Zu den von Touristen aus aller Welt meistbesuchten Orten in den USA gehört ein kleiner Ort, der selbst wenig bekannt ist, dessen Lage ihn aber zu einem überaus attraktiven Ziel macht. Moab liegt im Osten Utahs und in unmittelbarer Nähe sowohl zum Arches National Park als auch zum Canyonlands National Park, zwei der sehenswertesten Landschaften des ganzen Landes. Mehr als 830.000 Menschen besuchen den Arches Nationalpark jährlich und weitere knapp 400.000 werden im Canyonlands National Park gezählt.

Moab, das nur knapp 5000 Einwohner zählende Städtchen, lebt entsprechend vom Tourismus und wird von diesem geprägt. Viele Besucher aus aller Welt kommen durch Moab, den einzigen nennenswerten Ort in einem größeren Umkreis. Es gibt einige Hotels der bekannten Ketten und ein paar zusätzliche Unterkunftsmöglichkeiten, insgesamt rund 30, dazu eine Reihe von Campingplätzen. Daneben kann man sich hier mit Vorräten eindecken, bevor man die Nationalparks erkundet. Mehrere Anbieter haben sich auf solche Besucher spezialisiert und bieten Touren an oder verkaufen und verleihen Equipment zum Biken, Klettern und Wandern.

Moab wurde 1878 von Siedlern an der Stelle gegründet, die von nach Westen ziehenden Trecks häufig zur Überquerung des Colorado River genutzt wurde; ein zuvor von den Mormonen errichtetes Handelsfort war nach nur kurzer Zeit wieder verlassen worden, weil die Eisenbahnlinien in den Westen weiter nördlich gebaut wurden und Moab ein wenig ins Abseits geriet. In der Region hatten jedoch schon seit tausenden Jahren die Völker der Paiute und Ute gelebt und es gibt Vermutungen, wonach der Name “Moab” keine biblische Referenz zum gleichnamigen Ort ist, sondern aus der Sprache der Paiute stammt und so viel wie “Moskito” bedeutet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wandelte sich die zuvor hauptsächlich landwirtschaftlich genutzte Region zu einem Zentrum des Minenbaus. Es stellte sich heraus, dass unter anderem Vanadium und Mangan hier vorkamen, außerdem wurden bald darauf Erdöl und Erdgas in der Gegend gefunden. Ein weiterer Schub für den Bergbau stellte sich in den 50er Jahren ein, als große Uran-Vorkommen festgestellt wurden.

Zu dieser Zeit jedoch war Moab auch in Hollywood schon ein Begriff. Im Laufe der Jahre entstanden in und um Moab viele Szene berühmter Filme. Damals am weitesten verbreitet waren sicher die Western von John Ford, darunter “Stagecoach” von 1939, doch auch Filme wie “Indiana Jones”, “Hulk” oder “Mission Impossible II” wurden teilweise hier vor Ort gedreht. Daneben diente die Gegend schon manches Mal als Kulisse für Werbespots, unter anderem solche mit dem berühmten Marlboro Man. Die Filmaufnahmen bescherten der Region einen zunehmenden Bekanntheitsgrad und etwa seit den 1970er Jahren ist der Tourismus die wichtigste Einnahmequelle für Moab und Umgebung. In der Red Cliffs Lodge (Mile Post 14, Highway 128, täglich geöffnet 8-22 Uhr) befindet sich ein kleines Filmmuseum, das an viele der hier gedrehten Aufnahmen erinnert. Die Lodge selbst diente ebenfalls schon wiederholt als Kulisse.

Neben den Besuchern der Nationalparks kommen dabei immer mehr Menschen, die das Potenzial der Gegend für Outdoor-Aktivitäten und Trendsportarten zu schätzen wissen. Neben dem Felsklettern hat sich vor allem Mountainbiking schon lange etabliert. Inzwischen verfügt die Region über unzählige Strecken mit Längen zwischen einem und rund 32 Kilometern Länge und mit unterschiedlich anspruchsvollem Profil – einige sind tatsächlich nur für Profis zu empfehlen. Der bekannteste davon ist sicher der Slickrock Bike Trail in der Sand Flats Recreation Area, der rund 15 Kilometer lang ist und als große Herausforderung gilt. Dank einer neuen Brücke für Radler und Fußgänger über den Colorado und einer Radwegverbindung zu den National Parks, dem Canyon Pathway, kann man als Biker nun auch dem Autoverkehr größtenteils entgehen. Derzeit sind gut 150 Kilometer asphaltierter Strecke rund um Moab als Radwege ausgewiesen. In Moab gibt es mehrere Anbieter, die Mountain Bikes verleihen, Zubehör und Karten vertreiben oder Touren organisieren. Ebenso beliebt ist Rafting auf dem Colorado River, das in einigen Abschnitten des Flusses als familientaugliche Variante möglich ist, in anderen dagegen nur als wilde Abenteuertour. Neben Raftingtouren werden auch Trips mit dem Kajak angeboten und natürlich kann man auch auf eigene Faust unterwegs sein. An einigen Stellen des Flusses liegen Picknickplätze direkt am Ufer. Außer diesen Aktivitäten und natürlich dem Wandern sind in Moab unter anderem auch Möglichkeiten für legales BASE-Jumping und für die neue Trendsportart Highlining vorhanden, bei der man nach Art eines Seiltänzers zwischen zwei Punkten auf einem mehr oder weniger gespannten Seil balanciert.

Wer es lieber ruhiger angehen lassen möchte, findet im Museum of Moab (118 East Center Street, geöffnet Montag-Samstag 12-17 Uhr) eine recht interessant gestaltete Ausstellung zur regionalen Geschichte inklusive einem Abschnitt, der sich mit hier gefundenen Fossilien beschäftigt. Nicht minder gehaltvoll ist der Besuch eines der beiden Weingüter der Umgebung, deren Existenz zunächst ein wenig überraschend wirkt. Beide bestehen aber schon seit vielen Jahren und haben jeweils einen Tasting Room, in dem sich Besucher von der Qualität der hier hergestellten Weine überzeugen können.

 


Dead Horse Point State Park

Ein weiteres landschaftliches Highlight und beliebtes Fotomotiv befindet sich rund 40 Straßenkilometer außerhalb von Moab. Der Dead Horse Point wurde einst von Cowboys zum Zusammentreiben wilder Pferde genutzt und liegt auf einer Höhe von etwa 1800 Metern. Beeindruckend ist der Ausblick auf eine Schleife des Colorado Rivers und bis in den Canyonland Nationalpark hinein. Besucher finden hier einen Campingplatz, ein Café mit Getränken und Sandwiches und eine Mountain Bike-Strecke. Die Zufahrt zum Park ist täglich zwischen 6 und 22 Uhr möglich und kostet pro Fahrzeug $8. Informationen über den State Park und die angebotenen Veranstaltungen sowie zum Übernachten auf dem Campingplatz erhält man im Besucherzentrum, das von 8 bis 18 Uhr (Winter: 9-17 Uhr) geöffnet ist.