Die Planungen und Ideen für einen Neubau auf dem Gelände des beiden Anschlägen vom 11. September zerstörten World Trade Centers waren wie erwartet von einer Vielzahl von Schwierigkeiten geprägt. Wirtschaftliche Interessen und die Gefühle der Hinterbliebenen mussten ebenso berücksichtigt werden wie die politische und geschichtliche Bedeutung der Stelle am Südzipfel von Manhattan.
Nachdem in den Überresten des WTC noch fünf Monate nach den Anschlägen kleine Schwelfeuer gebrannt hatten, war das Gelände im Mai 2002 komplett vom Schutt befreit worden; dieser war auf Staten Island gesiebt und gründlich nach menschlichen Überresten durchsucht worden. Trotzdem wurden in der Baugrube weiterhin kleinste Körper- und Gewebeteile gefunden. Bei allen wurde per DNA-Analyse eine Zuordnung versucht.

Bereits kurz nach den Anschlägen stand fest, dass am Ort des Geschehens neu gebaut werden sollte. In einem langwierigen und von viel öffentlicher Aufmerksamkeit begleiteten Prozess wurde schließlich 2006 der Bau des Freedom Tower nach dem Konzept des Architekten Daniel Libeskind beschlossen, der später offiziell in One World Trade Center umbenannt wurde. Neben diesem enthielt das Gesamtkonzept auch eine Gedenkstätte mitsamt Museum. Unter dem offiziellen Namen National September 11 Memorial & Museum und dem von Architekt Libeskind erdachten Motto Reflecting Absence (also in etwa: “reflektierte Abwesenheit”) ist am Ort des Geschehens ein Museum zur Dokumentation des Anschlags zu finden. Die Gedenkstätte enthält Wasserflächen im Grundriss der beiden Türme mit Wasserfällen und Gedenktafeln mit den Namen aller Opfer. Zu den Ausstellungsstücken gehören unter anderem ein Teil des Treppenhauses aus dem zerstörten World Trade Center und der „Survivor Tree“; ein Baum, der mit nur noch einem lebenden Zweig unter dem Schutt gefunden worden war und heute wieder zu einem kräftigen Baum geworden ist. Die Bauarbeiten für das Museum begannen im März 2006; erst im Mai 2014 konnte eröffnet werden. Die immens hohen Baukosten der Gedenkstätte führten zu einiger Kritik und zu Anpassungen der ursprünglichen Pläne.
Adresse: 180 Greenwich Street, geöffnet täglich 7:30-21 Uhr, Eintritt $24 für Erwachsene (Stand September 2018)

Wie zuvor besteht auch das neue World Trade Center aus mehreren Gebäuden, von denen das 228 Meter hohe 7 World Trade Center als erstes bereits im Mai 2006 eröffnet wurde. Das höchste und bedeutendste Bauwerk des Projekts ist allerdings der Turm des One World Trade Center, der im November 2014 eröffnet wurde. Mit 109 Stockwerken (davon vier Untergeschosse) und einer Gesamthöhe inklusive Antenne auf dem Dach von 541 Metern ist es das höchste Gebäude der USA und der westlichen Hemisphäre und das sechsthöchste der Welt. Die 541 Meter Höhe entsprechen 1776 Fuß – eine Zahl, die bewusst gewählt wurde, weil sie an die Jahreszahl 1776 erinnert, in der die Declaration of Independence, die Unabhängigkeitserklärung der USA, unterzeichnet wurde.

Das vom Architekten David Childs gebaute Gebäude umfasst eine Nutzfläche von mehr als 325.000 Quadratmetern. Diese sind hauptsächlich belegt mit Büroflächen, dazu kommen Restaurants, Parkhäuser, Lagerflächen und Geschäfte, sowie die 20 Meter hohe Lobby. Ursprünglich war daran gedacht worden, das neue Gebäude als das höchste der Welt zu errichten; neuere Bauvorhaben in Asien hatten den Plan aber überholt. Der erste Mieter, der im November 2014 einzog, war der Zeitschriftenverlag Condé Nast. Der gesamte Bau von One World Trade Center kostete 3,8 Milliarden Dollar. Die Grundfläche umfasst 3700 Quadratmeter, wie das auch beim ersten World Trade Center der Fall war. Das Gebäude befindet sich aber nicht an derselben Stelle wie der Vorgänger; dort ist jetzt das September 11 Museum.

Der Bau des im Volksmund auch “Freedom Tower” genannten Wolkenkratzers wurde von Beginn an von Sicherheitsbedenken begleitet. Das neue Gebäude setzt auch in dieser Hinsicht Massstäbe – sowohl die eigens eingerichteten, extra-breiten Fluchttreppenhäuser als auch die Luftfilter gegen biologische und chemische Kampfmittel und der mehr als 50 Meter hohe Sockel aus Beton tragen den Ängsten der Menschen nach dem 11. September 2001 Rechnung.

 

Aussichtsplattform
Die Aussichtsplattform des One World Trade Center befindet sich im 100. Stockwerk, darüber befinden sich Restaurants. Besucher betreten das Gebäude durch einen separaten Eingang und werden zunächst einer Sicherheitskontrolle ähnlich wie am Flughafen unterzogen. Nach oben geht es dann mit Aufzügen, die die 100 Stockwerke in 47 Sekunden hinter sich lassen. Wem es von der Aussicht noch nicht den Atem verschlagen hat, kann sich auf eine drehende Glasscheibe stellen, unter der die Bilder von hochauflösenden Kameras von der Straße darunter zu sehen sind, so dass es den Anschein hat, als stünde man mit freiem Blick direkt darüber.
Täglich geöffnet, im Sommer 8-21 Uhr, im Winter ab 9 Uhr. Tickets ab $34 für Erwachsene, hierfür ist vorab eine Reservierung von Datum und Zeit des Besuchs notwendig. Ticketbestellung über diesen Link.