Obwohl Miami Beach eine eigenständige Stadt mit rund 88.000 Einwohnern ist, wird es oft nur als Teil des benachbarten Miami wahrgenommen. Miami Beach ist vor allem bekannt für seinen Art Deco-Distrikt rund um den Ocean Drive, daneben als Schauplatz der Fernsehserie Miami Vice und als Wohn- und Ferienort von Prominenten sowie als Standort und Foto-Location der Modeindustrie. Touristen schätzen Miami Beach für seine Strände und seine Wassertemperaturen zwischen 22° und 30° C. Seit den 1980er Jahren gilt die Stadt, besonders der Stadtteil South Beach als Zentrum der LGBT-Community. Zum insgesamt knapp 49 km² großen Stadtgebiet gehören auch einige Inseln in der Biscayne Bay, unter anderem ein Teil von Fisher Island, der Ort mit dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen der gesamten USA.

Miami Beach erhielt das Stadtrecht im März 1915. Gute zehn Jahre später erlebte die Stadt ihre beinahe komplette Zerstörung durch einen Hurricane und auch in den folgenden Jahrzehnten richteten schwere Stürme immer wieder einmal große Schäden an. Dank seiner ansprechenden Lage und der einladenden klimatischen Bedingungen mit Temperaturen jenseits der 20° C das ganze Jahr über nahm der Ort trotzdem eine gute Entwicklung und machte sich einen Namen als Zufluchtsort für ältere Menschen aus den nördlichen Bundesstaaten. In den 70er und 80er Jahren jedoch verfiel Miami Beach; Drogendealer siedelten sich hier an und die Kriminalitätsraten erreichten schwindelerregende Höhen. Es war dann nicht zuletzt die ab 1984 laufende Fernsehserie Miami Vice und der folgende Zuzug von kleinen Unternehmen aus der Modeindustrie, die halfen, das Bild der Stadt zu verändern und bürgerliche Bewohner anzulocken.

Der bekannteste Stadtteil von Miami Beach ist South Beach, dessen Grenzen grob zwischen 1st und 25th Street verlaufen. Knapp 34.000 Menschen leben im Viertel. Hier befindet sich der Art Deco- District, bestehend aus etwa 800 Gebäuden, von denen heute vor allem entlang des Ocean Drive und der auch als “Millionaires Row” bekannten Collins Avenue viele als Hotel genutzt werden. Es handelt sich dabei um die größte Ansammlung von Architektur dieser Stilart weltweit. Die farbenfrohen Gebäude sind ein beliebtes Fotomotiv und bilden die Kulisse für die Flaniermeile der Stadt, die vor allem in den Abendstunden von tausenden Bar- und Clubbesuchern aufgesucht wird. Das bekannteste der Gebäude ist wahrscheinlich das ehemalige Wohnhaus des Modeschöpfers Gianni Versace (1116 Ocean Drive), das heute ebenfalls als Hotel genutzt wird. Direkt gegenüber dieser Kulisse liegt der Sandstrand des Atlantischen Ozeans. Überhaupt sind einige der Hotels von Miami Beach selbst bereits Sehenswürdigkeiten. Dazu gehört das Eden Roc (4525 Collins Avenue), das bereits zahllose berühmte Schauspieler, Politiker und sonstige Berühmtheiten beherbergte und das nicht minder luxuriöse, 1500 Zimmer zählende Fontainebleau (4441 Collins Avenue) mit seiner bemerkenswerten Architektur, das schon in mehreren Hollywoodfilmen, darunter einem James-Bond-Streifen, als Kulisse diente.

South Beach hat viele wohlhabende, vor allem auch viele europäische Einwohner. Daneben gibt es nennenswerte schwul-lesbische und jüdische Communities. Das Jewish Museum of Florida (301 Washington Avenue, geöffnet dienstags bis sonntags 10-17 Uhr) ist zum Teil in einer ehemaligen Synagoge untergebracht und beschäftigt sich mit dem jüdischen Leben in Florida seit dem 18. Jahrhundert; weitere Ausstellungsstücke beschäftigen sich mit dem Holocaust. Zum selben Thema befindet sich seit 1990 das Holocaust Memorial, ein Denkmal in Form einer ausgestreckten Hand, an die sich Menschen klammern, an der Meridian Avenue.
Eine beliebte Adresse für Restaurants, Galerien Lounges und exklusives Shopping ist die in den 1960er Jahren vom Architekten Morris Lapidus neu gestaltete Lincoln Road, eine Fußgängerzone zwischen 16th und 17th Street. Hier findet sich unter anderem auch die Concert Hall des New World Symphony Orchestra, der amerikanischen Akademie für angehende Orchestermusiker. Aufführungen finden von Oktober bis Mai statt.

Zum Stadtgebiet gehören weiterhin die Venetian Islands, eine Kette künstlich angelegter Inseln zwischen Miami und Miami Beach. Sechs der sieben Inseln sind bewohnt; die siebte, Flagler Monument Island, dient in erster Linie als Ausflugsziel für Picknicks und als Standort eines Monuments für Henry Flagler, der Anfang des 20. Jahrhunderts großen Anteil an der Erschließung Südfloridas hatte. Die Venetian Islands sind von Miami Beach aus über Brücken erreichbar.

Das jährliche kulturelle Highlight ist die im Dezember im Convention Center stattfindende Art Basel Miami Beach, eine hochrangige Kunstausstellung mit vielen Besuchern aus aller Welt, die von einer Vielzahl von Veranstaltungen in der Stadt begleitet wird.

Ganzjährig großer Beliebtheit erfreuen sich die Badestrände der Stadt mit den berühmten, farbigen Häuschen für die Rettungsschwimmer. Miami Beach ist bekannt für sein überaus lebendiges und vielseitiges Nachtleben. Der Zutritt zu vielen der exklusiven Clubs und Bars bleibt Touristen allerdings verwehrt. Die Clubszene konzentriert sich auf Ocean Drive, Washington Avenue und Collins Avenue.