Wasserpark “Summer Waves” (210 Riverview Drive, geöffnet Mai-September) und der Historic District, der rund um den ehemaligen Jekyll Island Club eingerichtet wurde und die historische Bausubstanz bewahrt. Der Jekyll Island Club war ab Ende des 19. Jahrhunderts der Sommertreffpunkt der reichsten Familien des Landes, von Rockefeller bis Vanderbilt. Die rund um die Jahrhundertwende entstandenen, oft sehr sehenswerten Sommerhäuser einiger Clubbesucher, “Cottages” genannt, befinden sich ebenfalls in der Gegend. Das ehemalige Hauptgebäude des Clubs (371 Riverview Drive) dient heute als Luxushotel.