Minneapolis ist bekannt für seine zahlreichen Parks und Grünanlagen. Über den Grand Rounds Scenic Byway wird zwischen diesen eine Verbindung hergestellt: In einer Art Rundkurs um die Stadt herum werden sieben verschiedene Parksegmente und Freizeitgebiete miteinander verbunden. Die rund 80 Kilometer lange Ringstraße ist für Autos geöffnet, allerdings bei stark reduziertem Tempo, und verfügen beinahe durchgängig über separate Fahrstreifen für Radfahrer und über Gehwege. Der für die Straße verwendete Asphalt hat eine leicht rötliche Färbung, mit der die Orientierung erleichtert wird.

Der Rundweg führt zu einigen der beliebtesten Attraktionen von Minneapolis, zu denen vor allem Orte am Wasser gehören – seien es Wasserfälle, der Mississippi oder die zahlreichen Seen der Umgebung, darunter die Chain of Lakes. Der Grand Rounds Scenic Byway ist an den meisten Stellen gut markiert und beschildert. Entlang der Strecke gibt es einige Infotafeln und umfassendere Informationen bekommt man im Besucherzentrum im Longfellow House (4800 South Minnehaha Park Drive).

Beginnen kann man mit der Rundtour etwa im Mills Ruins Park in Downtown Minneapolis. Neben den historischen Mühlen am Ufer des Mississippi sind die Highlights hier zwei Inseln im Fluss, die historische Stone Arch Bridge und die Saint Anthony Falls, früher der einzige mächtige Wasserfall in der oberen Hälfte des Flusses. Im Bemühen, den gesamten Mississippi schiffbar zu machen, wurden die Wasserfälle mit Schleusen und Dämmen entschärft und sind heute ein Teil eines Wasserkraftwerks. Von hier geht es am Ufer des Flusses entlang und zum Minnehaha Creek, einem schmalen Fluss, der aus dem Lake Minnetonka entspringt. Der Rundweg führt in den Minnehaha Park, dessen wichtigste Attraktion ebenfalls ein Wasserfall ist. Die Minnehaha Falls (Foto oben) inspirierten einst den berühmten Dichter Longfellow zu seinem Werk “Das Lied von Hiawatha”, heute ziehen die Fälle jährlich tausende Touristen an. Die kommen auch gerne im Winter, wenn das Wasser regelmäßig friert und so ein besonders begehrtes Fotomotiv schaffen. In den Sommermonaten dagegen ist der Park öfter Schauplatz von größeren Freiluftveranstaltungen.

Der nächste Abschnitt der Grand Rounds ist die Chain of Lakes, die Seenkette. Diese besteht aus fünf Seen und den angrenzenden Ländereien, die alle beliebte Ausflugsziele sind. Am Lake Harriet gibt es beispielsweise zwei Strände mit Blick auf die Skyline von Minneapolis, außerdem wird der See gerne von Seglern und Anglern genutzt. Ein beliebter Treffpunkt ist auch die Konzertmuschel mit angrenzender Picknickfläche, wo im Sommer oft Open Air- Konzerte stattfinden. Daran schließt sich der größte See in der Kette an, der Lake Calhoun, an dem es drei Strände gibt. Wer möchte, kann hier auf einem 5 Kilometer langen Nebenweg zum Grand Rounds einmal rund um den See spazieren oder radeln, ansonsten ist Lake Calhoun bei Kanufahrern und Windsurfern beliebt. Der deutlich kleinere Lake of the Isles liegt nordöstlich davon. Dieser See hat einen ganz anderen Charakter, denn er ist vor allem ein natürlicher Lebensraum mit Feuchtgebieten in Ufernähe und zwei Inseln, die als Wildnisgebiet geschützt werden und die nicht betreten werden dürfen. Der flache See friert im Winter meist als erstes und wird dann oft zum Schlittschuhlaufen oder Eishockeyspielen genutzt. Der benachbarte Cedar Lake dagegen verfügt ebenfalls über Badestrände, zudem gibt es einige Spazier- und Radwege in Ufernähe. Cedar Lake erhielt seinen Namen von den Wacholderbäumen, die an vielen Stellen am Ufer zu finden sind. Schließlich, als letztes Glied der Seenkette, folgt noch der Brownie Lake, zugleich der kleinste der Seen, der ebenfalls eher Natur- als Freizeitgebiet ist. Dennoch gibt es auch hier Möglichkeiten zum Kanufahren und einige Spazierwege entlang des Ufers.

Der Grand Rounds Byway setzt sich dann weiter fort zum größten Park von Minneapolis, dem mehr als 3 km² großen Theodore Wirth Park, der nach einem ehemaligen Spitzenbeamten der Stadt benannt wurde. Hier befinden sich zwei Golfplätze, ein Wildblumengarten und ein weiterer See. Über den Victory Memorial Parkway, vorbei an einer Statue von Abraham Lincoln, führt der Weg dann wieder in Richtung Fluss. Am Ufer des Mississippi, in einem kleinen Park mit Spielplatz und Picknickflächen, bietet sich dann der Blick in Richtung der Anlegestelle, von der aus Frachtschiffe ihre Reise über den großen amerikanischen Fluss beginnen.