Zwar ist Nashville nicht der Geburtsort der Country Music – mit diesem Titel zeichnete der US Congress 1998 die Stadt Bristol, Tennessee aus -, doch es ist unbestritten, dass Tennessees Hauptstadt zugleich auch die Metropole des Country ist. Schon seit 1925 gibt es das wöchentliche Bühnenkonzert unter dem Namen “Grand Ole Opry”, doch es waren vor allem die 50er und 60er Jahre, die Nashvilles Position in der Musikwelt zementierte. Damals nahmen sich erfolgreiche Produzenten der traditionellen Musik des amerikanischen Südostens an und verpassten ihr einen geschliffeneren, populäreren Klang. Damit erreichte man einen viel weiterreichenden kommerziellen Erfolg als dies in den Jahren zuvor möglich gewesen war und brachte den Country ins Herz der Musikindustrie. Zwar gab es eine Gegenbewegung innerhalb der Szene zum kommerziellen Nashville Sound, doch unbestritten spielte die Stadt eine gewichtige Rolle in der Weiterentwicklung der Musikrichtung. Bis heute ist die Country Music, dank zahlreicher Sehenswürdigkeiten und Kultstätten, ein wichtiger Faktor für die Tourismuswirtschaft Nashvilles.

 

Grand Ole Opry House
Seit November 1925, anfangs noch unter dem Namen “Barn Dance”, wird aus Nashville eine wöchentliche Radioshow übertragen, die einen bunten Querschnitt durch die Welt der Country Music darstellt. “Grand Ole Opry” ist eine amerikanische Tradition, die schon bald nach Beginn auf vier Stunden ausgeweitet wurde und im Laufe der Jahre alle bekannten Namen der Country Music zu Gast hatte. Seit 1939 ist die wöchentlich am Samstag Abend ausgestrahlte Show landesweit zu hören. Bald darauf erfolgte der Umzug ins Ryman Auditorium, das aber im Laufe der Jahrzehnte immer baufälliger wurde, so dass 1974 ein neues Gebäude, das Grand Ole Opry House errichtet wurde. Rund herum entstand ein Freizeitpark mit Musikthema, das Opryland, das aber 1997 endgültig schließen musste und einer Shopping Mall Platz machte. Zwischen März und Oktober wird nun mehrmals die Woche Grand Ole Opry aus dem Gebäude übertragen. Für die Sendungen, bei der jeweils Stars der Country-Musik auftreten, können Besucher Tickets erwerben. Darüber hinaus werden Backstage-Touren angeboten.
2804 Opryland Drive

Ryman Auditorium
Das historische Gebäude, erbaut 1891, wird im Volksmund oft noch als Grand Ole Opry House bezeichnet, denn von 1943 bis 1974 wurde die Sendung ausschließlich von hier ausgestrahlt. Von November bis Februar kehrt die Show jährlich hierher zurück, im Rest des Jahres finden hier andere Veranstaltungen wie etwa Konzerte statt. Auch im Ryman Auditorium werden Touren angeboten.
116 Fifth Avenue North

Music Row
Mit dem Begriff “Music Row” wird ein Stadtviertel in der Nähe der Downtown von Nashville rund um 16th und 17th Avenue South bezeichnet, wo sich zahllose Unternehmen aus der Musik- und Entertainmentbranche niedergelassen mitsamt Tonstudios und Musikverlagen haben, daneben gibt es hier einige Radiostationen. Sehenswürdigkeiten gibt es in diesem Teil der Stadt eigentlich nicht, aber in den letzten Jahren haben sich einige Restaurants und Bars hier niedergelassen, wo mitunter auch Live-Musik zu hören ist.

Country Music Hall of Fame
Ehemals in der Music Row-Gegend angesiedelt, befindet sich die Ruhmeshalle der Country-Musik seit 2001 in einem neuen Gebäude in Downtown. Insgesamt besteht die Einrichtung seit 1961. Im der Hall of Fame angeschlossenen Museum befinden sich unzählige Memorabilia, darunter Instrumente, Notenblätter, Mikrofone und eine “Sound Collection”, die unter ihren mehr als 200.000 Platten und CDs fast alle Aufnahmen hat, die vor dem Zweiten Weltkrieg im Country gemacht wurden. Auch von außen ist das Gebäude bemerkenswert, denn in die Architektur wurden verschiedene Elemente mit musikalischem Bezug eingearbeitet – so sind beispielsweise die Fenster in der Konfiguration der Tasten eines Klaviers angeordnet und von oben betrachtet hat das Gebäude die Form eines Notenschlüssels. In einem runden Raum können Besucher die Plaketten besichtigen, mit denen die Musiker bei Aufnahme in die Ruhmeshalle geehrt werden.
222 Fifth Avenue South

Music City Walk of Fame
In der Innenstadt von Nashville hat man, innerhalb einer Parkanlage, einen Weg eingerichtet, der an verschiedenen Ehrentafeln vorbeiführt, mit denen bekannte Vertreter der Country Music gewürdigt werden. Begonnen wurde das Projekt im Jahr 2006, umfasst inzwischen mehr als 60 Namen und ist derzeit etwa eine Meile lang. Die zeremoniellen Aufnahmen neuer Mitglieder finden in unregelmäßigen Abständen statt.