Es gibt selten politische Entscheidungen, die von einer breiten Mehrheit als positiv bewertet werden und es gibt ebenso selten von Regierungen verordnete Maßnahmen, deren Auswirkungen sich noch Jahrzehnte später positiv bemerkbar machen. Das New Deal-Programm des 32. US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt erfüllt beide Kriterien. Der Begriff bezeichnet eine Reihe von Maßnahmen, die zwischen 1933 und 1936 vom Congress verabschiedet wurden und die den Folgen der Weltwirtschaftskrise gegensteuern sollten, die Arbeitslosigkeit und Armut in großem Ausmaß über die amerikanische Bevölkerung gebracht hatte. Historiker unterscheiden zwischen zwei Abschnitten des New Deal, wobei der erste Abschnitt aus dem Jahr 1933 der schnellen Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung, des Banken- und Wirtschaftswesens diente und der zweite von 1934 bis 1936 langfristiger angelegt war. Seit dem New Deal gibt es in den politischen Lagern der USA eine klare Unterscheidung zwischen solchen, die staatliche Eingriffe in den Markt befürworten und solchen, die dies strikt ablehnen.

Präsident Roosevelt begann seine erste Amtszeit inmitten der schwersten Wirtschaftskrise, die Amerika bis dahin erlebt hatte. Banken waren geschlossen worden, die Arbeitslosigkeit war in kürzester Zeit auf 25% gestiegen, die Einkommen drastisch gefallen. In dieser Zeit großer Unsicherheit und Furcht vor Unruhen wurden dem Präsidenten weitreichende Kompetenzen zugestanden. In den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit brachte Roosevelt alle seine Initiativen durch den Kongress. Als erste Handlung ließ er alle Banken im Land schließen, um zu vermeiden, dass weitere Unruhe entstand. Fünf Tage danach veranlasste er den Emergency Banking Act, mit dem sichergestellt wurde, dass nur von der Zentralbank überprüfte Banken Geschäfte anbieten dürfen – diese Regelung gilt bis heute. Während die meisten Banken auf das Gesetz hin wieder öffneten und kurz darauf wieder ein stabiles Geldsystem ermöglichten, mussten mehr als 4000 kleinere Banken schließen oder sich anderen anschließen. Kurz darauf wurde von der Regierung beschlossen, dass der US-Dollar fortan nicht mehr an den Goldpreis gebunden, sondern frei gegen andere Währungen handelbar wurde.
In weiteren, in kurzer Folge erlassenen Gesetzen senkte Roosevelt die Staatsausgaben durch Kürzung der Gehälter und Pensionen, beendete die Prohibition und veranlasste mehrere Verbesserungen für die ländliche Bevölkerung, die besonders hart von der Rezession betroffen war. Unter anderem erhöhte er die Preise für landwirtschaftliche Produkte. Diese Maßnahme stieß allerdings auf Gegenwehr und Proteste vor allem in der städtischen Bevölkerung, denn mit dem Ziel, die Einnahmen der Farmer zu erhöhen, wurde deren Angebot künstlich verknappt. Eine eigens eingerichtete Behörde, die Agricultural Adjustment Administration, bezahlte Bauern dafür, ihre Felder brachliegen zu lassen oder Jungtiere zu töten.

