640 km² groß ist die Oberfläche des Lake Mead und dieser große blaue Fleck in der Wüste des südöstlichen Nevada ist eines der beliebtesten Ausflugsziele für Besucher von Las Vegas, das in etwa 50 Kilometern Entfernung liegt. Hier, an der Grenze zu Arizona, staut der 1936 errichtete Hoover-Damm den Colorado River zu einem Stausee mit 180 Kilometern Länge, einer maximalen Tiefe von 165 Metern und einer zusammen gerechneten Uferlänge von 885 Kilometern. Der See bietet eine Vielzahl von Freizeitmöglichkeiten und wird zum Schwimmen, Angeln, Wasserski- und Bootfahren genutzt. Am Ufer gibt es sowohl Sandstrände als auch raue Felsklippen. An fünf Stellen entlang des Ufers befinden sich kleine Häfen für Sportboote.

Der ehemals Boulder-Damm genannte Hoover Dam war bei seiner Fertigstellung im Jahr 1936 das weltgrösste Betonbauwerk. Der Bau mit einer Höhe von 221 Metern und einer Länge von 379 Metern wurde ab 1922 konzipiert, als Vertreter der Bundesstaaten im amerikanischen Südwesten gemeinsam mit einem Vertreter der Bundesregierung, dem damaligen Handelsminister Herbert Hoover, darüber berieten, wie das Wasser und die Energie des Colorado Rivers genutzt werden könnte. Erst 1928 gab der damalige US-Präsident Calvin Coolidge seine Zustimmung zu dem Projekt und es dauerte weitere zwei Jahre, bis Hoover, der inzwischen Präsident geworden war, die Gelder für den Bau bereitstellte. Der Bau fiel in die Zeit der Weltwirtschaftskrise und erwies sich so als geeignetes Projekt, um viele arbeitslos gewordene Arbeiter zu beschäftigen. Für diese wurde eine eigene Ortschaft errichtet, die heute fast 17.000 Einwohner zählende Stadt Boulder City. Den Vorgaben aus der Gründungszeit folgend, ist in Boulder City bis heute Glücksspiel verboten. Bei den fünf Jahre andauernden Arbeiten für den Damm kamen nach offiziellen Angaben 96 Arbeiter ums Leben. Für den Hoover-Damm wurde so viel Beton verarbeitet wie nötig wäre, um eine zweispurige Strasse von San Francisco nach New York City zu bauen.

Die Gestaltung des Damms wurde dem Architekten Gordon B. Kaufman übertragen. Er zeichnete verantwortlich für den Art Deco-Stil der Türme sowie für die Anstellung des Künstlers Allen Tupper True, der die Farbgestaltung und die Gestaltung der Böden und Wände mit indianischen Motiven vornahm. Der Hoover Dam liegt nicht nur auf der Grenze zwischen den Bundesstaaten Nevada und Arizona, sondern auch auf der zwischen den Pacific- und Mountain-Zeitzonen. Grosse Uhren auf den Mauern des Bauwerks auf beiden Seiten weisen auf diesen Umstand hin. Das gesamte Wasser des Colorado fliesst durch die Turbinen des Damms, die damit elektrische Energie für weite Teile der südwestlichen USA generieren. Unter anderem werden Teile des Verbrauchs von Las Vegas, Los Angeles, Anaheim und des Westens von Arizona mit der Energie gedeckt. Das Aufstauen des Flusses hat allerdings verheerende Auswirkungen auf die Lebensräume im Delta des Colorado River in Mexiko.

Der durch den Damm aufgestaute Lake Mead brauchte nach der Einweihung des Bauwerks etwa sechs Jahre, um vollständig gefüllt zu sein. Seit dem Jahr 2000 verzeichnet der See ein besorgniserregendes Absinken des Wasserspiegels. Der Colorado River, der auf seinem Weg durch Colorado, Wyoming und Utah vor allem den geschmolzenen Schnee aus den Rocky Mountains aufnimmt, führt seit diesem Jahr immer weniger Wasser mit sich, weil im Winter geringere Niederschläge als früher fallen und weil immer mehr Wasser zur Bewässerung entlang des Flusses benötigt werden. Wegen des sinkenden Pegels mussten einige Bootsanlegestellen am See bereits verlegt werden oder wurden ganz geschlossen. Durch den niedrigen Wasserstand ist nun auch wieder der Zugang zu der Geisterstadt St. Thomas möglich, die beim Bau des Damms zusammen mit einigen anderen Orten geflutet wurde. St. Thomas war 1865 von mormonischen Siedlern gegründet worden und liegt normalerweise etwa zwanzig Meter unter Wasser. Durch die Dürre sind nun nicht nur einzelne Gebäude, sondern ganze Straßenzüge freigelegt und zu Fuß erreichbar.

Die unter der Verwaltung des National Park Service stehende National Recreation Area umfasst nicht nur den Lake Mead, sondern auch den weiter südlich liegenden Lake Mohave und die umgebenden Landschaften. Lake Mohave liegt etwa 100 Kilometer vom Hoover Dam entfernt in der Nähe der Orte Searchlight und Laughlin und ist deutlich kleiner als Lake Mead, bietet aber ebenfalls diverse Freizeitmöglichkeiten rund ums Wasser. Um beide Seen herum erschließt sich eine Wüstenlandschaft, in der Mojave Desert, Great Basin Desert und Sonoran Desert zusammenkommen und trotz der rauen Landschaften für eine große Vielfalt an Lebensräumen sorgen. Unter anderem lassen sich Dickhornschafe, verschiedene Echsen und Schlangenarten, Fledermäuse und mehr als 240 Vogelarten in dem Gebiet beobachten, das insgesamt eine Grösse von über 6000 km² hat. Einige Bereiche der Recreation Area zum Beispiel am Nordofer des Lake Mead sind zusätzlich als Wildnisgebiete ausgewiesen und geniessen so einen erhöhten Naturschutzstandard.

Das Visitor Center befindet sich in der Nähe von Boulder City und hält Informationen über die Tierwelt bereit, aber auch über den Wasserstand der Seen und die Möglichkeiten des Schutzgebiets. Weiterhin werden geführte Wanderungen angeboten; es gibt einige ausgewiesene Wanderwege innerhalb des Gebiets. Am Lake Mead gibt es die Möglichkeit, Boote und Kanus auszuleihen, in der Nähe des Hoover-Damms werden auch Bootsfahrten angeboten. An beiden Seen stehen Campingplätze zur Verfügung, die gegen Gebühr genutzt werden können. Außerdem befinden sich an vielen Stellen Picknickplätze.