Einwohner 32.700
Lage Osten von Alaska, Panhandle
Beiname Alaska’s Capital City
Gründungsjahr 1880

 

Juneau, Alaskas Hauptstadt, zählt nur etwas mehr als 30.000 Einwohner und ist damit die sechstkleinste Hauptstadt eines US-Bundesstaats. Es ist zugleich die einzige Hauptstadt, die an ein anderes Land angrenzt – und die einzige, die man nicht auf Straßen erreichen kann; wer mit dem Auto anreist, muss die Fähre wählen. Juneau liegt in malerischer Lage am Fuß des massiven, 1090 Meter hohen Mount Juneau. Auf der anderen Seite liegt der Gastineau Channel, einer rund 30 Kilometer langen Meerenge. Gegenüber dem Innenstadtbereich, erreichbar über eine Brücke, befindet sich Douglas Island, die ebenfalls zum Stadtgebiet gehört.

Juneau hat den Hauptstadtstatus seit 1906, als die Stadt Sitka, die bis dahin Hauptstadt Alaskas gewesen war, an Bedeutung verlor und den Sitz der Verwaltung daraufhin abgeben musste. Der Ort war 1880 auf der Suche nach Gold als Standort eines Minencamps gegründet worden und hieß zunächst Harrisburg, wurde aber schon ein Jahr später nach einem der Gründer des ehemaligen Camps, Joe Juneau, benannt. Zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg war die Stadt die größte in Alaska, seit 1950 aber hat Anchorage mehr Einwohner.

Trotz der schwierigen Verkehrsanbindung – der Bau einer Straßenverbindung ist wegen des Naturschutzes, der Unwägbarkeiten des Wetters und der beständigen Lawinengefahr so gut wie unmöglich – lebt Juneau heute zu einem großen Teil vom Tourismus. Jährlich kommen etwa eine Million Besucher mit Kreuzfahrtschiffen im Hafen der Stadt an und verbringen zumindest einige Stunden in Juneau. Wer länger bleibt, nutzt meist die Gelegenheit, Alaskas einzigartige Landschaften und Natur zu entdecken. Gleich vor den Toren der Stadt befinden sich zwei große Gletscher, der Lemon Creek Glacier und der Mendenhall Glacier, die zusammen mit rund 30 weiteren Gletschern das Juneau Icefield bilden, eines der größten Eisfelder der Erde. Die atemberaubende Szenerie lockt viele Besucher an, die auf dem stellenweise über 1000 Meter dicken Eis wandern. Doch das Eis schwindet – das Eisfeld ist ein gutes Beispiel für die Auswirkungen des Klimawandels. Das Gebiet gehört zum Tongass National Forest, dem größten Nationalwald der USA mit einer Gesamtfläche von fast 70.000 Quadratkilometern. Dazu gehört auch das Besucherzentrum am Mendenhall Glacier, wo man mehr Informationen über Natur, Klima und Landschaft erhalten kann.

Selbstverständlich kommen die meisten Besucher nach Alaska, um die einzigartige Natur zu entdecken und nutzen die Städte als Zwischenstopp. Es gibt unzählige Anbieter in der Stadt, mit denen die unterschiedlichsten Exkursionen in die Landschaften Alaskas unternommen werden können, zum Beispiel mit dem Hubschrauber, dem Hundeschlitten oder mit dem Schiff. Juneau hat aber auch jenen Gästen etwas zu bieten, die länger als nur ein paar Stunden in der Stadt bleiben. So hat sich beispielsweise eine lebendige Kulturszene entwickelt. Juneau ist Standort eines Theaters, eines Symphonieorchesters und zweier Opern-Ensembles. Daneben gibt es vor allem in Downtown eine Vielzahl von Kunstgalerien. Jeweils am ersten Freitag eines Monats öffnen diese ihre Türen für den First Friday Art Walk, bei dem man den Künstlern über die Schulter schauen kann. Anfang April findet in Juneau das Alaska Folk Festival für traditionelle Musik aus der Region statt und im Mai folgt dann das Musikfestival Juneau Jazz & Classics mit Livekonzerten und Workshops. Ein besonderes Highlight im Veranstaltungskalender ist das alle zwei Jahre stattfindende Festival Celebration, ein Kulturfest der indigenen Völker Alaskas.

In der Downtown von Juneau kann man sich gut als Fußgänger fortbewegen, allerdings kann es in der Hochsaison recht voll werden, wenn gerade wieder eines der vielen Kreuzfahrtschiffe im Hafen angelegt hat. Zum touristischen Zentrum hat sich vor allem die South Franklin Street entwickelt. Diese ist gesäumt von historischen Gebäuden, in denen zahlreiche Cafés, Boutiquen und Souvenirgeschäfte untergebracht sind. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten von Juneau gehört die kleine russisch-orthodoxe Kirche St. Nicholas, die 1893 erbaut wurde – interessanterweise nicht von russischen Missionaren errichtet, sondern von Angehörigen der indigenen Völker hier etabliert. Sie ist benannt nach dem ehemaligen Bischof für Alaska. Ein weiteres beliebtes Ziel für Sightseeing in Juneau ist das Alaska State Capitol (120 East 4th Street), Sitz des Gouverneurs und des Parlaments des Bundesstaats. Das 1931 im Art Deco-Stil erbaute Gebäude ist äußerlich nicht sonderlich sehenswert und im Gegensatz zu anderen Hauptstädten gibt es hier auch keine Grünanlage rund um das Capitol, so dass es wie ein simples Bürogebäude erscheint. Im Inneren sind allerdings zwei große Wandgemälde mit Motiven aus Alaska erwähnenswert. Von Mai bis September werden Führungen durch das Gebäude angeboten.