Zu Roosevelts Zielen gehörte auch eine Stärkung der Arbeitnehmer. In der Regierung gab es das Idealbild einer auf Kooperationen beruhenden Wirtschaft. So schuf der National Labor Relations Act die Grundlage für eine Stärkung der Gewerkschaften und schützte das Recht von Arbeitnehmern, ihre Interessen zu vertreten. Zuvor bereits hatte es sich die Regierung vorgenommen, dafür zu sorgen, dass die Löhne mit der Preisentwicklung Schritt hielten. Roosevelt sah bei den Unternehmen und deren hartem Wettbewerb untereinander einen der Gründe, warum das Land von der Rezession so schwer getroffen worden war und begründete damit, dass es nötig sei, von staatlicher Seite in den Wirtschaftskreislauf einzugreifen. Dies geschah mit der Behörde National Recovery Administration (NRA). Unter anderem gab es Bestrebungen, Mindestlöhne, Mindestpreise und maximale Arbeitszeiten festzulegen. Vertreter fast aller Branchen stimmten den Vorschlägen zu und bald erschienen überall Schilder und Plakate mit dem Symbol des blauen Donnervogels, mit dem Unternehmen ihre Mitwirkung demonstrierten. Innerhalb von zwei Jahren konnte die Industrieproduktion der USA um 55% gesteigert werden. Im Mai 1935 entschied der Supreme Court jedoch, dass die NRA nicht mit der Verfassung vereinbar war und beendete so die staatliche Steuerung der Wirtschaft.

Während die Sofortmaßnahmen der Roosevelt-Regierung darauf zielten, die Bedingungen für bestimmte Zielgruppen zu erleichtern und die Wirtschaft nach den Folgen des Black Thursday (Schwarzer Freitag in Europa) wieder in Gang zu bringen, widmete sich der Präsident ab 1934 verstärkt längerfristig und breiter angelegten Programmen mit dem Ziel, einen neuen Zusammenbruch der Wirtschaft zu verhindern und um Menschen wieder in Arbeit zu bringen. Die Regierung gründete mehrere neue Organisationen und Behörden, mit denen die Programme gesteuert wurden. Dies geschah unter der Gesetzgebung des National Industry Recovery Act vom Juni 1933. Wichtigstes Organ war die Public Works Administration (PWA), unter deren Leitung mehr als 34.000 Projekte durchgeführt wurden, die das Bild des Landes nachhaltig verändern sollten.

Von besonders weitreichender Tragkraft sollte sich der Social Security Act vom August 1935 erweisen. Damit wurden erstmals in der amerikanischen Geschichte Sozialleistungen für Witwen, Alte, Arbeitslose, Waisen und Behinderte gesetzlich festgeschrieben. Seitdem stand das Netz der sozialen Sicherheit immer wieder in der Kritik und auf dem juristischen Prüfstand, bildet aber bis heute den Rahmen für das amerikanische Sozialsystem.

Noch immer stieß Roosevelt mit seinen Plänen und Reformen auf wenig Kritik und Gegenwehr. Auch bei seinen Bemühungen, die Wohnsituation der ärmeren Bevölkerung zu verbessern und die Slums in den Städten zu beseitigen, erhielt er Unterstützung von Seiten der Republikaner. Per Gesetz sorgte er für eine einheitliche Mindestqualität neu errichteter Wohnbauten und erleichterte Finanzierungsmöglichkeiten zum Hausbau. Mit der US Housing Authority wurde eine Behörde geschaffen, die den Kommunen zu günstigen Konditionen Geld lieh, damit diese erschwingliche Wohnungen errichten konnten. In seiner zweiten Amtszeit jedoch wurde Roosevelts Tatendrang gestoppt. Als er 1937 versuchte, den Congress dazu zu bewegen, die Zahl der Richter am Supreme Court zu erhöhen (mit dem Gedanken, dann Richter berufen zu können, die die Ideen des New Deal unterstützten), regte sich erheblicher öffentlicher Widerstand. Es wurde deutlich, dass der Präsident auf diesem Wege demokratische Hürden aus dem Weg räumen wollte, denn der Oberste Gerichtshof hatte in den Jahren zuvor einige der New Deal- Projekte wegen Unvereinbarkeit mit der Verfassung gestoppt. Das Gesetzesvorhaben wurde vom Senat abgelehnt.

