Jahr für Jahr werden die USA von schweren Stürmen, Hurrikanen und Tornados heimgesucht, die oft schwere Verwüstungen hinterlassen. Vor allem die Hurrikane sind dabei zu weltweiten Medienereignissen geworden, zum einen, weil sie oft vor den USA bereits andere Länder in der Karibik oder Mittelamerika getroffen haben, zum anderen, weil ihre Auswirkungen oftmals katastrophale Folgen für ein großes Gebiet haben. Von beiden Wetterereignissen sind bestimmte Regionen der USA oft betroffen, andere so gut wie nie. Die Ursache hierfür liegt in den klimatischen Bedingungen, die für die Entstehung solch schwerer Stürme nötig sind. So sind von Hurricanes in erster Linie Küstenregionen bedroht.

Hurricanes sind dabei eine besondere Form tropischer Wirbelstürme, zu denen auch Zyklone und Taifune gehören; die Unterscheidung zwischen diesen Bezeichnungen liegt ausschließlich in deren geographisch verschiedenen Vorkommen begründet. Sie entstehen, wenn im Spätsommer über großen Wasserflächen große Mengen Wasserdampf verdunsten. Auswirkung auf die USA haben dabei die Stürme, die über dem Nordatlantik entstehen und die dann entweder über die Ostküste oder über die Küste des Golf von Mexico das Land erreichen. Ein Hurricane hat dabei die Fähigkeit, sich selbst anzutreiben und sogar weiter zu verstärken. Sobald der Sturm jedoch über Land ist, fehlt die Zufuhr von Wasserdampf in großem Umfang, so dass er dann an Kraft verliert. Hurricanes entstehen oft weit entfernt und lassen sich in ihrem Verlauf einigermaßen genau berechnen, so dass es in den häufig betroffenen US- Bundesstaaten wie Texas, Florida, Louisiana oder Georgia festgelegte und durch Schilder gekennzeichnete Evakuierungsrouten gibt, über die sich die Menschen wie auf dem Bild bei drohender Gefahr in sicherere Gegenden begeben können.
Die Gefahr, die ein Hurrikan mit sich bringt, liegt in der enormen Kraft und Geschwindigkeit der Winde, die sich rund um das Auge des Sturms, in dem es nahezu windstill ist, wirbelförmig drehen. Der Wind gefährdet dabei Gebäude, sorgt aber vor allem für meterhohe Wellen und einen starken Anstieg des Meeresspiegels, was in den betroffenen Küstenregionen Sturmfluten mit sich bringen kann. Zusätzlich entstehen bei einer Abkühlung des Luftwirbels über dem Festland große Niederschlagsmengen, die weite Teile der betroffenen Regionen überfluten können.

 

Tornados können im Gegensatz dazu sowohl über Wasser als auch über Land entstehen, wobei letzteres die USA deutlich häufiger betrifft. Die genauen Umstände, unter denen sie sich entwickeln, sind noch nicht abschließend erforscht, sicher ist jedoch, dass auch hier aufsteigende Feuchtigkeit einen großen Anteil hat, die Intensivierung der Kraft der entstandenen Winde hängt dann unter anderem von der Bodenreibung ab. Die weitaus meisten Tornados verlaufen folgenlos, starke Wirbel haben aber die Kraft, auch schwere Gegenstände wie Fahrzeuge vom Boden anzuziehen und zu verwerfen. In den USA werden pro Jahr rund 1200 Tornados registriert, wobei die als tornado alley bezeichnete Region zwischen den Bundesstaaten Texas, Oklahoma, Kansas und Nebraska am häufigsten betroffen ist. Hier sind die Voraussetzungen besonders günstig, da recht flaches Land vor dem Massiv der Rocky Mountains liegt, das eine Barriere für das Klima darstellt. Die häufigsten Vorkommnisse werden im Frühsommer beobachtet.


