Schon kurz nach der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten 2016 hatten in der Öffentlichkeit Diskussionen darüber begonnen, wer aus den Reihen der Demokraten den ungeliebten Amtsinhaber bei den nächsten Wahlen herausfordern könnte. Der Name von Kamala Harris gehörte dabei zu denen, die schon bald von vielen zu den wahrscheinlichsten Kandidaten gezählt wurden.

Die Senatorin aus Kalifornien bildet mit ihrer Biografie einen deutlichen Gegenpol zum typischen amerikanischen Politiker und symbolisiert zugleich den wachsenden Anteil von Frauen und Nicht-Weißen in den vordersten Reihen der Demokratischen Partei. Kamala Harris wurde 1964 als Tochter einer indischen Mutter und eines jamaikanischen Vaters geboren. Die Mutter war als Krebsforscherin 1960 in die USA gekommen, der Vater ein Jahr später als Wirtschaftsprofessor. Zur Familie gehört auch die drei Jahre jüngere Schwester Maya, die in führender Position zum Wahlkampfteam gehört.

Kamala Harris besuchte die High School in Kanada und kehrte zum Studium in die USA zurück. In Washington DC studierte sie Politik und Wirtschaftswissenschaften, anschließend machte sie einen Doktortitel in Rechtswissenschaften an der University of California. 2003 wurde sie zur Bezirksstaatsanwältin von San Francisco gewählt, 2010 und 2014 gewann sie die Wahlen zur Generalstaatsanwältin für California. Zwei Jahre später wurde sie zur Senatorin für Kalifornien gewählt. Ihr Heimat-Bundesstaat, eine demokratische Bastion, könnte sich für Harris als vorteilhaft erweisen. Die Vorwahlen im bevölkerungsreichsten Bundesstaat Kalifornien liegen recht früh im Kalender und ein Sieg hier könnte Harris an die Spitze der demokratischen Kandidaten bringen.

Logo der Kampagne

So ist Kamala Harris zwar erst seit zwei Jahren auf der obersten politischen Bühne der USA, hat sich aber schnell einen Namen machen können und ist – zumindest im Vergleich mit anderen demokratischen Kandidaten – relativ bekannt im Land. Dazu hat unter anderem ihre Art der Befragung der von Präsident Trump vorgeschlagenen Kandidaten wie beigetragen, die teilweise von den Republikanern als zu hart kritisiert wurde. Den streng konservativen Kandidaten für eine Richterstelle am Supreme Court, Brett Kavanaugh, fragte sie zum Beispiel zum Thema Abtreibung, welche Gesetze er denn nennen könne, die speziell den männlichen Körper regulierten. Harris festigte damit ihren Ruf, ein „Never Trumper“ zu sein; dass sie also sehr offen gegen Trump, seine Politik und seine Nominierungen vorgeht und zu verhindern versucht. Bei der Befragung des Justizministers Barrs nach der Veröffentlichung des Mueller-Reports sorgte sie erneut für Schlagzeilen, als sie den Minister mit gezielten Fragen schwer in Verlegenheit brachte.

Im Hinblick auf ihre politische Orientierung setzt Kamala Harris vor allem auf die Themen Steuergerechtigkeit gerade auch für niedrige Einkommen, Krankenversicherung für alle und Stärkung der Minderheiten. Insgesamt ist sie zuletzt, auch begünstigt durch den rechtspopulistischen Kurs des Präsidenten, in ihrer Positionierung etwas nach links gerückt. Beobachter sprechen ihr damit gute Chancen zu, die unterschiedlichen Flügel der Demokraten ansprechen zu können. Sie bekommt viel Unterstützung aus der Riege der Prominenten Hollywoods. Harris tritt ein für die Durchsetzung von Umweltschutzvorgaben, für eine Freigabe von Marihuana und die Legalisierung von Abtreibungen. Sie ist generell gegen die Todesstrafe und tritt vehement für eine Verschärfung des Waffenrechts an.

Harris ist seit 2014 mit dem Anwalt Douglas Emhoff verheiratet, der zwei Kinder mit in die Ehe gebracht hat.

Bei den Umfragen zur Beliebtheit der demokratischen Bewerber im Frühjahr 2019 erreicht Harris 7-11% und liegt damit unter den Kandidaten im Schnitt auf dem vierten Platz, etwa gleichauf mit Elizabeth Warren.


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