Harley-Davidson
Die vermutlich berühmteste Motorradmarke der Welt und sie ist nicht etwa irgendwo im Wilden Westen zu Hause, sondern seit ihrer Gründung 1903 in Milwaukee an den Great Lakes. Schon die Fassade des 2008 eröffneten Museumskomplexes in einem ehemals wenig ansehnlichen Industriegebiet nahe Downtown dürfte angesichts des 5 Meter hohen Harley-Davidson-Zeichens die Herzen der Motorradfans höher schlagen lassen und auch im Inneren tut die Marke viel, um Besucher zu begeistern. Gezeigt werden mehrere hundert Motorräder, Erinnerungsstücke aus dem Motorsport und eine Galerie der originellsten Tankdesigns, aber auch Einblicke in die Produktion der Bikes und in die Geschichte der Marke. Auch das Motorrad mit der Seriennummer 1 ist im Museum zu sehen. Neben dem regulären Programm werden geführte Touren und auch Fabrikbesichtigungen angeboten. Ein Museumsshop und ein Restaurant mit Bar runden das Angebot ab. Im Restaurant kann man auch speisen, ohne den Eintritt für das Museum bezahlen zu müssen.
400 West Canal Street

Miller Park
Die im Jahr 2001 eröffnete Arena mit dem beweglichen Dach, das sich in nur zehn Minuten öffnen oder schließen lässt, dient in erster Linie als Heimspielstätte der Brewers, Milwaukees Team in der obersten Spielklasse im Baseball. Bei Umfragen unter Fans gilt das moderne Stadion, das 2006 um riesige Anzeigetafeln ergänzt wurde, als eine der besten Spielstätten der Liga. Miller Park bietet Platz für bis zu 46.000 Zuschauer und wird außer für Baseball auch Konzerte und ab und an für Football-Spiele genutzt. Vor dem Haupteingang zum Stadion befinden sich mehrere Statuen, zum einen solche, mit denen verdiente ehemalige Spieler geehrt werden, zum anderen eine zur Erinnerung an drei Arbeiter, die beim Bau der Arena bei einem Unfall ums Leben gekommen waren.
One Brewers Way, Stadionführungen möglich

Milwaukee Riverwalk
Als eine der zahlreichen Maßnahmen, die von der Stadtverwaltung in den 90er Jahren ergriffen wurden, um die Innenstadt wiederzubeleben, ermöglicht der Riverwalk Fußgängern den Zugang zum Ufer des Milwaukee Rivers. Er erstreckt sich vom Stadtteil Third Ward bis zum Caesar’s Park, einem der zahlreichen Grünanlagen der Stadt. Der Riverwalk eignet sich dabei nicht nur für gemütliche Spaziergänge, sondern bietet auch einiges fürs Auge. So sind in den Boden verschiedene, auf Zeichnungen von Kindern basierende Bronzekunstwerke eingelassen und dank des Programms „RiverSculpture!“ befinden sich entlang der Strecke inzwischen 15 verschiedene Skulpturen, jeweils mit einem Infokasten mit Erläuterungen versehen. Mehrere Cafés und Restaurants runden das Gesamtbild ab.

Historic Third Ward District
Der dritte Bezirk, ehemals ein Stadtteil mit Lagerhäusern, den ärmlichen Behausungen von Einwanderern und einem eher zweifelhaften Ruf, hat sich heute zu einem der sehenswertesten Viertel der Stadt entwickelt, das auch auf der nationalen Denkmalschutzliste zu finden ist. Die recht einheitliche Architektur im Viertel ist die Folge eines großen Feuers, das im Oktober 1892 ausbrach und die kleinen Häuser der bis dahin vornehmlich irischen Emigranten zerstörte. Der Stadtteil wurde danach beinahe komplett neu errichtet und die nun hier einziehenden italienischen Immigranten gaben ihm neues Leben, indem sie zahlreiche Geschäfte, Saloons und Märkte eröffneten. Durch den Bau von Schnellstrassen drohte der Third Ward dann in den 60er Jahren zu verfallen und es dauerte einige Jahre, bis diese Entwicklung aufgehalten wurde. In den 90ern wurden die Straßenzüge umfassend modernisiert und verschönert, später begann, einen regelmäßigen Markt hier zu veranstalten. Diese Maßnahmen griffen, mehr und mehr Geschäfte siedelten in das historische Viertel über und heute ist der Third Ward ein ansprechender Distrikt mit Boutiquen, Galerien und Restaurants. Ebenfalls hier zu finden ist das Broadway Theatre Center (158 North Broadway), ein im Stile eines europäischen Opernhauses aus dem 18. Jahrhundert errichtetes Bühnengebäude, das die Heimat von drei Theaterkompagnien mit regelmäßigen Aufführungen ist.

Milwaukee Art Museum
Schon seit über 130 Jahren ist das Milwaukee Art Museum die erste Adresse für Kunstliebhaber in der Stadt. Bestehend aus drei architektonisch sehenswerten Gebäuden am Ufer des Lake Michigan, zählt das Kunstmuseum mehr als 35.000 Werke in seinem Bestand und deckt damit eine große Bandbreite von Stilrichtungen und Epochen ab. Zu sehen gibt es sowohl Kunst aus der Antike und dem europäischen Mittelalter, aber auch zum Beispiel zeitgenössische amerikanische Werke oder traditionelle Kunst aus Haiti. In einem gesonderten Abschnitt bemüht sich das Museum darum, Kinder an die Welt der Kunst heranzuführen, in dem es unter anderem aufzeigt, welche künstlerische Arbeit hinter der Entstehung berühmter Trick- und Animationsfilme steckt. Neben dem regulären Programm zeigt das Milwaukee Art Museum wechselnde Sonderschauen. Besuchern stehen im Museum ein Café und ein Coffee Shop zur Verfügung.
700 North Art Museum Drive

