Wohl in keiner anderen amerikanischen Metropole verfließen das Stadtgebiet und das Umland so sehr ineinander wie im Südosten Floridas. Die Stadt selbst hat gerade einmal 400.000 Einwohner – das ist Platz 42 unter den Städten der USA – und nimmt eine Fläche von 143 km² ein. Der Ballungsraum jedoch, als “Greater Miami” oder “Miami – Dade County” bezeichnet, umfasst 5,5 Millionen Menschen und fast 16.000 km², das ist die viertgrößte Metropolregion des Landes. Tatsächlich also liegt viel von dem, was allgemein mit Miami verbunden wird, zum Beispiel die Strände und viele Sehenswürdigkeiten, eigentlich gar nicht in der Stadt, sondern in einem der zahllosen Orte in der Umgebung.

 

Coral Gables
Nur wenige Minuten entfernt von Downtown Miami liegt die gepflegte Stadt Coral Gables, Heimat von knapp 43.000 Menschen und Standort der University of Miami sowie einiger internationaler Konsulate. Die Stadt ist bekannt für ihre Grünanlagen, Golf- und Tennisplätze, sowie für feine Restaurants und ein gehobenes Shopping-Angebot. Coral Gables wurde in den 20er Jahren von George Edgar Merrick am Reißbrett geplant und besteht fast vollständig aus Gebäuden im mediterranen Revival-Stil. Das kommerzielle Zentrum des Ortes befindet sich an der Miracle Mile, einem Abschnitt des von Merrick angelegten Coral Way, an dem sich zahlreiche Geschäfte, Galerien und Restaurants befinden. Zu den Sehenswürdigkeiten von Coral Gables gehört der Fairchild Tropical Botanic Garden (10901 Old Cutler) , der bereits seit 1938 besteht. Die 34 Hektar große Anlage verfügt über gleich 14 Seen und andere landschaftliche Besonderheiten. Der Schwerpunkt liegt auf tropischen Pflanzen. Durchaus sehenswert ist auch das fast schon legendäre Biltmore Hotel (1200 Anastasia Avenue), zu dessen Ausstattung unter anderem ein Golfplatz und der ehemals größte Pool der Welt gehören. An diesem arbeitete Tarzan-Darsteller Johnny Weissmuller eine Weile als Bademeister. Das Biltmore, bei seiner Eröffnung 1926 das höchste Gebäude Floridas, diente zwischenzeitlich auch schon als Krankenhaus, als Campus für die medizinische Fakultät der Universität und als Kulisse für TV-Serien wie Miami Vice oder CSI Miami. Ebenfalls klassisch ist der Großteil der Ausstellungsstücke Im Lowe Art Museum (1301 Stanford Drive, auf dem Campus der University of Miami). Das von der Universität betriebene Kunstmuseum zeigt unter anderem Werke von Monet und El Greco. Die bekannteste Attraktion von Coral Gables sind aber wahrscheinlich die Venetian Pools (2701 de Soto Boulevard). Dieser 1924 in einem ehemaligen Steinbruch angelegte, 16000 m² große Pool wird aus Frischwasserquellen gespeist und verfügt über einen Sandstrand, natürliche Grotten, einen Wasserfall und eine venezianische Brücke.

 

Pinecrest
Südlich von Coral Gables liegt der Ort Pinecrest mit rund 20.000 Einwohnern. Der Ort entstand in den 1930er Jahren rund um eine Touristenattraktion, den inzwischen auf Watson Island umgezogenen Zoo Parrot Jungle. Pinecrest machte sich erst 1996 zur eingetragenen Ortschaft und hat sich seitdem vor allem um die Verschönerung des Stadtbilds bemüht. Sehenswertestes Ergebnis dieser Bemühungen ist der auf dem ehemaligen Gelände des Parrot Jungle entstandene Park Pinecrest Gardens, zu dem unter anderem ein Schmetterlingsgarten, ein Streichelzoo und ein botanischer Garten gehören.

 

Miami Springs
Der südwestliche Vorort Miamis, in der Nähe des internationalen Flughafens gelegen, zählt heute etwa 12.600 Einwohner und wurde in den 20er Jahren von Stadtplanern entwickelt. Die dem Ort den Namen gebende Frischwasserquelle existiert seit den 1990ern zwar nicht mehr, aus der Gründungszeit übrig geblieben sind aber etliche Gebäude, deren Architektur dem Pueblo-Stil des amerikanischen Südwestens nachempfunden sind; eine Vorgabe bei der Konzeption der Stadt. Ein sehenswertes Beispiel dafür ist das Wohnhaus des Begründers von Miami Springs, das Glenn Curtiss House (500 Deer Run) mit seinem 120.000 m²-Grundstück, das auf die nationale Liste historischer Gebäude aufgenommen wurde.

 

Hialeah
Die Stadt nordwestlich von Miami ist mit 219.000 Einwohnern immerhin die sechstgrößte Floridas. Hialeah ist fest in hispanischer Hand, knapp 95% der Bevölkerung sind Latinos, allein 75% sind Kubaner oder kubanischer Herkunft. Besonders bekannt ist der Hialeah Park Race Track, eine seit 1925 bestehende Pferderennbahn. Nach einer mehrjährigen Pause dürfen seit 2009 wieder Pferderennen auf der Bahn stattfinden, die als eine der schönsten Anlagen der Welt bezeichnet wird und in deren Mitte sich ein Teich befindet, an dem Flamingos zuhause sind.