Einwohner 281.800
Lage Umland von New York City
Beiname Brick City
Gründungsdatum 31. Oktober 1693

 

Mehr als 35 Millionen Menschen pro Jahr benutzen den Flughafen von Newark und fast keiner derjenigen, die hier ankommen, bleiben länger als eine Taxifahrt in der Stadt. Manhattan, das Ziel von Millionen Touristen und Geschäftsreisenden, liegt gerade einmal rund 15 Kilometer entfernt und Newark scheint immer im Schatten des großen Nachbarn zu stehen. Dabei hat die Stadt ebenfalls einiges zu bieten und kann – gerade wegen der Nähe zu New York City – durchaus ein lohnendes Ausflugsziel sein.

Gemeinsam mit Jersey City, Hoboken und anderen Orten formt Newark die sogenannte Gateway Region im Nordosten von New Jersey. Diese Region bildet das direkte Umland von New York City und ist eng mit der Stadt verbunden. So steht der Flughafen Newark – einer der größten des Landes – unter Verwaltung einer New Yorker Behörde und Port Newark-Elizabeth ist der wichtigste Containerhafen der Ostküste. Darüber hinaus haben sich zahlreiche Unternehmen hier angesiedelt, für die die Mieten und Grundstückspreise in New York City zu hoch sind und obwohl viele Einwohner Newarks zum Arbeiten in die riesige Nachbarstadt pendeln, kommen auch viele tausend werktäglich zu ihren Jobs in Newark.

Einige der ersten ankommenden Europäer, Puritaner unter der Führung von Robert Treat, gründeten Newark als religiösen Versammlungs- und Lebensort 1666, nachdem die Gruppe die New Haven Kolonie im heutigen Connecticut verlassen hatte. 1713 erhielt der Ort eine Royal Charter und wurde damit als Stadt anerkannt. Nach dem Unabhängigkeitskrieg erfolgte dann eine neue Raumordnung und Newark wurde als Gemeinde organisiert, erst 1836 erfolgte nach einer Volksabstimmung eine Reorganisation als Stadt. In dieser Zeit wuchs Newark nachhaltig, neue Einwohner und neu angesiedelte Betriebe ließen die Stadt schnell wachsen. Dem folgte ein Niedergang in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als Newark unter Verfall und Rezession litt. In der Folge kam es zu sozialen Verwerfungen; 1967 wurde die Stadt sechs Tage lang von schweren Ausschreitungen und Straßenkämpfen erschüttert. Ab den 1990er Jahren und einhergehend mit umfangreichen Maßnahmen zur Revitalisierung der Innenstadt erlebte Newark dann eine anhaltende Erholung.

Wer sich auf historische Spurensuche begeben will, orientiert sich am besten zunächst am Central Ward. Dieser Stadtteil war historisch hauptsächlich von deutschstämmigen Einwanderern bewohnt, später änderte sich die Bevölkerung. Heute ist dieser Bereich, in dem die Keimzellen der Stadt liegen, der Downtown-Bezirk mit einigen historischen Gebäuden und anderen Sehenswürdigkeiten. Dazu gehört zum Beispiel das Newark Museum (49 Washington Street, geöffnet Mittwoch-Sonntag 12-17 Uhr), das sich sowohl mit Kunst, als auch mit Naturwissenschaft beschäftigt. Die Kunstsammlung zeigt Exponate aus aller Welt, vor allem die Abteilung für asiatische Kunst ist erwähnenswert. Zum naturhistorischen Abschnitt des Museum gehört auch ein Planetarium. Ebenfalls einen Abstecher wert ist der Washington Park (zwischen Broad Street und Washington Street), in dem sich mehrere Statuen befinden und wo mittwochs ein Markt für ökologische Produkte stattfindet. Vom Erschaffer des Mount Rushmore, Gutzon Borglum, stammt eine weitere monumentale Skulptur im Stadtgebiet, das Denkmal “Wars of America” im Military Park (zwischen Rector Street und Broad Street). Dieser Park wird gelegentlich für Konzerte genutzt.

Kunst und Kultur sind nach einer Phase des Niedergangs und dank vielerlei Bemühungen zur Rekonstruktion wieder im Stadtviertel Lincoln Park zu Hause. In dem Stadtteil, der einst für seine Jazzclubs und sein Nachtleben bekannt war, befinden sich mehrere Galerien und Werkstätten von Künstlern – etwa die in der City Without Walls Galerie an der Crawford Street oder das Aljira Center für zeitgenössische Kunst an der Broad Street -, sowie die Newark Symphony Hall (1020 Broad Street), eine 1925 erbaute Aufführungsstätte, dessen großer Saal für seine gute Akustik bekannt ist. Das altehrwürdige Gebäude hat viele große Stars erlebt, wurde aber 1997 vom neuen New Jersey Performing Arts Center in Downtown (1 Center Street) als wichtigster Veranstaltungsort der Stadt abgelöst. Neben verschiedenen Aufführungen aus Theater und Musik dient das Center auch als Ort für Kunstkurse, Workshops und ähnliches. Das Center ist Heimat des New Jersey Symphony Orchesters. Ganz viel Kultur gibt es rund um den Lincoln Park, wo eine Arbeitsgruppe dabei ist, einen Kulturdistrikt zu errichten, zu dem auch ein Museum für afrikanisch-amerikanische Musik gehören soll. Die recht weit verbreitete jüdische Identität von Newark – einst war die Stadt mit 70.000 Gläubigen Heimat der größten jüdischen Gemeinschaft im Land – kann man am eindrucksvollsten im Jewish Museum of New Jersey erleben (145 Broadway), das in der Synagoge Avahas Sholom untergebracht ist, dem ältesten noch bestehenden jüdischen Gotteshaus in Newark.

Hier in der Stadt, nicht weit vom Shopping-Mekka New York City entfernt, finden Touristen durchaus auch Möglichkeiten für interessante Einkaufstouren. Interessant ist in dieser Hinsicht zum Beispiel das ehemalige Industrieviertel Ironbound, das dank der vielen portugiesischen und brasilianischen Einwanderer, die sich hier niedergelassen haben, inzwischen auch als “Little Portugal” bekannt ist. In dem Stadtteil befinden sich zahlreiche Restaurants und Geschäfte. Downtown liegt gleich nebenan, in einer Schleife des Passaic Rivers. Die Haupteinkaufsstraßen hier sind Market Street und Broad Street, besonders auf letzterer sind auch viele Straßenhändler zu finden.