Discovery World
In unmittelbarer Nachbarschaft zum Art Museum liegt die ehemals als „Pier Wisconsin“ bezeichnete Discovery World, ein Museum mit Schwerpunkt auf Technik und Technologie, das sich zudem mit den Great Lakes beschäftigt. In dieser Hinsicht wird zum Beispiel der originalgetreue Nachbau eines dreimastigen Segelboots aus dem 19. Jahrhundert gezeigt, die S/V Denis Sullivan. In der „World of Water“ befindet sich darüber hinaus ein Aquarium, in dem Unterwasserlebewesen aus den Großen Seen, aber auch aus dem Atlantik zu sehen sind. Die Ausstellung ist in weiten Teilen interaktiv gestaltet und damit auch auf jüngere Besucher ausgerichtet.
500 North Harbor Drive

St. Stanislaus Catholic Church
Ein Zeugnis der zahlreichen polnischen Einwanderer ist die Kirche St. Stanislaus, deren Gemeinde bei ihrer Gründung 1866 eine der ersten polnisch-katholischen im ganzen Land war. Der Bau des Kirchengebäudes wurde 1873 abgeschlossen und die Kirche wurde schnell zum Mittelpunkt des Lebens der vielen aus Polen stammenden Einwohner Milwaukeees. Die einst auf dem Dach installierte Kupferbeschichtung wurde 1966 durch Blattgold ersetzt. Dank des Wandels in der Bevölkerung ist St. Stanislaus heute eine wichtige Kirche für die nun in der Gegend lebenden, hispanischen Einwohner.
524 West Historic Mitchell Street

Pabst Mansion
Der Gründer der Pabst Brewing Company, die Milwaukee in den 90er Jahren verlassen hat, beauftragte 1890 einen Architekten damit, ihm ein stattliches Wohnhaus im flämischen Renaissancestil zu errichten. Die Familie Pabst wohnte in dem Gebäude von 1892 bis 1908. Nach dem Auszug der Brauerfamilie kaufte die Erzdiözese von Milwaukee das Bauwerk und stellte es den folgenden fünf Erzbischöfen zur Verfügung. 1978 übernahm dann eine Gruppierung, die sich um den Erhalt von Wisconsins Baudenkmälern bemüht, das Haus und öffnete es für die Öffentlichkeit. Bis zum heutigen Tag laufen Arbeiten, um den Originalzustand des Gebäudes zum Zeitpunkt des Einzugs der Pabsts wiederherzustellen. Pabst Mansion kann in geführten Besichtigungstouren erkundet werden, daneben dient das Haus als Veranstaltungsort, zum Beispiel für Weinverköstigungen.
2000 West Wisconsin Avenue

Grohmann Museum
Das im Jahr 2007 eröffnete Museum, benannt nach dem Geschäftsmann und Kunstsammler Eckhart Grohmann, beschäftigt sich mit der Darstellung der Arbeit in der Kunst und gilt auf diesem Spezialgebiet als umfassendste Sammlung der Welt. Das Museum ist an der Milwaukee School of Engineering angesiedelt, einer privaten Hochschule für Maschinenbau und Elektrotechnik. Ausgestellt werden rund 1000 Kunstwerke aus Amerika und Europa, die eine Zeitspanne vom 17. bis zum 21. Jahrhundert und von der Farmgesellschaft bis zur Industrialisierung repräsentieren. Grohmanns private Sammlung mit dem Namen “Men at Work” bildet den Mittelpunkt der Ausstellung, die sich über drei Stockwerke erstreckt.
1000 North Broadway

Milwaukee Public Museum
Rund eine Million Besucher jährlich besuchen das Museum in Downtown, das sich mit der Natur- und Menschheitsgeschichte beschäftigt. Das bereits 1884 eröffnete Museum entstand aus der Sammlung der German-English Academy in Milwaukee, einer traditionsreichen Privatschule. Unter den zahlreichen und thematisch vielfältigen Ausstellungsbereichen erfreut sich “Streets of Old Milwaukee” besonderer Beliebtheit, ein großflächiger Nachbau einer Straßenszene vom Ende des 19. Jahrhunderts, komplett mit Gaslampen und historisch korrekt dekorierten Schaufenstern. Andere Ausstellungsbereiche beschäftigen sich unter anderem mit der Vielfalt der Insektenwelt, Darstellungen des Lebens in Afrika und der Arktis und präkolumbischen Kulturen in Lateinamerika. Weiterhin gehören eine begehbare Replikation des tropischen Regenwalds, ein Gewächshaus mit vielen Schmetterlingen, ein Einblick in die Arbeit der Forscher, ein Planetarium und Darstellungen zur Geologie zum Angebot.
800 West Wells Street

Mitchell Park Horticultural Conservatory
Das Konservatorium, das auch als “The Domes” bezeichnet wird, besteht aus drei Gewächshäusern in Kuppelbauten, in denen drei verschiedene Lebensräume und die dort lebende Pflanzenvielfalt dargestellt werden. Das älteste der Gebäude ist der 1964 eingerichtete Snow Dome, in dem im Dezember eine umfangreiche und liebevoll gestaltete Weihnachtsdarstellung zu finden ist. Im Rest des Jahres ist das Highlight die Miniatureisenbahn, mit der man durch die Winterlandschaft fahren kann. In den anderen beiden Kuppelbauten befinden sich eine Tropenlandschaft mit mehreren großen Bäumen und tropischen Vögeln sowie eine Wüstenlandschaft, die in einen afrikanischen und einen amerikanischen Abschnitt unterteilt ist. Hier gibt es einige seltene Wüstenpflanzen zu bestaunen.
524 South Layton Boulevard, im Mitchell Park