 

Schwere Stürme aus der Geschichte

  • Galveston Hurricane, September 1900, Golfküste von Texas, Oklahoma
    Komplette Zerstörung der Stadt Galveston durch Wind und anschließende Sturmflut, mit 8000 Toten die meisten Opfer eines Hurricanes, im Landesinneren Schäden an Gebäuden
  • Okechobee Hurricane, September 1928, südliches Florida
    Mehr als 1000 Gebäude in Palm Beach zerstört, später sorgt der Hurricane für eine Sturmflut am Lake Okechobee im Landesinneren. Insgesamt etwa 2500 Tote, vor allem durch Überflutung.
  • Labor Day Hurricane, September 1935, Florida und Georgia
    Der mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 320 km/h stärkste Hurricane, der je auf die USA traf, zerstörte die oberen Inseln der Florida Keys. Mehr als 400 Tote, vor allem durch einen vom Sturm ins Meer geworfenen Eisenbahnzug.
  • New England Hurricane, September 1938, Neu-England
    Vor allem in New York, Rhode Island und Connecticut viele Tote durch Zerstörung durch über 250 km/h schnelle Winde. Durch die starke Besiedelung der Nordostküste einer der Hurricanes mit der höchsten Schadenssumme.
  • Donna, September 1960, Ostküste
    Sturm, der mit neun Tagen für einen ungewöhnlich langen Zeitraum Hurrikanstärke behielt. Donna sorgte für die stärkste Zerstörung auf den Florida Keys, traf aber alle Bundesstaaten der Ostküste. Insgesamt 364 Tote.
  • Camille, August 1969, Mississippi und Virginia
    Mit mehr als 300 km/h einer der stärksten Hurricanes beim Auftreffen auf Land, zerstörte Camille die gesamte Golfküste Mississippis. In der Folge ertranken viele Menschen durch extrem starken Regen und Springfluten vor allem in Virginia.
  • Hugo, September 1989, South Carolina
    Bis dahin der Sturm, der die höchste Schadenssumme verursachte. Hugo sorgte für Zerstörungen von Gebäuden und Brücken in den Carolinas und forderte insgesamt 82 Todesopfer.
  • Andrew, August 1992, Florida und Louisiana
    Andrew sorgte für Schäden in Höhe von mehr als $ 40 Milliarden, vor allem im südlichen Florida, wo fast jedes Gebäude Schäden erlitt. In der Folge mussten mehrere Versicherungen Konkurs anmelden.
  • Isabel, September 2003, North Carolina und Virginia
    Sturm- und Springfluten und Winde bis zu 270 km/h zerstörten Tausende von Gebäuden vor allem in Virginia, Auswirkungen des Sturms waren bis nach New England zu fühlen.
  • Katrina, August 2005, Louisiana und Mississippi
    Katrina war der bis dahin teuerste Hurricane aller Zeiten, besonders durch die Schäden in New Orleans, wo nach der Überflutung der Deiche 80% der Stadt unter Wasser standen. Insgesamt starben mehr als 2500 Menschen.
  • Ike, September 2008, Texas
    Der Sturm zerstörte einen großen Teil von Galveston Island im Golf von Mexico; Auswirkungen waren auch an anderen texanischen Küstenorten und bis nach Houston zu spüren, 61 Todesopfer durch meterhohe Sturmflut
  • Harvey, August 2017, Texas
    Der Hurricane, zwischenzeitlich ein Sturm der Kategorie 4, hatte sich vor dem Landfall abgeschwächt. Dann aber hielt er sich für mehrere Tage über dem Großraum von Houston, verursachte mehrere Tornados und tagelangen schweren Regen. 30 Menschen starben durch die Überflutungen.
  • Irma, September 2017, Florida
    Nur wenige Wochen nach Harvey wurden die USA erneut von einem massiven Hurrikan getroffen. Der Sturm mit anhaltenden Windgeschwindigkeiten von bis zu 285 km/h zerstörte einige Karibikinseln fast vollständig und traf danach Marco Island und die Florida Keys, wo mehr als 90 Menschen ums Leben kamen.
  • Maria, September 2017, Puerto Rico
    Der Sturm zerstörte zunächst alle Gebäude auf der Karibikinsel Dominica, bevor er als Hurricane der Kategorie 5 auf Puerto Rico traf, wo er mindestens 64 Todesopfer forderte.