Die Vielfalt der Nationen allein, die in Houston zuhause sind, sorgt für ein kulturell äußerst vielseitiges Bild der Stadt. Ethnisch geprägte Stadtviertel, deren Bewohner Traditionen und Kulturen ihrer Heimat aufrecht erhalten, Festivals und Events unterschiedlichster Ausprägungen und eine überaus breite Auswahl kulinarischer Richtungen sind Ausdruck dieser kulturellen Vielfalt. Doch auch in klassischer Kultur kann die Stadt auf ein sehr breites Angebot verweisen. Nur in New York City gibt es in einer amerikanischen Innenstadt mehr Theatersitzplätze als in Houston, das daneben auch eine Symphonie, ein Ballet und ein Opernhaus zu bieten hat – als eine von nur fünf US-Städten mit diesem Komplettangebot.

Gleich neun Institutionen, die sich der Bühnenkunst verschrieben haben, sind im Theater District zu finden, einem mehrere Blocks großen Abschnitt in Downtown. Ergänzt wird das Angebot hier durch Restaurants, Bars und Kinos. Eine der ersten Adressen für Restaurants in diesem Viertel ist der Komplex Bayou Place, wo sich auch das Verizon Wireless Theater befindet, in dem wechselnde Veranstaltungen wie Konzerte stattfinden. Mit dem in der Nähe gelegenen Hobby Center for the Performing Arts verfügt das Viertel über ein weiteres, hochkarätiges Veranstaltungszentrum. Das Hobby Center, benannt nach einem ehemaligen Politiker, wurde 2002 eröffnet und ist Bühne für große Aufführungen gastierender Künstler, etwa für Musicals oder Konzerte. Im größten der Säle finden mehr als 2600 Zuschauer Platz.

In einem äußerlich wenig ansprechenden Gebäude an der Texas Avenue, in unmittelbarer Nähe des Bayou Place untergebracht ist das Alley Theatre, eine seit 1947 bestehende Theaterkompanie, die bereits viele Preise gewonnen hat. Der Bau beherbergt zwei Bühnen. Die Saison geht von August bis zum nächsten Mai.
Sogar noch mehr Auszeichnungen gewonnen hat die Houston Grand Opera, die 1955 gegründet wurde. Seit 1987 ist das Wortham Theater Center mit seinen zwei Sälen – der größere bietet mehr als 2400 Zuschauern Platz – an der Texas Avenue die Heimat der Operngesellschaft. Das Programm der Oper, das bereits mit Grammy und Emmy Awards ausgezeichnet wurde, wird ergänzt durch das Opera Studio Programm, bei dem Künstler ausgebildet werden und einem Programm zur Einbindung der Bürger in die Kulturarbeit. Die Saison dauert von Oktober bis Mai. Das Houston Ballet, das jährlich etwa 75 Auftritte in fünf verschiedenen Darbietungen hat hat seit 2011 ein eigenes Gebäude, das Center for Dance. Die Kompanie ist die viertgrößte des Landes und tritt regelmäßig zu Gastauftritten national und International auf. Die Saison geht von September bis Juni.

Die 1966 eröffnete Jones Hall for the Performing Arts, ebenfalls im Theater District, ist die Heimat des Houston Symphony Orchestra und daneben Aufführungsort wechselnder Konzerte. In Folge eines tropischen Sturms lief das Gebäude 2001 voll Wasser, wodurch das Orchester Millionenwerte an Instrumenten verlor. Mit etwa 15-20 verschiedenen Aufführungen während der von September bis Mai dauernden Saison bietet das Orchester ein breites Angebot, das durch Programme zur Einbindung der Öffentlichkeit ergänzt wird.

Houston bietet neben den festen Institutionen der klassischen Kultur ein breitgefächertes Programm weiterer kultureller Veranstaltungen. Dazu gehört beispielsweise das alle jährlich im März im Memorial Park stattfindende Bayou City Art Festival, bei dem Künstler aller Art ihre Arbeit zeigen. Dazu gehören unter anderem Arbeiten mit Glas, Ton und Holz, aber auch Fotographien, Skulpturen und Gemälde sowie Kunsthandwerk. Die besten Künstler werden dabei von einer Jury ausgezeichnet. Beim Houston International Festival, das jeweils an zwei Wochenenden im April / Mai stattfindet, dreht sich das Programm in erster Linie um Live-Musik, Kunsthandwerk und internationale Küche; daneben gibt es ein künstlerisches Bildungsprogramm. Das Festival hat ein jährlich anderes Hauptthema, besteht seit 1971 und findet rund um verschiedene Bühnen und Plätze in Downtown statt. Auf dem Campus der University of Houston findet jährlich Ende März / Anfang April die Frontier Fiesta statt, bei der Studenten künstlerische Werke aus mehreren Disziplinen zeigen, ergänzt durch Live-Konzerte namhafter Künstler. Beliebt sind zum Beispiel die Variety Shows, bei denen Studenten etwa 30 Minuten lange Vorführungen, zum Beispiel musikalische, zum Besten geben. Der Tradition zufolge ist das Festival hauptsächlich an einem Western- Thema orientiert. Ziel der Frontier Fiesta ist, Geld zur Finanzierung von Stipendien zu erwirtschaften.

Fixpunkte des Veranstaltungskalenders sind darüber hinaus das traditionsreiche Greek Festival im Oktober, ein ethnisches Festival mit griechischer Musik, Küche und Traditionen, dessen Antrieb aus der großen griechischen Community Houstons entstanden ist und die Houston Gay Parade, eine der größten Christopher Street Day- Paraden des ganzen Landes. Sie findet am vierten Samstag im Juni statt, genauer gesagt in der Nacht dieses Samstags.