Ebenso wie das Empire State Building oder die Freiheitsstatue ist auch der Central Park ein weltberühmter Teil von New York City. Doch wer sich auf Sightseeing-Tour durch New York begibt, lässt einen Besuch des berühmten Parks häufig zugunsten der spektakuläreren Sehenswürdigkeiten aus. Dabei macht gerade der Central Park einen wichtigen Teil dessen aus, was den Big Apple so faszinierend macht.

Der Central Park erstreckt sich über eine Fläche von gut 3,4 km² zwischen der Upper West Side und der Upper East Side in Manhattan. Die südliche Begrenzung wird von der 59. Straße markiert, die nördliche von der 110. Straße. Der Central Park ist zwar nur der fünftgrößte Park in New York City, aber der mit Abstand bekannteste und meistbesuchte – mehr als 35 Millionen Menschen besuchen den Park pro Jahr. Er ist offiziell täglich von 6 Uhr morgens bis 1 Uhr nachts kostenlos zugänglich.

Die Idee für den Central Park entstand Mitte des 19. Jahrhunderts zu einer Zeit, als sich Gartenanlagen in Europa gerade besonders großer Beliebtheit erfreuten. Andrew Jackson Downing, Herausgeber einer Gartenzeitschrift und namhafter Landschaftsbauer aus New York, setzte sich an die Spitze einer Bewegung, die einen öffentlichen Park mit einer Mischung aus Pflanzen- und Freizeitflächen forderte. Downing ließ sich bei einer Reise durch Europa inspirieren und stellte seine Idee der New Yorker Stadtverwaltung vor. Diese veranstaltete dann einen Wettbewerb, in dem nach einem Design für einen „Central Park“ gesucht wurde, obwohl das ausgesuchte Stück Land damals weit davon entfernt war, zentral zu liegen. Der Entwurf der Landschaftsarchitekten Calvert Vaux und Frederick Law Olmsted gewann den Wettbewerb. Vor allem Olmsted profitierte vom sofortigen Erfolg des Central Parks und gestaltete während seines Lebens insgesamt noch mehrere hundert Parks überall in den USA. Bevor er jedoch mit den Arbeiten beginnen konnte, mussten zunächst rund 1600 Menschen, die in dem Areal lebten, zwangsweise umgesiedelt werden.



Das besondere Merkmal von Olmsteds Entwurf ist wohl, dass es keinen zentralen Punkt als wichtigste Attraktion im Central Park gibt und auch keine klaren Trennungen zwischen den verschiedenen Bereichen. Das führt dazu, dass man überall verschiedene Gesichter des Central Parks entdecken kann. Trotzdem gibt es überall im Park Stellen, die man ansteuern kann. Ein positiver Aspekt des Designs ist, dass man alle diese Stellen ohne Hindernisse erreichen kann, obwohl eine der Vorgaben der Stadtverwaltung war, dass das Gelände von vier Verbindungsstraßen durchzogen werden musste. Olmsted ließ die Straßen absenken und beließ damit das Gesamtbild des Parks intakt.

Die Bauarbeiten begannen im Jahr 1858. Es gibt heute einige Bereiche des Parks, die aussehen, als seien sie wild gewachsen, doch tatsächlich gibt es keinen einzigen Abschnitt, der nicht von Olmsteds Leuten bearbeitet worden wäre. Sie hoben Teile der Landschaft an, senkten andere ab, bauten Wege, trockneten Sümpfe und setzten Pflanzen. So entstand nach und nach ein sehr sorgfältig geplantes Landschaftsbild, das aber oft gar nicht so aussieht.

Abgesehen von den vier großen Straßen, die den Park durchqueren, gibt es mehrere Scenic Drives im Central Park, auf denen Radfahrer, Inline-Skater und Jogger unterwegs sind. Daneben gibt es unzählige Spazier- und Wanderwege und zahlreiche andere Möglichkeiten, um aktiv Sport zu treiben. Es gibt zwölf Tennisplätze, sieben Fußballplätze, acht Basketballfelder, 26 Baseballfelder und im Winter zwei Eislaufflächen, je eine in der nördlichen und der südlichen Hälfte des Parks.



Diese Sportfelder ziehen viele Besucher des Parks an. Dasselbe gilt auch für die Seen und Teiche, die gern als Treffpunkt genutzt werden. Die größte Wasserfläche im Park ist die des Jacqueline Kennedy Onassis Reservoir, kurz einfach als „The Reservoir“ bezeichnet. Der See wird von einem Joggingpfad umgeben und erfreut sich besonders im Frühjahr großer Beliebtheit, wenn die japanischen Kirschbäume an seinem Ufer blühen. In der nördlichen Hälfte, eingebettet in die hügelige Waldlandschaft von North Woods, befinden sich die beiden Teiche The Pool und Loch, wobei letzterer wiederum den See Harlem Meer speist. Hier darf geangelt werden und das Ufer ist während der Sommermonate Schauplatz eines Performance-Festivals mit zahlreichen Kleinkünstlern.

Die Teiche und Seen bieten in der dicht besiedelten Millionenstadt seltene Rückzugsräume für Wasservögel. Tatsächlich bietet der Central Park eine überraschend große biologische Vielfalt. Neben rund 200 Vogelarten, die hier jährlich gezählt werden, ist die Grünanlage Heimat von Fledermäusen und Waschbären sowie von Fröschen und Schildkröten. Diese kann man vor allem am Turtle Pond beobachten, wo leider im Laufe der Jahre viele ehemalige Haustiere ausgesetzt worden sind. Schon seit 1864 ist der Park zudem Standort eines Tierparks. Der Central Park Zoo ist einer der ältesten Tierparks des Landes und zeigt unter anderem Bären, Leoparden, Affen und Seelöwen. Nicht weit vom Central Park Zoo entfernt befindet sich das Central Park Carousel. Das historische Karussell mit seinen 57 handgeschnitzten Figuren stammt aus dem Jahr 1908.

Die lange Geschichte des Parks spiegelt sich auch in den wenigen Bauwerken wider. Interessant ist etwa The Dairy, ein kleines Gebäude nahe der 65. Straße, das 1871 als Restaurant eröffnet wurde. Es war vorgesehen, dass eigene Kühe hier die Milch produzieren sollten, mit der Kinder beim Spielen im Park versorgt werden sollten, diese Idee hielt sich aber nicht lange. Nach Jahren des Verfalls wurde das Bauwerk restauriert und dient heute als eines der Besucherzentren des Central Parks. Ein weiteres befindet sich im Belvedere Castle, einer nachgebauten Burg. Diese wurde auf den Vista Rock gebaut, einer der höchsten Erhebungen des Parks.

Um den Central Park zu erleben, muss man aber nicht unbedingt einen dieser markanten Punkte ansteuern. Auch wenn etwa ein Fünftel der Besucher des Park Touristen sind, ist er doch ein authentisches Stück New York, das die Einwohner gerne aufsuchen. So ganz vergessen, dass man sich mitten in der aufregendsten Stadt Amerikas befindet, kann man ohnehin nie, denn die stattlichen Häuser von Upper Manhattan – entlang des Central Parks befinden sich übrigens einige der teuersten Wohnadressen New Yorks – kann man jederzeit hinter den Bäumen und Landschaften des Parks erblicken.


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