Als es im Herbst 1937 erneut zu einer Rezession kam, vermutete Roosevelt eine Verschwörung der großen Unternehmen gegen sich und ließ sogar das FBI in dieser Hinsicht (ergebnislose) Nachforschungen anstellen. Auftreten und Politik des Präsidenten veränderten sich in dieser Zeit. Sogar von seinem Grundsatz des ausgeglichenen Haushalts rückte Roosevelt ab, als er ein Programm autorisierte, das mit massiven Investitionen die Kaufkraft erhöhen sollte. Die Zustimmung zur Politik des Präsidenten in der Bevölkerung nahm merklich ab. 1941 traten die USA in den Zweiten Weltkrieg ein und ab diesem Zeitpunkt rückten andere Aspekte in den Vordergrund. Roosevelt wurde zum Gegenspieler Hitlers; dies wurde das wichtigste Thema seiner dritten Amtszeit bis zu seinem Tod 1945. Während des Krieges wurden viele Einzelprogramme eingestellt, andere wurden verändert. Einige jedoch blieben noch lange Zeit danach, zum Teil bis heute, bestehen. Insgesamt hatte Roosevelt im Rahmen des New Deal mehr als 100 Behörden und Büros gegründet, die er zum Großteil nach eigenem Gutdünken budgetierte und die für die Umsetzung der von ihm angestoßenen Programme zuständig waren.

Zu diesen Einrichtungen, die wegen der verwendeten Abkürzungen im Volksmund als Alphabet Agencies bezeichnet wurden, gehörten unter anderem die folgenden Behörden:

Civilian Conservation Corps (CCC)
Das Programm des Civilian Conservation Corps (CCC) war das in der amerikanischen Öffentlichkeit wahrscheinlich beliebteste Element des New Deal und es gehört zu denen mit den sichtbarsten und weitreichendsten Auswirkungen. Die Idee hinter dem CCC war, arbeitslose junge Männer für allgemeinnützige Projekte einzusetzen, insbesondere solche zum Ausbau und zur Nutzbarmachung der natürlichen Attraktionen des Landes. In dem Programm, das von 1933 bis 1942 lief und in dieser Zeit vom Congress jährlich neu bewilligt wurde, waren insgesamt mehr als 2,5 Millionen Männer beschäftigt. Ähnliche, aber separate Programme gab es für Veteranen der Armee und für Angehörige von Indianervölkern. Mit Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg wurde das Programm eingestellt.
Präsident Roosevelt hatte ein ähnliches, aber kleineres Projekt zu seiner Zeit als Gouverneur des Bundesstaats New York durchgeführt. Die positiven Erfahrungen aus dieser Zeit, gemeinsam mit seinem Interesse am Erhalt der natürlichen Schönheiten des Landes, führte zu seinem Vorschlag an den Congress vom März 1933, der zur Einrichtung des CCC führte. Die Organisation wurde unter die gemeinsame Verantwortung von Kriegs-, Innen-, Landwirtschafts- und Arbeitsministerium gestellt. Innerhalb von nur gut drei Monaten nach Verabschiedung des Programms wurden mehr als 1400 sogenannte working camps für über 300.000 Arbeiter errichtet.
Die Arbeiter in dem Projekt waren zum größten Teil zwischen 18 und 28 Jahre alt. Sie erhielten für Ihre Arbeit, die im Schnitt über 40 Stunden pro Woche an fünf Arbeitstagen ging, monatlich 30 Dollar sowie die Mahlzeiten, medizinische Versorgung und Kleidung. Alle Arbeiter mussten sich verpflichten, den größten Teil ihres Gehalts monatlich an in Sozialhilfe lebende Familienmitglieder zu geben. Unter anderem waren die bekannten Schauspieler Walter Matthau, Robert Mitchum und Raymond Burr zeitweise Angehörige des CCC.
Zu den Aufgaben des Civilian Conservation Corps gehörten unter anderem Feuerschutzmaßnahmen, der Bau von Picknickplätzen, Landschaftsbau, der Bau von Dämmen, Straßen, Wanderwegen und Flugplätzen oder das Anpflanzen von Bäumen und anderen Gewächsen. Während des Bestehens des Programms pflanzten die Arbeiter mehr als drei Milliarden Bäume (dies war besonders wichtig für die erodierten Böden in den Regionen des Dust Bowl), errichteten rund 800 Parkanlagen, bauten fast 100.000 Meilen an Straßen und werteten die Infrastruktur zahlreicher State Parks auf. Wichtig waren die Arbeiten vor allem in ländlichen, entlegenen Gebieten, wo erstmals ein Netz nutzbarer Straßen entstand. Ebenfalls eingesetzt wurde das Corps bei Notfällen wie Fluten im Ohio Valley und Mississippi Valley, einem Hurrikan in New England 1938 und Blizzards in Utah. Die allermeisten Arbeiten konnten von den zum größten Teil ungelernten Arbeitern problemlos erledigt werden. Die separaten Divisionen, in die Indianer aufgenommen wurden, konzentrierten sich vor allem auf Maßnahmen in den Reservaten.
Ab 1939 nahmen die Bewerberzahlen für das CCC ab und der Krieg in Europa beanspruchte nun einen großen Teil der politischen Aufmerksamkeit. Nach dem Angriff auf Pearl Harbor 1941 wurden die Mitglieder des Corps beinahe ausschließlich zu militärischen Zwecken eingesetzt und im folgenden Jahr wurde das Programm ganz eingestellt. Bis heute existieren jedoch im ganzen Land regionale Strukturen, in denen Freiwillige ähnliche Aufgaben wahrnehmen.

