Nüchtern betrachtet ist der Broadway nichts anderes als eine ausgedehnte Nord-Süd-Verbindung, die ganz Manhattan durchquert und damit eine der wichtigsten Verkehrsadern New York Citys ist. Aber natürlich steckt hinter dem Namen „Broadway“ viel mehr. Die Straße – genauer gesagt ein Abschnitt davon – gilt weltweit als Symbol der amerikanischen Theater- und Musicalszene; als Aufführungsort, an dem Trends entstehen und als eine der berühmtesten Attraktionen des Big Apple.

Der Broadway hat große Bedeutung für die Geschichte der Stadt. Die ursprünglich hier ansässigen Ureinwohner hatten einen festen Pfad, der sie von der Insel Manhattan durch die Sumpflandschaften der Umgebung führte. Genau diesen Weg nahmen auch die holländischen Entdecker, die im 17. Jahrhundert in die Region kamen. Sie nannten den Pfad „brede weg“ und aus dieser Bezeichnung wurde in späteren Jahren dann erst die Broadway Street und dann der Broadway. Die Straße zieht sich über insgesamt rund 53 Kilometer. Der Anfang liegt im Financial District in Lower Manhattan, das Ende im Ort Sleepy Hollow im Westchester County. Längst ist der Broadway keine durchgängige Autoschneise mehr; in Manhattan hat man die Straße in den letzten Jahrzehnten an mehreren Stellen verengt, mit Fahrradstreifen versehen oder gleich ganz für den Autoverkehr stillgelegt und stattdessen Fußgängerzonen eingerichtet. In Midtown ist der Broadway dank seines historisch begründeten Verlaufs die einzige Straße, die das strenge Schachbrettmuster durchbricht. So entsteht auch der Times Square, eines der touristischen Highlights Manhattans.

Broadway

Hier, im Abschnitt des Broadway zwischen der 40. und der 54. Straße, liegt der sogenannte Theater District und damit der Bereich, der allgemein gemeint ist, wenn in kultureller Hinsicht vom Broadway gesprochen wird. Außer den Theatern befinden sich in diesem Abschnitt auch Ton- und Fernsehstudios und diverse Zulieferer der Entertainmentindustrie. Vor allem aber gibt es hier die großen Bühnen der Stadt, insgesamt finden sich 41 Theater mit mehr als 500 Zuschauerplätzen, wobei viele sogar mehr als 1000 Gästen Platz bieten können. Diese Theater zeigen in aller Regel keinen wechselnden Spielplan, sondern jeden Tag ein und dasselbe Stück – in aller Regel sind das Musicals – und dies solange, bis das Zuschauerinteresse nachlässt.

Mit diesem Angebot ist der Broadway noch immer die erste Adresse für Theaterproduktionen in Nordamerika und eine der bedeutendsten Attraktionen für Besucher in New York. Mehr als 13 Millionen Menschen im Jahr besuchen die Aufführungen am Broadway. Viele Shows sind so populär, dass sie über viele Jahre gezeigt werden. „Das Phantom der Oper“ beispielsweise läuft seit mehr als 20 Jahren am Broadway, auch „Cats“, „The Lion KIng“, „Mamma Mia“ und viele andere waren über viele Jahre am Broadway zu sehen.

Die meisten der Theater spielen abends um 19 oder 20 Uhr, zusätzlich gibt es meist einmal pro Woche eine Vorstellung am Nachmittag. Für diese sind die Tickets manchmal günstiger als für die Abende. Eintrittskarten kauft man bei einem der vielen Tickethändler in der Gegend (aber nicht bei fliegenden Händlern!), auch Hotels und Reiseveranstalter sind häufig in der Lage, Tickets zu beschaffen. Die Schalter mit dem TKTS-Logo haben oft Karten mit Discounts für Vorstellungen am selben Tag vorrätig. Wer es nicht schafft, Karten in einem der Broadway-Theater zu ergattern, hat vielleicht in den kleineren Theatern oder in jenen in den benachbarten Straßen mehr Glück. Diese werden als „Off-Broadway“ bezeichnet und sind Aufführungen in kleinerem Rahmen, mit kleineren Budgets und oft weniger bekannten Sujets. Einige der Produktionen aus diesem Nebenbereich haben es nach anhaltendem Erfolg bereits auf den Broadway geschafft.


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