Das öffentliche Bild von New Orleans ist das einer lebenslustigen, feierfreudigen Stadt mit Events, die Tausende Besucher anziehen. Dieses Bild wird natürlich in erster Linie von den Feierlichkeiten zum Karneval geprägt, der hier “Mardi Gras” heißt (französisch: “fetter Dienstag”) und der ohne jeden Zweifel der Höhe- und Mittelpunkt des Veranstaltungskalenders von New Orleans ist. Das bedeutet aber nicht, dass im Rest des Jahres nicht auch viel zu erleben wäre in der Stadt – gerade im French Quarter kann man an jedem Wochenende und oft genug auch unter der Woche vor allem in den Abendstunden eine ausgelassene Partyatmosphäre erleben. Darüber hinaus gibt es im Laufe des Jahres vielen weitere wichtige Events.

Mardi Gras
Während sich die Bezeichnung Mardi Gras oder Fat Tuesday eigentlich nur auf den letzten Tag der Karnevalszeit bezieht, wird der Begriff häufig für die gesamte Zeit des Karnevals verwendet. New Orleans feiert den Karneval ausführlich, am Mardi Gras aber erreichen die Feierlichkeiten ihren Höhepunkt – was sich auch an Verfügbarkeit und Preis der Unterkünfte zu dieser Zeit bemerkbar macht. Im Mittelpunkt der Events stehen an diesem Tag die Paraden, von denen es am Karnevalsdienstag eine große Zahl gibt, aber auch in den zwei Wochen zuvor. Die meisten der Paraden führen von der Napolean Avenue zur Canal Street und es wird allgemein erwartet, dass Besucher nicht nur zuschauen, sondern sich tanzend und feiernd beteiligen. In der Stadt sind zur Karnevalszeit, unter anderem in den Hotels, verschiedene Publikationen erhältlich, in denen alle großen Paraden, deren Uhrzeiten und Wegstrecken aufgeführt werden. Da die organisierenden “Krewes” (Karnevalsvereine) unterschiedliche Themenschwerpunkte haben, lohnt sich ein Abgleich der verschiedenen Angebote. Wer mit Kindern anreist, sollte sich besonders zur Zeit des Mardi Gras besser vom manchmal sehr wilden Partyzentrum rund um die Bourbon Street fernhalten und lieber am Anfang der Paradestrecken Stellung beziehen.

French Quarter Festival
Es ist auf dem ersten Blick nicht klar ersichtlich, wozu das French Quarter ein eigenes Festival braucht, schließlich herrscht hier eigentlich das ganze Jahr über eine bunte Atmosphäre mit Livemusik, vielen Menschen und Kleinkunst. Dennoch findet alljährlich im Frühjahr – meist am zweiten Aprilwochenende – über vier Tage das Stadtteilfest statt, bei dem es dann tatsächlich noch ein bisschen mehr Musik als üblich in den Straßen zu hören gibt – mehrere hundert Musiker waren bei den letzten Auflagen des Festivals dabei und fast alle von ihnen stammen aus New Orleans. Zum Rahmenprogramm gehören ein kreatives kulinarisches Angebot und Kunsthandwerk.

JazzFest
Das JazzFest, offiziell: New Orleans Jazz and Heritage Festival, folgt meist unmittelbar auf das French Quarter Festival und darf mit Recht als das bedeutendste Musikfest der Stadt angesehen werden. Es findet auf dem Gelände New Orleans Fairgrounds statt und kostet eine recht stolze Eintrittsgebühr, dafür allerdings bekommt man musikalisch die gesamte Bandbreite geboten: Jazz, Blues und Gospel, aber auch Rap, Country oder Bluegrass sind auf den zwölf Bühnen vertreten. Während die Musik im Mittelpunkt steht und für die meisten der jährlich rund 500.000 Besucher der Grund fürs Kommen sein dürfte, beschäftigt sich das Festival aber darüber hinaus mit der kulturellen Herkunft der Region im Allgemeinen. Kunst, Kunsthandwerk und Traditionelles haben daher ebenso ihren Platz, vor allem aber auch die Küche, die in Louisiana mit so vielen Besonderheiten aufwarten kann. Es gibt zwei Food Areas, auf denen man nicht nur den schnellen Happen für zwischendurch bekommt, sondern wo New Orleans’ Restaurants jeweils ein Gericht aus ihrem Angebot zum Verköstigen anbieten.

San Fermin in Nueva Orleans
Ein in jeder Hinsicht außergewöhnliches Event, das immer im Juli stattfindet. In Anlehnung an die berühmte Stierhatz im spanischen Pamplona lassen sich bei San Fermin ebenfalls Menschen durch die Gassen treiben, hier allerdings wurden die Bullen ersetzt durch junge Damen auf Rollschuhen, die mit Baseballschlägern (allerdings aus Plastik) bewaffnet sind. Wer das skurill findet, untertreibt vermutlich noch, doch Hunderte Teilnehmer und noch viel mehr Zuschauer zeigen jedes Jahr, dass New Orleans auch für ungewöhnliches Entertainment offen ist. Zum Rahmen der Veranstaltung gehört eine große Party am Abend.

Satchmo Summer Festival
Eigentlich ist der August in New Orleans eine Zeit, in der allein schon wegen der oft drückenden, feuchten Hitze die Dinge ein wenig langsamer laufen, doch genau in diesen Monat fällt alljährlich das Satchmo Summer Festival, das erstmals 2001 zu Ehren des 100. Geburtstags der Jazzlegende Louis “Satchmo” Armstrong stattfand. Bei freiem Eintritt wird an vielen Stellen im French Quarter Jazz in allen möglichen Stilrichtungen gespielt und längst nicht nur die Musik von Louis Armstrong. Daneben gibt es ein Kinderprogramm, eine Jazz-Messe am Sonntag und eine Reihe von Seminaren und Diskussionen.

Halloween
Ein Hauch Okkultes, Kostümierungen und eine große Party für alle – Halloween ist mehr oder weniger ein Fest wie geschaffen für New Orleans. Eine zentrale Veranstaltung gibt es zu Halloween zwar nicht, aber wie in New Orleans üblich, treffen sich die Feiernden auch zu diesem Anlass vornehmlich im French Quarter und ebenfalls wie üblich sind die Feierlichkeiten dort weniger für Kinder geeignet.

 

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