In den Vorwahlen in den USA wird jeweils innerhalb der Parteien über die eigenen Kandidaten für die Präsidentschaftswahl am Ende des Jahres abgestimmt. Sie finden über einen Zeitraum von rund vier Monaten in allen US-Bundesstaaten sowie in den zu den USA gehörenden Territorien statt. Da die Kandidatur des Amtsinhabers Donald Trump bei der Republikanischen Partei beinahe unangefochten ist, konzentriert sich das Interesse im Wahljahr 2020 vor allem auf die Vorwahlen in der Demokratischen Partei, wo sich eine Reihe von Kandidaten um die Nominierung als Präsidentschaftskandidat bewirbt.

Karte der Bundesstaaten mit den Terminen für die Vorwahlen bei den Demokraten. Besonders wichtig sind die ersten Vorwahlen in Iowa, South Carolina, New Hampshire und Nevada im Februar (rot) und die am Super Tuesday gleichzeitig stattfindenden Vorwahlen in 14 Bundesstaaten am 3. März (orange). Bildquelle: Mélencron auf Wikimedia

In den USA werden die Vorwahlen als „Primaries“ bezeichnet, je nach Art der Abstimmung ist manchmal auch von einem „Caucus“ die Rede. Aus den Wahlergebnissen in jedem einzelnen Bundesstaat errechnet sich dann der Anteil der Delegierten zur National Convention der Demokraten, die dort – bei der eigentlichen Nominierung – für einen Kandidaten stimmen werden. Die Zahl der Delegierten, die ein Bundesstaat zur Convention entsendet, ist zum größten Teil abhängig von der Bevölkerungszahl, so bringt ein Wahlerfolg zum Beispiel in Texas einem Kandidaten mehr Stimmen als einer in Vermont. Insgesamt werden auf diese Weise 3979 Delegierte bestimmt; zusätzlich werden 771 sogenannte Super-Delegierte entsandt, die formal nicht auf das Wahlergebnis aus dem eigenen Bundesstaat verpflichtet sind, sondern nach eigener Entscheidung abstimmen dürfen. Um auf der Convention im ersten Wahlgang nominiert zu werden, braucht ein Kandidat bei den Demokraten in diesem Jahr 1990 Stimmen. Erst ab einem möglichen zweiten Wahlgang dürfen die Super-Delegierten mit abstimmen, dann braucht ein Kandidat 2376 Stimmen für die Nominierung.

Tatsächlich ist also bereits vor der Convention klar, welcher Kandidat das Rennen machen wird. Entscheidend dafür sind sowohl die Ergebnisse aus den bevölkerungsstärksten Bundesstaaten als auch die Ergebnisse der ersten Vorwahlen, die im Februar stattfinden. Hat ein Kandidat bei diesen ersten Vorwahlen schlecht abgeschnitten, kommt es häufig bereits zu einem Ausstieg aus dem Rennen. Eine Art Vorentscheidung fällt dann meist am sogenannten Super Tuesday, in diesem Jahr am 3. März, an dem 14 Bundesstaaten gleichzeitig abstimmen.


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