Der Lake Tahoe, durch dessen Mitte die Grenze zwischen den Bundesstaaten Nevada und California verläuft, bildet den Mittelpunkt einer bei Touristen beliebten Region mit einem umfangreichen Freizeitangebot. Der See selbst liegt auf einer Höhe von 1897 Metern über dem Meeresspiegel, hat eine Fläche von 490 km², ist bis zu 500 Meter tief und ist besonders für sein klares Wasser bekannt. Die 116 Kilometer Küste liegen zu etwa zwei Dritteln auf Seiten Californias, wo sich auch zahlreiche Gelegenheiten zum Wassersport finden. Im Sommer erwärmt sich der See auf Temperaturen um die 20° C.

Die geologische Formation der Tahoe-Region entstand vor mehr als 2 Millionen Jahren durch eine Verschiebung der Erdplatten, die das Gebirge der Carson Range im Osten des Sees entstehen ließ. Zu dieser gehören gleich drei Berge über 3000 Meter Höhe, von denen der 3316 Meter hohe Freel Peak der höchste ist. Erdgeschichtlich bedeutsam ist ein Ausbruch des inzwischen erloschenen Vulkans Mount Pluto vor etwa zwei Millionen Jahren. Die dabei entstandene Lava formte einen natürlichen Damm, hinter dem sich der geschmolzene Schnee aus den Bergen zum See aufstauen konnte. Den einzigen Abfluss aus dem See bildet der 230 Kilometer lange Truckee River, der seinerseits in den Pyramid Lake mündet und auf dem Weg dorthin eine der wichtigsten Wasserquellen für den westlichen Teil Nevadas bildet.

Der See wurde von John Fremont im Jahr 1844 entdeckt und wurde zunächst nach dem kalifornischen Gouverneur Lake Bigler genannt. Mit der Aufnahme Nevadas als Bundesstaat 1864 erfolgte die Grenzziehung zu California durch den See. Zuvor war in der nahegelegenen Comstock Lode Silber gefunden worden, was zum Zuzug vieler Menschen geführt hatte. Für den Minenbau wurden in der Folge viele Bäume in der Region abgeholzt, bis fast der gesamte Wald rund um Lake Tahoe gerodet war. Nachdem zu Beginn des 20. Jahrhunderts mehrere erfolglose Versuche unternommen wurden, dem Gebiet den Status eines Nationalparks zu verleihen, veränderte sich die Region vor allem in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg. In den 50er Jahren, als Lake Tahoe als Ferienregion zunehmend an Beliebtheit gewann, wurden auf der Nevada-Seite die ersten Casinos errichtet. Im Jahr 1960 fanden in Squaw Valley auf kalifornischer Seite die Olympischen Winterspiele statt, in deren Rahmen nicht nur etliche Infrastruktur- und Straßenbauprojekte fertiggestellt wurden, sondern die auch noch weiteres Interesse an der Region generierten. Zwischen 1960 und 1980 erhöhte sich die konstante Einwohnerzahl des Gebiets von 10000 auf mehr als 50000 Menschen, seitdem griffen Maßnahmen, die die weitere Entwicklung der Region verlangsamten. Trotzdem bleibt die Region, die in kurzer Fahrt zum Beispiel von Sacramento aus erreichbar ist, für viele Ausflügler aus Nevada und Kalifornien ein beliebtes Ziel.

Vor allem im Winter wächst die Zahl der Menschen in der Gegend noch einmal an. Eine Vielzahl beliebter Skiresorts finden sich sowohl auf Nevada- als auch auf California-Seite, unter anderem das große Heavenly Mountain Resort in der Nähe von Stateline, das für seinen Schneereichtum bekannte Kirkwood Mountain Resort im Süden des Sees oder Alpine Meadows und Squaw Valley westlich des Lake Tahoe. Neben alpinem und nordischen Skilauf werden auch Rodelpisten, Snowboarding, Snow Tubing und das Fahren mit Schneemobilen angeboten. Das Klima in der Region ist allgemein wegen der Höhenlage eher kühl, allerdings fällt in den Sommermonaten nur selten Niederschlag. Dieser kommt im Winter in Form von Schnee häufiger vor; die Schneemengen sorgen dann im Frühjahr für Schmelzbäche, die sich in den See ergießen.

Im Sommer konzentrieren sich die Freizeitangebote auf das Wasser. Badeorte sind vor allem South Lake Tahoe in California und der direkt angrenzende Ort Stateline in Nevada. Der nur etwas mehr als 1000 Einwohner zählende Ort ist Standort von sechs Casinos, Restaurants, Läden und mehreren Hotels und wird regelmäßig von Bussen aus Kalifornien angesteuert, die Spieler in die Grenzstadt bringen. Am Nordufer des Sees befinden sich in dem knapp 10.000 Einwohner großen Doppelort Crystal Bay – Incline Village und in Zephyr Cove ebenfalls Spielcasinos und Übernachtungsmöglichkeiten. Auch in vielen anderen Orten am Ufer kann man Boote leihen und das Strandleben genießen – es gibt auch Sandstrände entlang des Ufers, allerdings ist das Wasser in aller Regel zu kalt zum Baden. Dafür aber haben sich mehrere Angebote für Taucher am Lake Tahoe etabliert.

Daneben gibt es eine Vielzahl von Wanderwegen und Mountain Bike-Arealen rund um den Lake Tahoe, unter anderem der Tahoe Rim Trail, der über 270 Kilometer um den See herum führt und auch für Reiter sowie im Winter für Skilangläufer freigegeben ist. Der Weg steigt bis auf eine Höhe von 3150 Metern am Relay Peak. Zudem führt der Trail in das Naturschutzgebiet Desolation Wilderness, in dem unter anderem Schwarzbären und Steinadler leben. Das mehr als 250 km² große Wildnisgebiet ist bekannt für seine zahlreichen Wasserfälle. Wer abseits der Wege durch die Desolation Wilderness wandern möchte, benötigt eine zuvor ausgestellte Erlaubnis.

Eines der beliebtesten Zeile für Erkundungstouren ist der Emerald Bay State Park auf der kalifornischen Seite am Südufer des Sees. Der State Park umfasst unter anderem die einzige Insel des Lake Tahoe, Fannette Island und des 1929 als Sommerhaus erbauten Vikingsholm Castle mit seinen 38 Räumen, die in Touren besichtigt werden können.