 

Public Works Administration (PWA)
Ähnlich wie das Civilian Conservation Corps war auch die Public Works Administration ein staatliches Vehikel für zielgerichtete, der Allgemeinheit nützlichen Investitionen während des New Deal von Präsident Franklin Delano Roosevelt. Doch während das CCC mit zum größten Teil ungelernten Kräften kleinere Arbeiten zur Verbesserung der Infrastruktur vor allem im ländlichen Raum erledigte, zeichnete die PWA für zahlreiche Großprojekte verantwortlich. Zielsetzung für die 1933 geschaffene Public Works Administration war es, die Binnennachfrage anzutreiben und die nach dem Black Thursday am Boden liegende Industrie wieder zu beleben. Dazu beschäftigte die PWA keine eigenen Arbeiter, sondern vergab staatliche Aufträge an bestehende Unternehmen. In den zehn Jahren ihres Bestehens investierte die PWA insgesamt rund 6 Milliarden Dollar.
Im Gegensatz zu den meisten anderen Programmen und Projekten des New Deal stammte die Idee für ein staatliches Investitionsprogramm nicht von Präsident Roosevelt, sondern kam von Frances Perkins, der Arbeitsministerin in seinem Kabinett. Der Präsident nahm die Idee in seine Vorlage für den National Industry Recovery Act vom Juni 1933 auf und schuf so die zunächst Federal Emergency Administration of Public Works, die dann später in Public Works Administration umbenannt wurde.
Die in Washington DC angesiedelte Behörde kam nicht sofort in Schwung, da die vielen vorgeschlagenen Projekte zunächst geprüft werden mussten, ging dann aber mit großem Eifer an die Arbeit und veranlasste in den ersten sechs Jahren ihres Bestehens mehr als 34.000 Projekte im ganzen Land. Viele davon, etwa ein Drittel aller von der PWA in Auftrag gegebenen Arbeiten, bezogen sich auf den Bau von Straßen – am Ende ihres Bestehens konnte sie auf 11.428 Straßen blicken, die unter ihrer Regie errichtet oder erweitert worden waren. Das wahrscheinlich bekannteste Straßenbauprojekt ist heute eine der beliebtesten Touristenrouten in Florida: der Overseas Highway über die Inselkette der Florida Keys.
Viele andere Großprojekte entstanden unter der Regie der Public Works Administration. Dazu zählen unter anderem das State Capitol des Bundesstaats Oregon, die San Francisco Bay Bridge, der gewaltige Grand Coulee Damm am Columbia River in Washington oder der Lincoln Tunnel unter dem Hudson River, der Manhattan mit New Jersey verbindet. Mindestens ebenso wichtig wie diese Großprojekte waren aber die Maßnahmen, die regional für Verbesserungen sorgten, so wie die knapp 7500 Schulgebäude, die Krankenhäuser, Kläranlagen, Flugplätze und Universitäten, die unter dem Programm entstehen konnten. Allerdings wurde das der Institution ebenfalls auferlegte Ziel, im großen Stil Wohnungen für die Armen zu bauen, mit insgesamt nur 25.000 errichteten Wohneinheiten nicht ganz erfüllt.
So schuf die PWA viele bleibende Werte, mit denen die Infrastruktur in weiten Teilen des Landes nachhaltig verbessert werden konnte. Ebenso bedeutsam waren jedoch die wirtschaftlichen Effekte, die das Projekt wie geplant erzielte. Allein in den ersten zwei Jahren des Bestehens pumpte die PWA mehr als 3 Milliarden Dollar in den Wirtschaftskreislauf. Experten haben errechnet, dass für jeden Arbeiter, der an einem PWA-Projekt beschäftigt war, zwei weitere indirekte Arbeitsplätze entstanden. Durch diesen Multiplikationseffekt trug die Public Works Administration entscheidend zur Erholung der amerikanischen Wirtschaft nach dem Crash von 1929 bei.
Wie viele andere Programme des New Deal endete auch die Geschichte der Public Works Administration, als die amerikanische Wirtschaft wegen des Eintritts des Landes in den Zweiten Weltkrieg auf Kriegsproduktion umstellen musste. 1943 wurde die PWA offiziell geschlossen.

