Die Major League Baseball oder kurz MLB ist nicht nur die Liga, in der die Teams um die Teilnahme an der World Series spielen, sondern auch der mächtige Sportverband, in dem das Marketing, die Vermarktung, das Regelwerk und der Lobbyismus geregelt werden. Entscheidungen der Major League haben Bedeutung für den gesamten Sport und in dieser Verbindung aus wirtschaftlichem Denken und dem Sport liegt die Basis für ein sehr erfolgreiches und expandierendes Unternehmen.

In den letzten Jahren haben die Baseball-Oberen besonderes Augenmerk auf die Vermarktung in Asien gelegt; dort, vor allem in Japan, ist Baseball ebenfalls eine der beliebtesten Sportarten. So haben bereits mehrere Freundschafts- und einige reguläre Saisonspiele in Japan stattgefunden und einige Stars aus dem asiatischen Baseball ihren Weg in die Teams der MLB gefunden. 2014 fanden die ersten Saisonspiele in Australien statt. Ein weiteres Expansionsgebiet ist Lateinamerika, wo der Sport ebenfalls mit großer Begeisterung betrieben wird und von wo inzwischen zahlreiche Spieler in der MLB aktiv sind; vor allem aus Venezuela, Kuba und der Dominikanischen Republik.

Diese Region des mittel- und südamerikanischen Raumes dürfte wohl auch demnächst in Erwägung gezogen werden, wenn wieder einmal eine Ausweitung der Liga über die USA hinaus angedacht wird. Nachdem das Experiment, ein Team in der französischsprachigen Provinz Quebec anzusiedeln, an mangelndem Zuschauerinteresse gescheitert ist und die Mannschaft aus Toronto derzeit die einzige ist, die außerhalb der USA angesiedelt ist, wird überlegt, ein Team in Mexiko oder in Puerto Rico zu installieren. Nach einer Phase des schwindenden Zuschauerzuspruchs für das Spiel, auch bedingt durch Dopingskandale, befindet sich die MLB seit einiger Zeit wieder auf Wachstumskurs. Deutlich wird dies angesichts zahlreicher teurer Stadionneubauten, zum Beispiel in New York City, Cincinnati, Miami und Philadelphia oder durch sehr gut dotierte neue Fernsehverträge. Die MLB ist mit über 70 Millionen Stadionbesuchern pro Saison weltweit die Sportliga mit den höchsten Zuschauerzahlen.

Die räumliche Verteilung der als Franchises organisierten Teams erfolgt zu einem großen Teil unter dem Gesichtspunkt der wirtschaftlichen Erfolgsaussichten; also vor allem auch darauf bezogen, wo die höchsten Einnahmen durch Fans und TV-Gelder zu erreichen sind. In den Großräumen von New York City, Los Angeles, San Francisco und Chicago gibt es daher jeweils zwei Mannschaften in der MLB. 18 der 50 Bundesstaaten haben mindestens ein MLB-Team, acht davon sogar mehrere.

Die MLB besteht eigentlich aus zwei Ligen, der National und der American League, die wiederum in jeweils drei Divisionen zu je fünf Teams unterteilt sind, die eine grobe geographische Aufteilung darstellen. Die Meister beider Ligen spielen untereinander die World Series aus. In der regulären Saison spielen die Teams, jeweils in Serien von normalerweise drei Spielen, gegen alle anderen Mannschaften aus der eigenen Liga, am häufigsten gegen die Konkurrenten aus der eigenen Division. Es gibt aber auch für jedes Team mehrere reguläre Saisonbegegnungen mit Mannschaften aus der jeweils anderen Liga. Jeweils in der Mitte der regulären Saison findet an wechselnden Orten das All-Star Game statt, zu dem vor allem die Spieler berufen werden, die in der ersten Saisonhälfte die besten Leistungen gezeigt haben.


World Series Champions der letzten 20 Jahre

1998 New York Yankees 2008 Philadelphia Phillies
1999 New York Yankees 2009 New York Yankees
2000 New York Yankees 2010 San Francisco Giants
2001 Arizona Diamondbacks 2011 St. Louis Cardinals
2002 Anaheim Angels 2012 San Francisco Giants
2003 Florida Marlins 2013 Boston Red Sox
2004 Boston Red Sox 2014 San Francisco Giants
2005 Chicago White Sox 2015 Kansas City Royals
2006 St. Louis Cardinals 2016 Chicago Cubs
2007 Boston Red Sox 2017 Houston Astros