Fast 320 Kilometer Wanderwege stehen Besuchern im Grand Teton National Park zur Verfügung und mehr als 2,5 Millionen Besucher im Jahr machen von diesem und anderen Angeboten gern Gebrauch. Der Park liegt im Nordwesten des Bundesstaats Wyoming und umgibt das Gebirge der Teton Range, das sich über 64 Kilometer von Jackson Hole aus Richtung Norden zieht. Grand Teton ist der mit 4197 Metern höchste Berg des Gebirgszugs, der außerdem noch acht weitere Gipfel mit mehr als 3600 Metern Höhe aufweist. Am Fuß der vergletscherten Berge zieht sich eine Kette von Seen durch die Täler, von denen der größte, Jackson Lake, mehr als 100 km² groß und mehr als 130 Meter tief ist. Der Nationalpark wurde im Jahr 1929 eröffnet.

John Colter, ein Mitglied der Lewis & Clark- Expedition, durchstreifte die Region rund um Jackson Hole um 1805. Es dauerte dann allerdings bis 1871, bis eine Expedition unter James Stevenson die Gegend in einer Karte festhielt und ihre Geologie und Biologie studierte. Schon recht bald danach wurden erste Rufe laut, dass die Regierung die Grand Tetons unter Naturschutz stellen solle, diese blieben jedoch über Jahre hinweg erfolglos. Ab 1927 kaufte dann eine Gruppe von Philanthropen unter der Führung von John D. Rockefeller für über eine Million Dollar Land in der Region, um es zu halten, bis die Bereitschaft für die Errichtung eines Nationalparks in Washington bestand. Der Widerstand vor allem örtlicher Rancher gegen die Einrichtung eines Naturschutzgebiets und politische Querelen sorgten aber dafür, dass das gekaufte Land nicht in den 1929 eröffneten Nationalpark integriert wurden und dass es immer wieder Bewegungen gab, den Nationalparkstatus wieder zurück zu nehmen. Erst mit den steigenden Besucherzahlen nach dem Zweiten Weltkrieg und deren Effekt auf die regionale Wirtschaft änderte sich das Meinungsbild. 1949 wurde das Land der Gruppe um Rockefeller schließlich in den Nationalpark integriert. Das 43 Kilometer lange Landstück, das den Grand Teton National Park mit dem Yellowstone National Park verbindet wurde in Anerkennung seiner Verdienste als John D. Rockefeller Jr. Memorial Parkway benannt.

Der Park ist ganzjährig geöffnet, allerdings sind im Winter einige Strassen gesperrt und einige Services nicht verfügbar. So unterhält der National Park Service insgesamt sechs Informationszentren an verschiedenen Stellen des Parks, aber nur das Visitors Center in der Nähe von Jackson ist durchgängig geöffnet. Neben Ausstellungen und einem kleinen Laden gibt es hier auch Informationen zu den geführten Wanderungen und Touren, weiterhin werden hier die Genehmigungen fürs Camping abseits der ausgewiesenen Plätze und für die Benutzung von Booten im Park ausgegeben. Es gibt sechs Campingplätze mit einer großen Zahl an Plätzen, Reservierungen sind möglich.

Innerhalb des Nationalparks kann man wandern, klettern, Radfahren, Skilaufen und viele weitere Aktivitäten. Es gibt eine grössere Zahl von Anbietern, die zum Beispiel Bootstouren über die Seen im Tal anbieten, aber auch Angelausflüge, Floßfahrten, geführte Klettertouren oder Reitexkursionen. Wer es ganz ruhig angehen will, kann auf dem Jenny Lake auch eine Fahrt mit dem Dampfer buchen. Auf recht guten Strassen innerhalb des Parks besteht aber auch die Möglichkeit, den Park vom Auto aus zu entdecken und an einigen besonders sehenswerten Stellen anzuhalten. Der Jenny Lake Scenic Drive beispielsweise hält einige tolle Aussichten bereit.

Wer mit dem Auto durch den Park fahren möchte, sollte sich allerdings darüber im Klaren sein, dass der Nationalpark in erster Linie Heimat der Tiere ist. So mancher Autofahrer sah sich bereits plötzlich einem der hier lebenden Bisons, Elche, Schwarzbären oder Kojoten gegenüber.