 

Works Progress Administration (WPA)
Das Programm der Works Progress Administration wurde zum größten Projekt des New Deal und es vereinte in sich Elemente anderer Programme. Wie das Civilian Conservation Corps bot es Arbeit für diejenigen Amerikaner, die in der Folge der Weltwirtschaftskrise von Sozialhilfe leben mussten, doch es umfasste weitere Teile der Bevölkerung als das CCC, indem es auch Jugendliche, Frauen und deutlich mehr Schwarze ansprach. Wie die Public Works Administration übernahm es Aufgaben, die der Allgemeinheit nutzten, doch es konzentrierte sich dabei auf kleinere, örtliche Arbeiten im Gegensatz zu den oft gigantischen Projekten der PWA. In den acht Jahren ihres Bestehens (1935 bis 1943) schuf die WPA Arbeitsplätze für mehr als acht Millionen Amerikaner und investierte über 13 Milliarden Dollar in ihre Aufgaben. Neben den oft bis heute benutzten Bauprojekten war die WPA auch in der Sozialhilfe und in kultureller Hinsicht sowie im Bereich Bildung aktiv.
Der Kongress verabschiedete den Emergency Relief Appropriation Act, mit dem die Works Progress Administration gegründet wurde, im April 1935.Zunächst war das Projekt, das in weiten Teilen von Harry Hopkins, einem Berater Präsident Roosevelts, geformt worden war, als Erweiterung bereits bestehender Programme geplant. Die Vorgabe für die neue Institution lautete, solche Projekte zu identifizieren, die einen fühlbaren und lang anhaltenden Beitrag zur Verbesserung bringen würden, ohne dabei dem privatwirtschaftlichen Sektor ein Wettbewerber zu sein. So beschäftigte sich auch die WPA, ähnlich wie PWA und CCC, mit diversen Infrastrukturprojekten wie zum Beispiel dem Straßenbau (mehr als 650.000 Meilen Straßen wurden unter Regie der WPA gebaut) oder dem Bau von Brücken (insgesamt wurden über 120.000 gebaut oder restauriert).
Bei Gründung des Programms war ein Zahl von etwa 3,35 Millionen Amerikanern zwischen 16 und 65 Jahren ermittelt worden, die zur Arbeit fähig waren, Arbeit suchten und die nicht auf andere Einkommensquellen in ihrer Familie zurückgreifen konnten. Die Kalkulationen für die WPA basierten auf dieser Zahl, so dass das Programm keinen geringeren Anspruch hatte als alle die, die Arbeit suchten, auch in Arbeit zu bringen.
Die dafür benötigten Mittel flossen in die vielfältigsten Aufgaben. Neben dem Straßenbau, der Renovierung und Errichtung von mehr als 2500 Feuerwehrwachen im ganzen Land, der Produktion von Düngern für die Landwirtschaft, der Elektrifizierung ländlicher Gebiete und dem Verlegen von mehr als 20.000 Meilen Wasserleitungen gehörten auch der Bau öffentlicher Gebäude zum Portfolio. Unter anderem errichteten Arbeiter der WPA das berühmte Griffith Observatory in Los Angeles und die Timberline Lodge auf dem Gipfel des Mount Hood in Oregon. Die Frauen, die im Rahmen der WPA Arbeit fanden, beschäftigten sich in erster Linie mit Nähen und stellten Kleidung und Bettwäsche für Kranken- und Waisenhäuser her.
Im kollektiven Gedächtnis verankert blieb die Works Progress Administration nicht zuletzt wegen ihrer Sonderprogramme, vor allem dem Federal Project Number One (kurz Federal One genannt). In diesem Projekt fanden Künstler der verschiedenen Disziplinen ihre Beschäftigung. Federal One bestand aus fünf Einzelgruppen: je einem Projekt für bildende Kunst, Musik und Theater, eines für historische Schriftstücke und eines für Autoren und Schriftsteller. Insbesondere die letztgenannte Gruppe erzielte mit ihrer Arbeit große Aufmerksamkeit. Autoren, die später sehr bekannt werden sollten, wie zum Beispiel John Steinbeck, John Cheever oder Frank Yerby. Aufgabe des Federal Writers’ Project war die Zusammenstellung von Dokumentationen über Amerika, etwa in historischer, künstlerischer oder folkloristischer Hinsicht. So entstanden neben Sammelbänden mit den authentischen Aussagen ehemaliger Sklaven zum Beispiel auch die sogenannten American Guides zu allen Bundesstaaten, in denen lokale Geschichte und Kultur ebenso ihren Platz fanden wie Beschreibungen lohnender Autotouren. Das Theaterprojekt, von dem es auch eine Unterabteilung für Schwarze gab, inszenierte unterdessen Aufführungen im Stil einer “lebendigen Zeitung”, die dann im ganzen Land zur Aufführung kamen. Im Musikprojekt wurden Kurse angeboten, Konzerte aufgeführt und Festivals ausgerichtet sowie Orchester gegründet. Das Federal Art Project schließlich, in dem bildende Künstler zusammenkamen, schuf zum Beispiel Plakate für andere Regierungs- und öffentliche Einrichtungen, aber auch Wandbilder, Gemälde und Skulpturen. Hier arbeiteten unter anderem so namhafte Künstler wie Mark Rothko, Jackson Pollock oder Lee Krasner mit.
Im Jahr 1940 änderte die Works Progress Administration ihre grundsätzliche Ausrichtung und begann damit, ungelernte Arbeitslose für Jobs in Fabriken zu schulen. Als die amerikanische Industrie kurz darauf auf Kriegsproduktion umstellte, übernahmen viele der so Geschulten Arbeitsplätze in den Fabriken. Viele andere schlossen sich der Armee an. Im Jahr 1943 wurde das Programm, für das nun kein Bedarf mehr war, vom Congress eingestellt.